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VER Selb

Der gefürchtete Außenseiter

Die 1b-Mannschaft des VER Selb startet am Freitag in die neue Saison der Eishockey-Landesliga. Das junge Team will auch heuer wieder den ein oder anderen "Großen" ärgern.



Zählt in der 1b-Mannschaft des VER Selb mit zu den Stützen: Torwart Timon Bätge, der sich auch schon über einige Einsätze in der Oberligamannschaft der Wölfe freuen durfte.	Foto: Mario Wiedel
Zählt in der 1b-Mannschaft des VER Selb mit zu den Stützen: Torwart Timon Bätge, der sich auch schon über einige Einsätze in der Oberligamannschaft der Wölfe freuen durfte. Foto: Mario Wiedel  

In der Eishockey-Landesliga hat die Jagd nach Punkten bereits vor zwei Wochen begonnen. Am kommenden Wochenende startet - als letzte Mannschaft - auch das 1b-Team des VER Selb in die neue Saison. Als Minimalziel wird von Trainer Stefan Wegmann einmal mehr der Klassenerhalt ausgerufen. Was dem 42-Jährigen aber nicht minder wichtig ist: "Wir wollen faires und attraktives Eishockey spielen. Und damit auch mehr Zuschauer in die Halle locken." Das neue Abenteuer Landesliga beginnt für die Wölfe mit einem Heimspiel am Freitag (20 Uhr) gegen den ESC Vilshofen. Am Samstag (17.30 Uhr) steigt dann bereits das erste Derby beim Aufsteiger EHC Bayreuth.

Der Trainer

Stefan Wegmann geht in seine dritte Saison als Trainer der Selber 1b-Mannschaft. Zuvor hatte der 42-Jährige bereits von 2009 bis 2011 die Wölfe-1b trainiert. Von 2015 bis 2017 stand er zwei Jahre hinter der Bande des EHC Stiftland Mitterteich. Wegmann stand über viele Jahre hinweg - unterbrochen von zwei Jahren in Bayreuth - im Oberliga-Tor des damaligen ERC Selb und half nach der Neugründung des VER auch bei drei Spielen in der Bayernliga aus. Wegmann, der als Zimmerer gemeinsam mit seiner Frau eine eigene Firma leitet, sieht seinen Trainerjob ("Es macht viel Spaß") auch als Ausgleich zum Beruf. "Ganz ohne Eishockey geht es halt nicht." Unterstützt wird Wegmann als Trainer der Selber 1b-Mannschaft von Dieter Fritsch.

 

Stefan Wegmann sieht die Landesliga erneut einen Tick stärker geworden. Nicht zuletzt durch die Ausländerregelung. Ursprünglich sollte - analog zur Bayernliga − jede Mannschaft nur zwei EU-Ausländer pro Spiel aufs Eis schicken dürfen. Alle Landesligisten hatten diese Regelung befürwortet - bis auf Haßfurt, Pegnitz, Burgau und Waldkirchen, die gerichtlich dagegen vorgegangen sind. Und vom Landgericht auch Recht bekamen (wir berichteten). Jeder Verein darf nun selbst bestimmen, wie viele EU-Ausländer er einsetzt.

 

In Selb hat man das Urteil zur Kenntnis genommen - und abgehakt. "Wir haben genügend junge und eigene Spieler", sagt Stefan Wegmann. Er vertraut einer Mannschaft, die er als "stärkstes Selber 1b-Team seit vielen Jahren" einschätzt. Weil die Führungsspieler immer erfahrener werden und auch die jungen Spieler der U 20 immer besser zurechtkommen im Herren-Eishockey. Gegen die teils mit echten Hochkarätern besetzte Konkurrenz sei die Truppe zwar dennoch fast immer der Außenseiter, gegen den die Gegner schon vor den Spielen die Punkte fest einplanen. "Aber wir sind auch gefürchtet. Gerade in Heimspielen können wir jeden schlagen", sagt Wegmann - und erinnert an einen 1:0-Sieg im Vorjahr gegen den späteren Hauptrundenmeister ERSC Amberg. Der wird seit dem Sommer übrigens vom Ex-Selber Dan Heilman (44) trainiert.

