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VER Selb

"Die Fans müssen uns etwas Zeit geben"

Ein Tiger wird zum Wolf. Andreas Geigenmüller trägt jetzt das Trikot des VER Selb. Im Interview verrät er, dass er gerne zurück möchte in die DEL 2.



Wird künftig für die Selber Wölfe Jubeln: der ehemalige Bayreuther Stürmer Andreas Geigenmüller. Fotos: Peter Kolb
Wird künftig für die Selber Wölfe Jubeln: der ehemalige Bayreuther Stürmer Andreas Geigenmüller. Fotos: Peter Kolb   » zu den Bildern

Herr Geigenmüller,, die Sommerpause ist bald vorbei - wie und wo haben Sie den Sommer verbracht?

Daheim in Creußen. Es war wirklich ein heißer Sommer für mich. Bedingt durch die Temperaturen zog es mich täglich schon früh - für jeweils zwei Stunden - ins Fitnessstudio, später ging dann das Schwitzen zuhause weiter. Beim Renovieren oder Umbau des Elternhauses meiner Freundin in Creußen gab es einiges zu tun.

 

Wenn es jetzt bei den Wölfen losgeht- pendeln Sie dann jeden Tag oder nehmen Sie sich ein Zimmer in Selb?

Das wäre ja fatal. Zuerst ein Haus umbauen und sich dann eine Wohnung in Selb nehmen. Nein, von Creußen nach Selb sind es 78 Kilometer einfach - das ist machbar. Und wenn es im Winter mal von einer langen Auswärtsfahrt spät wird, kann ich mal bei einem Teamkollegen schlafen. Aber grundsätzlich wohne ich in Creußen.

 

Nach zehn Jahren Bayreuth Tigers geht es nun ausgerechnet zum Erzrivalen. Ein komisches Gefühl?

Nein, wieso? Ich war es ja, der sich für einen Wechsel entschied, da mir einst die Situation rund um das Bayreuther Eishockey zu unsicher erschien. Und ich habe meinen Wechsel zu keiner Sekunde bereut. Ich freue mich auf eine tolle Zeit in Selb und bin mir sicher, dass die Wölfe erneut eine erfolgreiche Runde spielen werden.

 

Ihr Ex-Arbeitgeber hat dank des Abstieges von Riessersee die Klasse erhalten. Verfolgen Sie weiterhin die Geschehnisse in der Wagnerstadt oder gilt der Fokus einzig und alleine den Wölfen?

Klar verfolge ich es, aber vielmehr die Geschehnisse in der DEL2 allgemein und weniger die der Bayreuth Tigers. Die DEL2 ist auch weiterhin für mich ein Thema, ich will da auch wieder hin - warum nicht mit Selb. Die Wölfe spielten die letzten Jahre immer weit vorne mit, vielleicht klappt es ja im erneuten Anlauf.

 

Geigenmüller und Selb - man kennt sich, hat schon oft gegeneinander gespielt. Gibt es eigentlich Spieler im Team, mit denen Sie während ihrer Karriere schon mal in einer Mannschaft zusammengespielt haben?

Ja, zwei an der Zahl. Mit Florian Ondruschka, der einst mit einer Förderlizenz aus Nürnberg in Weiden spielte, stand ich in Weiden in einem Team, spielte mit Flo sogar auch ein paar Spiele Junioren-Bundesliga. Und der andere ist Manuel Kümpel, mit ihm stand ich in den Junioren in Weiden in einem Team. Ich freue mich auf die beiden und natürlich auch auf die restlichen Jungs.

 

Andreas Geigenmüller - Heißsporn oder mittlerweile der ruhigere Typ?

Klar wird man im Alter ruhiger, das ist auch bei mir so, allerdings vielmehr auf das Weggehen am Wochenende bezogen. Spaß beiseite. Ich bin nach wie vor extrem ehrgeizig und möchte immer gewinnen. Auf dem Eis will ich immer mein Bestes und 100 Prozent geben - das war schon immer so und ändert sich auch bei mir im Alter nicht.

 

Die Erwartungshaltung an Ihrer Person im Wolfsbau ist extrem hoch. Belastend oder vielmehr motivierend?

