Lade Login-Box.
Topthemen: Kommunalwahl 2020Bilder vom WochenendeHof-GalerieBlitzerwarner

VER Selb

Die Leidensgefährten

Heute treffen die Selber Wölfe und die Blue Devils Weiden zum sechsten Mal in dieser Saison aufeinander. Beide sind auf Punkte angewiesen im Kampf um einen Playoff-Platz.



Der Selber Pavel Pisarik obenauf, der Weidener Herbert Geisberger am Boden: So stellt sich der VER das auch heute Abend vor.	Foto: Mario Wiedel
Der Selber Pavel Pisarik obenauf, der Weidener Herbert Geisberger am Boden: So stellt sich der VER das auch heute Abend vor. Foto: Mario Wiedel  

Selb - So ein Derby ist bekanntlich immer ein ganz besonderes Spiel. Das sechste Aufeinandertreffen dieser Saison zwischen dem VER Selb und dem EV Weiden am heutigen Freitag (20 Uhr) könnte allerdings kaum wichtiger sein. Beide Mannschaften befinden sich acht Spieltage vor Ende der Meisterrunde in der Eishockey-Oberliga mitten im Kampf um den wohl letzten noch zu vergebenden Playoff-Platz. Der neue Wölfe-Trainer Herbert Hohenberger formuliert es drastisch: "Das ist schon ein Playoff-Spiel. Es geht um Leben oder Tod. Wir wollen gewinnen, um wieder etwas durchatmen zu können." Der 50-jährige Österreicher blickt zufrieden zurück auf seine zweite Trainingswoche in Selb. "Wir haben viel analysiert, taktische Sachen und Schussübungen gemacht. Und es ist viel gequatscht worden mit den Jungs." Die Spieler müssten die Dinge nun auf dem Eis umsetzen, sagt Hohenberger, der auch an der Bande viel kommuniziert mit seinen Schützlingen. "Das sind sie nicht gewohnt." Die ganz großen Motivationsreden vor solch einem brisanten Derby müssten sich eigentlich erübrigen, meint der neue Coach, der am liebsten selbst mit aufs Eis möchte. "Beide Mannschaften sitzen in der Kacke. Es kommen viele Zuschauer, die Stimmung wird gut sein. Da muss die Mannschaft alles geben. Wer keine Zweikämpfe scheut und mehr gewillt ist, die Schüsse des Gegners zu blocken, der wird als Sieger vom Eis gehen."

Am Sonntag in Rosenheim

Am Sonntag (17 Uhr) gastiert der VER Selb beim heimstärksten Team der Oberliga Süd. Die Starbulls Rosenheim haben zuletzt zehn Heimspiele in Folge gewonnen und insgesamt 51 ihrer 75 Punkte vor eigener Kulisse eingefahren. Der Tabellenvierte, der den Wölfen heute Abend in Lindau etwas Schützenhilfe im Kampf um Playoff-Platz acht leisten könnte, muss am Wochenende auf einige wichtige Spieler verzichten. Für den Ex-Selber Dennis Schütt ist die Saison aufgrund einer Schulterverletzung vorzeitig beendet. Der 28-jährige Verteidiger, der erst im Januar vom Nord-Oberligisten Hannover Scorpions nach Rosenheim gewechselt ist, kam nur zu vier Einsätzen für seinen neuen Club. Ebenfalls verzichten muss Trainer John Sicinski auf Tadas Kumeliauskas, Michael Fröhlich, Enrico Henriquez, Henry Wellhausen (alle verletzt). Fraglich ist der Einsatz von Kevin Slezak (krank). A.P.

 

 

 

Die Ausgangslage:

Nach dem punktlosen Wochenende gegen den SC Riessersee benötigen die Wölfe (8./55 Punkte) auf den siebten oder gar sechsten Tabellenplatz schon ein Fernglas bei acht und zehn Punkten Rückstand auf Peiting und Füssen. Priorität hat jetzt die Absicherung von Platz acht. Leiden müssen auch die Anhänger des EV Weiden (10./53 Punkte). Der hat zuletzt trotz zwei Overtime-Niederlagen (3:4 und 6:7) gegen den EV Lindau zwei Zähler gutgemacht auf die Wölfe, musste aber Lindau (9./54 Punkte) an sich vorbeiziehen lassen. Mit einem Sieg heute Abend in der regulären Spielzeit könnten die Selber Wölfe ihren Kontrahenten aus der Oberpfalz vorerst auf fünf Punkte distanzieren.

