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VER Selb

Oberliga Süd

Die Gier nach Siegen

Der VER Selb verblüfft die Konkurrenz in der Eishockey-Oberliga und auch etwas seine eigenen Fans. Vor dem Auftritt heute Abend in Weiden hat der Trainer Erklärungen parat.



Sie möchten heute auch in Weiden wieder jubeln: Dennis Schiener (links), der vergangenen Sonntag in Deggendorf doppelt traf, und Ian McDonald, dreifacher Torschütze am Freitag gegen Füssen.	Foto: Mario Wiedel
Sie möchten heute auch in Weiden wieder jubeln: Dennis Schiener (links), der vergangenen Sonntag in Deggendorf doppelt traf, und Ian McDonald, dreifacher Torschütze am Freitag gegen Füssen. Foto: Mario Wiedel  

Diese Serie wird schon fast ein bisschen unheimlich. Zehn Siege feierte der VER Selb in den vergangenen elf Spielen, zuletzt gab es sogar sechs in Folge. Die Fans der Wölfe genießen nicht nur die erfolgreichen, sondern vor allem auch die leidenschaftlichen Auftritten ihrer Mannschaft. Selbst Trainer Henry Thom, sonst oft recht kühl in seinen Analysen, war nach dem jüngsten 4:3 nach Verlängerung bei Spitzenreiter Deggendorf leicht euphorisch. "Ich bin unheimlich stolz, wie die Jungs gekämpft haben. Mehr kann man nicht verlangen", sagte Thom. Dass ab und an auch die Eishockey-Götter seinem Team ein wenig unter die Arme greifen mussten, findet der Wölfe-Coach normal gegen solch spielstarke Mannschaften wie Deggendorf, die enormen Druck ausüben können. "Aber das Glück erarbeitet man sich auch. Dann bekommt man eben in letzter Sekunde noch einen Schläger oder einen Fuß dazwischen."

Genau dieser letzte Einsatz zeichnet die Wölfe im Herbst 2019 aus. "Die Mannschaft arbeitet defensiv sehr hart", sagt Thom. Dass auch Fehler passieren, sei normal beim Eishockey. "Aber bei uns ist jeder bereit, für den anderen in die Bresche zu springen und diese Fehler auszumerzen." Keinen der Spieler würde es auch groß interessieren, wieviele Scorerpunkte er macht oder wie lange er Eiszeiten hat. "Wichtig ist der Mannschaft nur, als Sieger vom Eis zu gehen. Das zeichnet uns im Moment aus." Dem Trainer gefällt auch, wie sich seine Spieler in jeden Schuss werfen, viele Checks zu Ende fahren und die komplette Mannschaft nach hinten arbeitet. "Darauf haben wir von Beginn an viel Wert gelegt." Und weil auch die Chancenverwertung passt und Torwart Niklas Deske in prächtiger Form ist, kommt der aktuelle Höhenflug und der zweite Tabellenplatz für Henry Thom nicht von ungefähr.

Ausruhen auf den Lorbeeren können sich die Wölfe freilich nicht. Am heutigen Freitag (20 Uhr) wartet die schwere Aufgabe beim EV Weiden, erst danach dürfen sich die Cracks dank dem spielfreien Sonntag über drei freie Tage freuen. Thom hätte zum Deutschland Cup eigentlich gerne ein komplett spielfreies Wochenende gehabt, damit seine Spieler ein wenig die Wunden lecken und ausheilen können. "Man merkt, wieviel Kraft diese Liga kostet", sagt Thom, der besonders auch den beiden Physiotherapeuten Toni Staab und Mattes Ganssmüller ein dickes Lob zollt. "Sie leisten Schwerstarbeit und sind jeden Tag da für die Spieler." Arbeit gebe es reichlich, erzählt der Trainer. Wenn die Spieler die Schüsse blocken, bekommen sie blaue Flecken. Wenn sie checken, tut ihnen die Schulter weh. Und bei all dem Einsatz schmerzt irgendwann der ganze Körper am Montag und Dienstag. "Da ist die Hilfe der Physios eine tolle Sache und tut der Mannschaft gut."

Und so können die Wölfe heute Abend in Weiden wieder alles auf dem Eis lassen. Beim Nachbarrivalen erwartet Thom einmal mehr ein sehr intensives Spiel. "Weiden ist gegen uns immer besonders motiviert und schmeißt alles rein. Sie stehen defensiv sehr stabil und fahren gute Konter." Schon im Hinspiel vor vier Wochen hätten sich die Wölfe beinahe die Zähne ausgebissen an den Oberpfälzern. Nach einem 0:2-Rückstand gelang erst vier Sekunden vor der Schlusssirene der Ausgleich und in der Verlängerung der 3:2-Siegtreffer. In Weiden müsse seine Mannschaft heute erneut ihre Aufgaben in beide Richtungen - offensiv wie defensiv - erfüllen, weiß Thom, um nach den drei Niederlagen (3:9, 2:4, 1:2) aus der vergangenen Saison wieder einmal die Punkte aus der Hans-Schröpf-Arena zu entführen.

Personell kann der Selber Trainer mit Ausnahme von Förderlizenzspieler Tim Zimmermann (verletzt) auf genau die Spieler bauen, die am vergangenen Sonntag beim Spitzenreiter zwei Zähler mit nach Selb genommen haben. Auch Torwart Niklas Deske, der in Deggendorf in der Verlängerung nach einem Zusammenprall mit Lanny Gare mit dem Hinterkopf gegen das Torgestänge geprallt war und sich ein leichtes Schleudertrauma zugezogen hatte, steht wieder zur Verfügung. Auf dem Weg der Besserung ist auch Verteidiger Dominik Müller, der nach einer Gehirnerschütterung die ersten Einheiten auf dem Fahrrad hinter sich gebracht hat. "Er soll sich aber alle Zeit der Welt nehmen", will Henry Thom keinerlei Risiko eingehen. Die Gastgeber, die zuletzt die Starbulls Rosenheim und den Höchstadter EC in die Knie zwangen, müssen auf den erst 16-jährigen Verteidiger Adrian Klein (Einladung zur U 17-Nationalmannschaft) verzichten.

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
07. 11. 2019
21:45 Uhr

Aktualisiert am:
07. 11. 2019
21:45 Uhr

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Andreas Pöhner

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07. 11. 2019
21:45 Uhr

Aktualisiert am:
07. 11. 2019
21:45 Uhr



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