Nein, keineswegs ist das belastend. Ich habe rückblickend in den vergangenen Jahren immer gute Leistungen gebracht und kann mit Druck, den letztlich jeder Sportler verspürt, gut umgehen. Selb hat mich zum Toreschießen geholt, und ich freue mich riesig auf die neue Aufgabe. Ich bin mir sicher, dass ich die in mich gesetzten Erwartungen zu 100 Prozent erfüllen werde.

 

Vergangenes Jahr noch DEL2, jetzt Oberliga. Persönlich ein Abstieg?

Wenn man bedenkt, dass die besten vier Teams der Oberliga mit der einen oder anderen noch zusätzlichen Kontingentstelle durchaus in der DEL2 mithalten könnten, sieht man, wie stark die Oberliga mittlerweile, speziell im Süden, geworden ist. Deshalb ist mein Wechsel kein Abstieg, sondern eine gute Alternative und eine sehr attraktive Liga.

 

Was trauen Sie dem neuen Team, wie es sich aktuell auf dem Papier präsentiert, zu?

Viele Spieler kenne ich leider nicht. Was ich weiß, dass wir mit Ian McDonald und Ryan McDonough zwei starke Kontigentspieler haben. Dazu kommen zahlreiche junge Akteure mit viel Talent und Potenzial sowie gestandene Cracks. Ich sage mal so: die Mischung scheint zu passen auf dem Papier. Die Vorbereitung wird uns erste Fingerzeige geben, aber natürlich muss sich das Team erst finden und dazu müssen uns die Fans auch etwas Zeit geben. Auf eine konkrete Platzierung lasse ich mich nicht festnageln, dafür ist es viel zu früh.

 

Oberliga Süd, stärker als zuletzt? Wer sind Ihre Favoriten?

Von Jahr zu Jahr wird die Liga in ihrer Gesamtheit stärker, auch dieses Jahr. Zu meinen Favoriten zählen Teams wie Landshut, Peiting, Rosenheim und natürlich wir. Riessersee wird sicher auch eine gute, spielfähige Mannschaft ins Rennen schicken, auch wenn sie von den Playoffs ausgenommen sind. Aber auch Teams, die vorher niemand auf dem Zettel hatte, dürfen nicht unterschätzt werden. Da fällt mir zum Beispiel Sonthofen ein, immer unbequem zu spielen.

 

Ihre letzte Oberliga-Saison war 2015/2016 für Bayreuth. In 44 Spielen markierten Sie 27 Tore und 30 Vorlagen. Sind solche Werte zu toppen oder sind persönliche Statistiken zweitrangig?

Angesprochen auf diese Saison muss gesagt werden, dass ich bereits nach fünf Spieltagen mit einem Handgelenkbruch verletzungsbedingt zwei Monate ausfiel und froh war, dass ich mich dann wieder schnell in den Ligaalltag einfinden konnte. Statistiken sind für mich zweitrangig. Klar will jemand wie ich Tore schießen, daran wird ein Stürmer gemessen, aber im Vordergrund steht der mannschaftliche Erfolg - nichts anderes. Eine Zielmarke an Toren oder Vorlagen für die neue Serie gibt es für mich nicht. Ich will Spaß und mit meiner Mannschaft Erfolg haben, alles andere kommt von ganz alleine.

 

Auf einer Skala von 1 bis 10 - wie heiß sind Sie auf die neue Oberligasaison 2018/2019?

Ganz klar 11. Spaß beiseite. Natürlich eine 10. Ich kann es nicht mehr erwarten. Die zuletzt hochsommerlichen Temperaturen machten mich extrem aggressiv, da ich von Haus aus ein Wintertyp bin. Deshalb habe ich schon darauf hingefiebert, dass es zu Beginn der Woche mit einigen Jungs der ersten Mannschaft und der 1b in Eger aufs Eis ging. Auch wenn die ersten Einheiten nur zur Eingewöhnung und zum Einlaufen dienen, ist es ein unbeschreibliches Gefühl, nach einem viel zu langen Sommer endlich wieder auf dem Eis stehen zu dürfen. Ich bin bereit, es kann losgehen.

 

Autor

Uwe Dutkiewicz
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
13. 08. 2018
20:00 Uhr

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Uwe Dutkiewicz

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13. 08. 2018
20:00 Uhr



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