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VER Selb

Der VER steht vor großen Aufgaben

Die Wölfe treffen in der Eishockey-Oberliga auf zwei ehemalige deutsche Meister. Heute gastiert der Spitzenreiter aus Rosenheim in Selb, am Sonntag geht es nach Landshut.



Mit breiter Brust können die Wölfe am heutigen Freitag ins Spitzenspiel gegen Rosenheim gehen. Foto: Mario Wiedel  

Entspannt sitzt Henry Thom in seiner Trainerkabine. Er studiert Videos und Statistiken. Eigentlich nichts Außergewöhnliches für den Trainer des Eishockey-Oberligisten VER Selb. Und doch ist in diesen Tagen ein besonders Knistern zu spüren in den Katakomben der Netzsch-Arena. Nicht nur beim Trainer der Wölfe. Auch bei den Spielern. "Ich merke den Jungs an, dass sie heiß sind", sagt Thom. Heiß auf zwei Top-Spiele gegen Mannschaften mit klangvollen Namen und großer Tradition. Am heutigen Freitag (20 Uhr) gibt DEL 2-Absteiger und Tabellenführer Starbulls Rosenheim seine Visitenkarte in Selb ab. Am Sonntag (18 Uhr) müssen die Wölfe, die sich nach zehn Siegen aus den vergangenen zwölf Spielen auf Rang drei festgebissen haben, beim EV Landshut (4.) antreten.

"Das sind zwei Städte, in denen Jahrzehnte lang nichts anderes gezählt hat als das Eishockey", sagt Thom. Und schiebt noch einen Satz hinterher: "Hier in Selb ist das ja ähnlich." Eines haben die beiden großen Kontrahenten dem "kleinen" VER Selb freilich voraus, auch wenn das längst nur noch für den Briefkopf zählt: Rosenheim hat drei Mal die deutsche Meisterschaft gefeiert, Landshut zwei Mal. Dass nach den Niederbayern seit dieser Saison auch der oberbayerische Traditionsstandort Rosenheim auf Augenhöhe spielt mit den Wölfen, ist besonders für die große Eishockey-Fangemeinde in Hochfranken ein echtes Zuckerl. Was sich heute Abend auch im Besuch niederschlagen dürfte. Die bisherige Saison-Bestmarke von 2533 Zuschauern am dritten Spieltag gegen Weiden sollte auf jeden Fall geknackt werden. Insgeheim hoffen die Selber Verantwortlichen, dass endlich wieder einmal eine drei vorne dran steht. Was sich die Mannschaft auch verdient hätte nach einer bislang starken Saison, meint VER-Geschäftsstellenleiter Peter Pahlen. Auch der Trainer wünscht sich eine große Kulisse und volle Unterstützung - "wie wir es von unseren Fans ja gewohnt sind". Schon beim Warmmachen müsse es kribbeln bei seinen Spielern.

Thom kann heute personell wieder aus dem Vollen schöpfen. Auch Mauriz Silbermann, der am Sonntag beim 6:0-Sieg in Waldkraiburg wegen einer Klausurarbeit pausieren durfte, stößt wieder zum Kader. Ob der 17-Jährige gleich wieder den Platz an der Seite von Kapitän Florian Ondruschka einnimmt, lässt der Trainer noch offen. Schließlich habe auch Ben Böhringer ein gutes Spiel abgeliefert. Auch in der Besetzung der beiden ersten Sturmreihen will sich Thom nicht in die Karten schauen lassen. Auch wenn vieles dafür spricht, dass alles so bleibt wie am vergangenen Wochenende. Da überraschte Thom mit den - gut funktionierenden - Varianten Piwowarczyk/Gare/Geisberger sowie Mudryk/Moosberger/McDonald. Dass Letztere jüngst ohne Tor geblieben sind, kann der Trainer noch immer nicht verstehen. "Sie harmonieren sehr gut und haben sich viele Chancen herausgearbeitet. Aber der Waldkraiburger Torwart hat sich seine besten Parade für diese Reihe aufgehoben."

Große personelle Sorgen hatten in den vergangenen Wochen die Starbulls aus Rosenheim. Und das Lazarett ist nicht kleiner geworden. Neben insgesamt sieben verletzten oder kranken Spielern fehlt mit dem Finnen Lammassaari heute auch der punktbeste Stürmer wegen einer Sperre. Den Rosenheimer Sorgen misst der Selber Coach aber nicht viel bei. "Sie haben einen extrem breiten Kader mit einem guten Mix aus jungen und sehr erfahrenen Spielern." Zudem hätten auch die Nachrücker ihre Qualitäten. "Die sind alle Nachwuchs-Nationalspieler."

Wie der erst 16-jährige Lennard Brunnert, der zuletzt beim 6:2-Sieg in Weiden seine Feuertaufe im Tor der Oberbayern mit Bravour bestanden hat und auch heute für die noch verletzten Stammkeeper Lukas Steinhauer und Luca Endres zwischen den Pfosten steht. Als zweiten Torwart hat Trainer Manuel Kofler den 17-jährigen DNL-Keeper Tim Uhrig nominiert. Sein Debüt in der Rosenheimer Oberligamannschaft feiert der am 15. Juli gerade einmal 16 Jahre alt gewordene Enrico Henriquez-Morales. Er wurde in der vergangenen Saison noch deutscher Schülermeister mit den Starbulls. Trotz aller Sorgen: Mit leeren Händen möchten die Starbulls die Heimreise natürlich nicht antreten. "Wir wissen, dass Selb eine sehr gute Mannschaft hat und gerade zuhause sehr stark ist. Wir wollen dennoch mindestens einen Punkt mitnehmen", sagte Trainer Kofler dem "Oberbayerischen Volksblatt" in Rosenheim.

Auch der EV Landshut, bei dem die Wölfe am Sonntag zu Gast sind, muss wichtige Spieler ersetzen. Aber beim Tabellenvierten ist es ähnlich wie bei Rosenheim, sagt Henry Thom: "Landshut hat einen großen Kader und einen starken Unterbau. Und durch die jungen Spieler, die nachrücken, wird eine Mannschaft unberechenbarer. Das macht die Sache taktisch nicht so einfach für uns." Zudem haben die Niederbayern am Donnerstag auf ihre Misere reagiert und Stürmer Viktor Lennartsson von den Lausitzer Füchsen aus der DEL2 für den Zeitraum von vier Wochen ausgeliehen.

Dass seine Mannschaft am Wochenende mit den führenden Teams aus Rosenheim und Deggendorf gleichziehen oder sie im besten Fall sogar überholen kann, spielt für Thom eine eher untergeordnete Rolle. "Für die Fans wäre es eine schöne Sache. Für mich sind jetzt aber nicht Platz eins oder zwei, sondern nur die Punkte wichtig. Abgerechnet wird am Ende der Saison."

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
07. 12. 2017
20:42 Uhr

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Andreas Pöhner

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07. 12. 2017
20:42 Uhr



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