 

Die Formkurve

In der seit 10. Januar laufenden Meisterrunde hat der VER Selb 13 von 30 möglichen Punkten eingefahren. Der EV Weiden kam auf zwölf Punkte. Die Wölfe haben nach dem guten Start mit Siegen in Weiden sowie gegen Rosenheim und Peiting in den vergangenen sieben Spielen aber sechs Niederlagen kassiert. Stark waren die Vorstellungen beim 7:3-Triumph in Deggendorf und beim Punktgewinn gegen Spitzenreiter ECDC Memmingen. Gegen den mit jungen DEL-Spielern verstärkten SC Riessersee waren die Hohenberger-Schützlinge zuletzt zwei Mal chancenlos. Der EV Weiden hat zu Beginn der Meisterrunde schmerzvolle Niederlagen (Selb 1:5, Regensburg 2:11) kassiert, sich später aber mit einem Punkt beim SC Riessersee und vor allem den Siegen gegen Deggendorf (4:3) und Rosenheim (5:2) wieder zurückgemeldet im Kampf um Platz acht. Einen Dämpfer erhielten die Blue Devils jüngst mit den beiden Niederlagen gegen Lindau. Vor allem das Defensivverhalten seiner Mannschaft bemängelte Trainer Ken Latta nach dem kuriosen 6:7 nach Verlängerung. Einen 2:4-Rückstand hatten die Weidener in der Schlussphase dank Neuzugang Tomas Knotek binnen 62 Sekunden in eine 5:4-Führung umgewandelt, ehe Lindau 23 Sekunden vor Ende zum Ausgleich und in der Overtime zum Siegtreffer kam.

Die Derby-Bilanz:

Drei Siege haben die Wölfe in dieser Saison bereits gegen Weiden eingefahren. In der Hauptrunde setzten sich die Selber in der Netzsch-Arena mit 3:2 nach Verlängerung und mit 6:2 durch. In Weiden unterlag der VER mit 2:4 und 4:5, ehe am ersten Spieltag der Meisterrunde ein deutliches 5:1 für die Wölfe an der Anzeigetafel stand. Die letzte Heimniederlage der Wölfe gegen die Blue Devils datiert vom 4. Dezember 2018 (5:8). Seitdem gab es vier Heimsiege. Die Gesamtbilanz der 43 Aufeinandertreffen seit dem Wiederaufstieg des EV Weiden im Jahr 2012 spricht klar für Selb mit 32 Siegen und elf Niederlagen. In der Netzsch-Arena setzte sich der VER seitdem in 21 Begegnungen 19 Mal durch.

 

Die Top-Scorer:

Beim VER Selb steht - auch wenn ihn ein Teil der Anhänger mittlerweile etwas kritischer sieht - noch immer Ian McDonald an erster Stelle mit 71 Punkten (21 Tore, 50 Assists). Diese Ausbeute bedeutet für den 34-jährigen Kanadier Rang drei der Topscorer der Oberliga Süd. Auf Platz fünf dieser Wertung liegt mit Tomas Rubes der beste Weidener. Der 27-jährige Tscheche, der kürzlich erst seinen Vertrag bei den Blue Devils verlängert hat, kommt auf 67 Punkte (29 Tore/38 Assists).

 

Die Special Teams:

Im Powerplay liegt der EV Weiden in der Meisterrunde auf Platz eins mit acht Toren in 25 Überzahlsituationen. Das bedeutet einen Wert von 32,0 Prozent. An vorletzter Stelle ist der VER Selb platziert mit nur vier Treffern aus 34 Situationen (11,8 Prozent). Zwei Mal ging der Schuss im Powerplay sogar nach hinten los. "Das muss besser werden", sagt Trainer Herbert Hohenberger, der in dieser Trainingswoche im Powerplay etwas umstellen, die Spieler in diese Entscheidung aber mit einbeziehen wollte. Im Unterzahlspiel sieht es etwas freundlicher aus für die Wölfe. Bei 41 Situationen gab es acht Gegentreffer. In Unterzahl vertraut der Wölfe-Coach auch viel seinen jungen Spielern. "Die machen ihren Job super. Außerdem müssen die Führungsspieler frisch sein. Die sind eh überspielt über die ganze Saison", sagt Hohenberger. Auf dem zehnten und damit letzten Platz der Unterzahl-Statistik liegt Weiden mit zehn Gegentoren bei 33 Situationen.

 

Die Personalsituation

Beim VER Selb fällt Richard Gelke weiter verletzt aus. Sonst sind alle Spieler einsatzbereit. Ob auch die Förderlizenzspieler aus Bayreuth wieder zum Selber Kader stoßen, stand am Donnerstagnachmittag noch nicht fest. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Henry Thom legte sich der neue VER-Trainer in der Torwartfrage schon einen Tag vor dem Spiel fest: "Niklas Deske wird gegen Weiden im Tor stehen. Er ist unsere Nummer eins. Florian Mnich hat seine Sache gegen Riessersee aber gut gemacht und akzeptiert das so", sagt Hohenberger. Beim EV Weiden fehlen heute Philipp Siller (verletzt), Jakub Bitomsky (krank) und Adam Poldrahuk, für den die Saison bereits beendet ist. Ebenfalls nicht im Einsatz für die Blue Devils sind die beiden Förderlizenzspieler Raul Jakob und Stürmer Daniel Schröpfer, die im DNL-Team des EV Landshut benötigt werden. Offen ist, ob der zuletzt schwächelnde Daniel Filimonow oder der junge Jonas Neffin nach seiner Gehirnerschütterung im Weidener Tor steht. Wieder im Kader nach seinen ersten beiden Einsätzen im U 17-Nationalteam steht der erst 16-jährige Verteidiger Adrian Klein.

