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VER Selb

Der Jäger des fünften Platzes

Der VER Selb zählt in der Eishockey-Oberliga zu den erfolgreichsten Teams der vergangenen Wochen. Am Freitag in Rosenheim und Sonntag gegen Sonthofen sollen weitere Siege her.



Sorgte gleich für Furore: Carl Zimmermann (rechts) feierte bei den Wölfen einen tollen Einstand. Foto: Mario Wiedel
Sorgte gleich für Furore: Carl Zimmermann (rechts) feierte bei den Wölfen einen tollen Einstand. Foto: Mario Wiedel  

Ist nach dem kurzen Hoch am Anfang und einem längeren Tief zwischendrin mit großem Verletzungspech, sinkendem Selbstvertrauen der Spieler und Unmutsäußerungen der Fans nun doch wieder ein Happy-end in Sicht für die Selber Wölfe? Der verkorkste Herbst ist jedenfalls längst vergessen. Das Vertrauen der Verantwortlichen in der schwierigen Phase in Trainer Henry Thom, und dessen Vertrauen in seine Spieler scheint das richtige Mittel gewesen zu sein und zahlt sich nun aus: Elf Siege in den vergangenen 14 Spielen feierte die Mannschaft - und schnuppert zumindest wieder an Platz fünf.

Riessersee und Klostersee verzichten auf Protest

Der SC Riessersee und der EHC Klostersee werden in der Verzahnungsrunde der Oberligisten und Bayernligisten keinen Protest gegen die Wertung des 5:4-Siegs (nach Verlängerung) des SCR einlegen. Das teilten beide Klubs mit. Schiedsrichter Dominik Merath hatte am Freitag unkorrekterweise eine zehn- statt fünfminütige Verlängerung spielen lassen - er ließ zudem nicht drei gegen drei Feldspieler gegeneinander antreten, sondern vier gegen vier. hhu

 

Der Blick auf die Tabelle ist natürlich auch für Spieler und Trainer nicht tabu. "Wenn das jemand sagt, stimmt es nicht", erklärt Thom. Aber man habe eben auch keinen Einfluss darauf, was die Konkurrenz vor einem macht. "Also müssen wir uns auf uns selbst konzentrieren und soviele Spiele wie möglich gewinnen. Dann schauen wir, was rauskommt." Das gilt auch für die beiden Spiele an diesem Wochenende. Am heutigen Freitag (19.30 Uhr) sind die Wölfe zu Gast bei den zuletzt schwächelnden Starbulls Rosenheim, am Sonntag um 18 Uhr gastiert mit dem ERC Sonthofen das jüngst überraschend zwei Mal siegreiche Schlusslicht der Meisterrunde in der Netzsch-Arena.

 

Verzichten müssen die Wölfe weiter auf die verletzten Lukas Klughardt und den Bayreuther Förderlizenzspieler Noah Nijenhuis. Bei Klughardt will Thom nach dessen Gehirnerschütterung ebenso Vorsicht walten lassen wie bei Nijenhuis (Schulter). Gustav Veisert, der zweite Bayreuther Förderlizenzspieler, der in der vergangenen Woche ebenfalls verletzt passen musste, wird wohl bei den Tigers eingeplant. Zumindest bei Andreas Geigenmüller - er steht wieder im Training - erkennt Thom gute Fortschritte. Die Chancen auf einen Einsatz schon an diesem Wochenende bezifferte Thom am Donnerstag auf fifty-fifty. "Wir wollen kein Risiko eingehen und wollen ihn erst bei 100 Prozent haben."

Sein Debüt für die Wölfe feiert heute Michael Fink. Der 22-Jährige hat vergangene Woche bei einem Probetraining einen guten Eindruck hinterlassen und ist bis Saisonende fest verpflichtet worden. Fink, der für Bietigheim-Bissingen und Heilbronn bereits 174 Mal in der DEL 2 im Kader stand, hat zuletzt im Bietigheimer Regionalliga-Team gespielt und kann seine IT-Lehre als Fernausbildung in Selb fortsetzen. Ein gutes Händchen hat Thom bereits bei den Verpflichtungen der US-Boys Charley Graaskamp und Carl Zimmermann vom EC Salzburg bewiesen. "Charley hat gut in unser System gefunden. Natürlich fehlt noch etwas Abstimmung, aber seine Reihe beginnt Tore zu schießen." Was Graaskamp selbst erstmals in Lindau mit dem 2:1-Siegtreffer gelang. Auch der 20-jährige Zimmermann - er feierte gegen Memmingen mit drei Punkten einen traumhaften Einstand - belebe das Spiel der dritten Reihe unheimlich, sagt Thom. Weil sich Zimmermann als Center am wohlsten fühlt, kann Routinier David Hördler entlastet werden und auf der Außenposition spielen. "Carl macht aber auch seine defensiven Aufgaben sehr gut", lobt der Trainer den Werdauer.

Weil auch die beiden 17-jährigen Youngster Daniel Worotnikow und Max Gimmel unter der Woche voll mit im Training standen, hatte Henry Thom ein in dieser Saison eher seltenes Glücksgefühl: "Es war mal schön, eine Woche mit mehr Leuten trainieren zu können. Da kann man auch das Tempo höher peitschen." Und natürlich halfen auch die vielen Siege in den vergangenen Wochen, dass sich das Stimmungsbild rund um den Wolfsbau, also auch in der Kabine, wieder aufgehellt hat.

Das gute Gefühl der Wölfe vermissen derzeit die Starbulls Rosenheim, denen in den vergangenen 15 Spielen nur vier Siege gelangen. Besonders nach dem 2:10-Debakel vor zwei Wochen in Regensburg kochte die Rosenheimer Volksseele. Die Mannschaft samt Trainer und Verantwortlichen stand bei einer Fanversammlung vor über 200 Anhängern schwer unter Beschuss. "Es ist eine schwierige Situation für Rosenheim", weiß VER-Coach Thom. "Die Spieler bekommen unheimlichen Druck von allen Seiten." Nichtsdestotrotz würden die Starbulls über eine starke Mannschaft verfügen, die "super Eishockey spielen" könne. Besonders in Rosenheim sei es immer eine besondere Herausforderung, zu spielen, meint Thom. "Die versuchen in den ersten 20 Minuten, dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. Dieses erste Drittel müssen wir gut überstehen, wenn die angerannt kommen."

Der Respekt vor den Oberbayern, die nach ihrem Abstieg 2017 so schnell als möglich wieder zurück in die DEL 2 wollen, ist also da. Angst kennen Thom und seine Schützlinge nicht. "Wir fahren überall hin, um zu punkten. Es gibt keine Mannschaft, gegen die wir nicht gewinnen können." Es gebe aber auch keine, gegen die man automatisch gewinnt.

Also auch nicht den ERC Sonthofen, der am Sonntag nach Selb kommt. Die Bulls, die sich gerade noch in die Meisterrunde gerettet und den Klassenerhalt damit sicher haben, kratzen nach den jüngsten Siegen in Weiden (3:2) und gegen Höchstadt (1:0) wieder an einem Playoff-Platz. "Was in Sonthofen während der Hauptrunde los war, kann man schwer beurteilen", meint Thom. "Aber sie können jetzt befreit aufspielen. Den größten Druck haben sie weg durch den Klassenerhalt." Im Gegensatz zu den Wölfen, die noch weiter nach oben schielen.

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
24. 01. 2019
18:20 Uhr

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Andreas Pöhner

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24. 01. 2019
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