Nicht immer aber kann die Wölfe-1b aus dem Vollen schöpfen. Wenn es zu Überschneidungen mit Spielen der Oberligamannschaft oder den U 20-Junioren kommt, haben VER-Chefcoach Henry Thom oder U 20-Trainer Florian Ondruschka das letzte Wort bei den Abstellungen der Spieler. "Wir versuchen aber gemeinsam, die jungen Spieler so gut wie möglich bei uns einzubauen", erklärt Wegmann, der unter anderem die längst im Oberliga-Kader anklopfenden Max Gimmel, Daniel Worotnikow, Jan Wenisch und Torwart Timon Bätge zu den Stützen seiner Mannschaft zählt. Dazu natürlich auch "Routiniers" wie Kapitän Fabian Bauer, Philipp Hechtfischer oder Ricco Warkus, die nicht nur auf dem Eis, sondern auch daneben sehr wichtig sind für die Mannschaft. "Sie setzen sich vorbildlich für das Hobby-Eishockey in Selb ein", lobt Wegmann, für den die 1b-Mannschaft ein wichtiges Puzzle der gesamten VER-Familie ist, das nicht vernachlässigt werden darf. "Es gibt schließlich auch ein Leben nach der U 20. Jeder wird den Sprung in die Oberliga nicht schaffen."

Das Auftakt-Wochenende sieht für die Selber zwei harte Nüsse vor. Den ESC Vilshofen, der am Freitag in Selb gastiert, kennt der VER-Trainer als "eine sehr starke, routinierte und kompakte Mannschaft, gegen die wir viel laufen und einiges einstecken müssen." Die Niederbayern haben vergangenen Freitag mit einem Punktgewinn beim mit den Ex-Landshutern Peter Abstreiter und Miroslav Horava verstärkten EV Moosburg aufhorchen lassen, ehe es zwei Tage später beim ESC Haßfurt eine 1:12-Packung setzte.

Eine besonders brisante Partie wartet am Samstag beim EHC Bayreuth auf die Wölfe-1b. Der Stammverein der Tigers (DEL 2), der von Vaclav Drobny trainiert wird, hat sich nicht nur mit den beiden tschechischen Kontingentspielern Ondrej Pajk und Michal Žižka verstärkt. Bekanntlich stürmt auch Andreas Geigenmüller, in der Vorsaison noch im Oberligateam des VER Selb, wieder für seinen früheren Club. Ebenfalls kein Unbekannter für die Selber ist Stephan Trolda (39), der aus Schweinfurt an den Roten Main nach Bayreuth gewechselt ist. Auch wenn der Aufsteiger mit drei Niederlagen in die Saison gestartet ist - gegen Haßfurt gab es vor 560 Zuschauern ein 4:7, gegen Amberg unterlag der EHC vor 600 Zuschauern mit 1:4 und in Dingolfing mit 3:5 - hat Wegmann einigen Respekt vor den Bayreuthern. "Die haben eine sehr starke Mannschaft mit einigen Routiniers, aber auch guten jungen Spielern."

Für die VER-Cracks dürfte es auf jeden Fall ein besonderes Erlebnis werden im Tigerkäfig, in dem am Samstagabend gut 1500 bis 2000 Zuschauer erwartet werden. Auch aus Selb haben sich zahlreiche Anhänger angekündigt, um ihr Team zu unterstützen. Voraussichtlich können die Wölfe aus dem Vollen schöpfen, nachdem die U 20 am Wochenende spielfrei ist. Und so sieht Wegmann seine Jungs nicht chancenlos. "Es gibt ohnehin kein Spiel, das wir nicht gewinnen wollen. Meine Mannschaft ist in der Lage dazu."

 

Der Kader

Tor: Pascal Benesch (19 Jahre), Timon Bätge (20), Readek Uhrin (22).

Verteidigung: Stefan April (22), Timo Bail (19), Max Gimmel (18), Philipp Hechtfischer (27), Timo Roos (27), Johannes Schmid (32), Mauriz Silbermann (19), Jan Wenisch (20)

Sturm: Fabian Bauer (28), Enes Grimmer (21), Tobis Gross (20), Bastian Hubert (19), Lukas Klughardt (19), Toni Lippert (18), Sebastian Lück (22), Patrick Pfänder (26), Florian Rudolph (17), Markus Schlott (29), Markus Sommerer (25), Nico Tanner (19), Kevin Tausend (28), Ricco Warkus (26), Jonas Wich (22), Eric Winkler (21), Daniel Worotnikow (18).

 

Der Modus

Zwei Landesliga-Gruppen spielen mit je elf Teams in einer Einfachrunde mit Hin- und Rückspiel. Jeweils die vier Bestplatzierten beider Gruppen spielen in einer Achter-Gruppe in der Aufstiegsrunde mit Hin- und Rückspiel. Die Plätze eins bis vier dieser Runde spielen Playoffs. Die jeweiligen Sieger sind sportliche Aufsteiger in die Bayernliga.

Die Mannschaften auf den Plätzen fünf bis elf der Hauptrunden beider Landesligen spielen gruppenintern in einer Einfachrunde je einen sportlichen Absteiger aus.

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
17. 10. 2019
00:00 Uhr

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
17. 10. 2019
00:00 Uhr



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