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VER Selb

Die Spaßmacher aus Reihe drei

Der VER Selb macht aus der Not eine Tugend: Er vertraut seinen jungen Spielern. Die zahlen das Vertrauen mit Einsatz und Toren zurück. Fans und Trainer sind begeistert.



Haben derzeit richtig Spaß: die jungen Wölfe-Cracks Maximilian Hirschberger (links) und Lukas Klughardt.	Foto: Wiedel
Haben derzeit richtig Spaß: die jungen Wölfe-Cracks Maximilian Hirschberger (links) und Lukas Klughardt. Foto: Wiedel  

Die ersten Klagelieder waren von einigen kritischen Zeitgenossen in den sozialen Medien bereits angestimmt worden, als der VER Selb ohne Punktgewinn aus dem Auftakt-Wochenende gegangen war. Acht Tage und drei Spiele später herrscht wieder eitel Sonnenschein. Die Wölfe-Mannschaft hat vor allem mit den Siegen gegen Riessersee (4:3 nach Penaltyschießen) und in Rosenheim (7:5) die passende Antwort gegeben. Sie hat gezeigt, dass sie lebt, dass sie kämpft und dass sie zusammensteht. Und sie hat am Sonntag beim 6:1 gegen den Höchstadter EC bewiesen, dass sie auch vermeintlich leichtere Aufgaben konzentriert angehen und lösen kann. "Solche Spiele können schnell in die Hosen gehen, wenn man nicht die richtige Mentalität zeigt", sagt Trainer Henry Thom. "Aber die Spieler haben verstanden."

Dank der acht Punkte aus der Englischen Woche haben die Wölfe Platz fünf eingenommen und befinden sich in der sehr engen Tabelle sogar auf Tuchfühlung zum Zweiten. Und dies trotz aller Misslichkeiten, zu der neben dem späten Start der Vorbereitung auch das Verletzungspech gehört. Mit Verteidiger Leon Kremer (Daumenbruch) sowie den Stürmern Carl Zimmermann (Schulteroperation) und Dennis Schiener (Leistenzerrung) muss Thom gleich drei Spieler der dritten Reihe ersetzen.

Der Wölfe-Coach machte aus der Not eine Tugend - und warf seine jungen Spieler ins kalte Wasser. Und die zahlen das Vertrauen zurück. Ob die bereits Oberliga-erprobten Mauriz Silbermann (19), Ben Böhringer (23) und Lukas Klughardt (19), ob Heimkehrer Maximilian Hirschberger (20) oder ob Förderlizenzspieler Tim Zimmermann (19), der am Freitag in Rosenheim mit zwei Treffern aufhorchen ließ: Die fünf Jungs bereiten ihrem Trainer, den Verantwortlichen und den Selber Anhängern großen Spaß mit ihren forschen Auftritten. "Diese Reihe spielt sehr einfach, mit viel Tempo, und lässt alles auf dem Eis. Die machen das wirklich super", lobt der mit öffentlichem Lob sonst recht sparsame Trainer seine jungen Wilden.

Deren vordergründige Aufgabe besteht eigentlich darin, bei ihren Eiszeiten den Spielern der beiden Selber Paradereihen Luft zu verschaffen und defensiv gut zu stehen. "Wir versuchen, hinten unseren Job zu machen. Die Schüsse zu blocken und die Scheiben rauszuhauen. Aber wenn nach vorne was geht, ist es auch gut", sagt Maximilian Hirschberger. Ihn hatte es schon als Zehnjährigen in die Ferne gezogen. Über Chemnitz und Mannheim landete der gebürtige Münchberger beim EC Bad Tölz. Dort spielte er in der Schüler-Bundesliga und zuletzt in der DNL-Mannschaft des Eishockey-Zweitligisten. "Es war am Anfang schon sehr schwierig, von zu Hause und von den Freunden weg zu sein", erinnert sich Hirschberger. "Aber ich wollte im Eishockey weiterkommen."

Jetzt ist der junge Stürmer froh, dass er nach den Lehrjahren in Bad Tölz wieder bei seinem Heimatverein spielt. "Jedes Kind, das hier anfängt Eishockey zu spielen, träumt doch davon, einmal in der ersten Mannschaft und vor diesen Fans zu spielen. Selb mit seinen Anhängern und der Atmosphäre ist grandios. Da gibt es in der Oberliga keine bessere Anlaufstelle", sagt Hirschberger, der sich bei den Wölfen selbst beweisen möchte, zu was er im Herren-Eishockey fähig ist.

Nach ersten guten Vorstellungen im Dienste der Mannschaft hat sich gegen Höchstadt auch das erste persönliche Erfolgserlebnis eingestellt: Einen Sololauf vom eigenen Drittel aus schloss Hirschberger in der 13. Minute zum zwischenzeitlichen 3:0 ab. Der 20-Jährige dachte nach dem Spiel aber weniger an sich selbst. "Natürlich habe ich mich über das Tor gefreut, und es war auch ein gutes Gefühl. Aber wichtiger waren die drei Punkte für das Team."

Logisch, dass nach drei Siegen in Folge und den Lobeshymnen der Gute-Laune-Pegel ganz nach oben ausschwenkt bei Hirschberger. "Es macht schon sehr viel Spaß und läuft ganz gut mit den Jungs zusammen." Der mit seinen 1,70 Metern relativ kleine, aber auf den Schlittschuhen wieselflinke Stürmer bedankt sich auch artig bei allen älteren Mitspielern der "tollen Mannschaft". "Die Erfahrenen helfen mir bei jedem Training und geben Tipps. Die nehme ich gerne an, um Schritt für Schritt ein besserer Eishockeyspieler zu werden."

Groß ist die Vorfreude bei Hirschberger nun bereits auf den kommenden Freitag, wenn der EV Weiden in der Netzsch-Arena gastiert. "Ein Derby ist immer was Tolles. Das bedeutet volles Haus und Riesenstimmung. Hoffentlich gehen wir wieder als Sieger vom Eis." Vielleicht ja wieder mit Toren der Spaßmacher aus Reihe drei.

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
08. 10. 2019
00:00 Uhr

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
08. 10. 2019
00:00 Uhr



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