Autor
Andreas Pöhner

Andreas Pöhner

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 02. 2020
21:38 Uhr

Aktualisiert am:
13. 02. 2020
21:38 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten Ian McDonald Ver Selb e.V.
Selb
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Gute Laune sieht anders aus: Charley Graaskamp wird in den Derbys gegen Weiden als nun überzähliger Kontingentspieler wohl Platz machen müssen für den tschechischen Neuzugang Pavel Pisarik.	Foto: Mario Wiedel

20.12.2019

Der Krisen-Gipfel

In Selb und Weiden brennt schon vor Weihnachten der Baum. An diesem Freitag und am Sonntag treffen die beiden Nachbarrivalen in der Eishockey-Oberliga auch noch direkt aufeinander. » mehr

Über drei Punkte durften sich Pavel Pisarik (links) und Lanny Gare zuletzt gegen Weiden und in Rosenheim freuen. Mindestens dieselbe Ausbeute sollte es an diesem Wochenende werden. Besonders das Heimspiel am Sonntag gegen den EV Lindau ist sehr wichtig im Kampf um einen Playoff-Platz.	Fotos: Mario Wiedel

20.02.2020

Die Kür kommt vor der Pflicht

Der VER Selb gastiert im Kampf um die Playoffs in der Eishockey-Oberliga an diesem Freitag in Peiting. Noch viel wichtiger aber ist das Spiel am Sonntag um 16 Uhr gegen den EV Lindau. » mehr

Noch scheinen die Worte des neuen Trainers Herbert Hohenberger (Zweiter von rechts) nicht bei allen VER-Spielern angekommen zu sein.	Foto: Mario Wiedel

10.02.2020

Das Schneckenrennen um Platz acht

Der VER Selb bangt nach den beiden Niederlagen gegen Riessersee mehr denn je um die Playoff-Teilnahme. Am Freitag wartet ein "Endspiel" gegen den EV Weiden. » mehr

Will Spaß und Leidenschaft zurückbringen bei den Wölfen: Der neue Cheftrainer Herbert Hohenberger (rechts), hier beim ersten "Kennenlern-Training" am vergangenen Samstag mit den gut gelaunten (von links) Lukas Klughardt, Steven Bär, Kenny Turner und Christoph Kabitzky.	Foto: Mario Wiedel

Aktualisiert am 03.02.2020

Hohenberger schielt auf Platz sechs

Die Premiere des neuen Trainers des Eishockey- Oberligisten VER Selb ist gelungen trotz des 2:3 gegen Memmingen. Der 50-Jährige kommt bei Fans und Spielern gut an. » mehr

Die Wölfe-Spieler Christoph Kabitzky und Steven Bär (von rechts) überzeugen nicht nur auf dem Eis, sie sammelten auch beim Fanstammtisch Pluspunkte bei den Selber Anhängern.

16.01.2020

"Es war noch keine Welle-Zeit"

Die Wölfe-Spieler zeigen beim Fanstammtisch Verständnis für den Zorn der Fans, ärgern sich aber über unsachliche Kritik. Der Selber Kapitän erklärt, warum das Team zuletzt nicht mit den Anhängern gefeiert hat. Am Wochene... » mehr

Der Nachfolger von Henry Thom: Am Sonntag im Heimspiel gegen Tabellenführer ECDC Memmingen steht der ehemalige österreichische Nationalspieler Herbert Hohenberger erstmals hinter der Bande des VER Selb.	Foto: Imago

31.01.2020

Einige Baustellen und ein neuer Trainer

Der VER Selb hat eine unruhige Woche hinter sich und zwei schwere Aufgaben vor sich. Am Sonntag steht erstmals ein Österreicher hinter der Bande der Wölfe. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Rawetzer Narrenzug Marktredwitz

Rawetzer Narrenzug | 22.02.2020 Marktredwitz
» 224 Bilder ansehen

Buchwaldfasching in Selb Selb

Buchwaldfasching in Selb | 22.02.2020 Selb
» 45 Bilder ansehen

EC Peiting vs. Selber Wölfe

EC Peiting vs. Selber Wölfe | 21.02.2020 Peiting
» 44 Bilder ansehen

Autor
Andreas Pöhner

Andreas Pöhner

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 02. 2020
21:38 Uhr

Aktualisiert am:
13. 02. 2020
21:38 Uhr



^