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Die Wölfe greifen die Spitze an

Heute gegen Füssen, am Sonntag in Deggendorf: Dem VER Selb winkt im Idealfall der Platz an der Sonne in der Eishockey-Oberliga. Aber nicht alle interessiert das.



Gute Stimmung bei den Wölfen nach acht Siegen aus den vergangenen neun Spielen: Dennis Schiener, Kapitän Florian Ondruschka und Richard Gelke (von links) wollen auch heute Abend gegen Füssen jubeln.	Foto: Mario Wiedel
Gute Stimmung bei den Wölfen nach acht Siegen aus den vergangenen neun Spielen: Dennis Schiener, Kapitän Florian Ondruschka und Richard Gelke (von links) wollen auch heute Abend gegen Füssen jubeln. Foto: Mario Wiedel  

Die Erinnerungen an das Auftakt-Wochenende sind noch präsent im Lager der Selber Wölfe. Sie unterlagen etwas überraschend bei Aufsteiger EV Füssen nach 2:0-Führung noch mit 3:4 und waren zwei Tage später beim 1:5 gegen den Deggendorfer SC ziemlich chancenlos. Im Fanlager brach bereits das erste Wehklagen aus - das aber längst wieder verstummt ist. Es schlossen sich trotz einigem Verletzungspech nämlich acht Siege aus den folgenden neun Begegnungen an. Kein anderes Team der Oberliga Süd punktete in diesem Zeitraum so konstant wie die Wölfe. Der Lohn ist seit vergangenem Sonntag Tabellenplatz zwei. Ein Ergebnis harter Arbeit und jeder Menge Selbstbewusstsein. Das sollen nach dem goldenen Oktober jetzt auch die beiden Mannschaften zu spüren bekommen, die den Selbern Ende September den Saisonstart vermiesten. Am heutigen Freitag (20 Uhr) erwarten die Wölfe den EV Füssen, am Sonntag (18.30 Uhr) steigt das Spitzenspiel beim Deggendorfer SC.

Und wer weiß: Vielleicht reisen die Thom-Schützlinge am Sonntag ja sogar als Tabellenführer zum DEL 2-Absteiger. Der galt lange als fast unschlagbar, bekam am vergangenen Wochenende aber auch die raue Oberliga-Luft zu spüren. In Füssen (2:4) und gegen den EV Lindau (3:6) blieben die Deggendorfer erstmals in dieser Saison ohne Punkte. Was nach zwei faustdicken Überraschungen klingt, ist für VER-Trainer Henry Thom nur Ausdruck dessen, was er selbst und seine Oberliga-Trainerkollegen Woche für Woche predigen: "Das ist die neue Realität in der Liga, dass jeder jeden schlagen kann." Stolpergefahr herrscht für die Niederbayern also auch heute Abend bei den scheinbar wiedererstarkten Eisbären Regensburg. Sollte Deggendorf dort tatsächlich ohne Punkt bleiben und der VER Selb heute alle drei Zähler gegen Füssen einfahren, würde es den vor ein paar Tagen noch nicht für möglich gehaltenen Tausch an der Tabellenspitze geben.

Zumindest die derzeit hochzufriedenen Selber Fans würden den Platz an der Sonne für ein paar Stunden oder auch Tage sicher genießen. In der Wölfe-Kabine dagegen ist das kein Thema, versichert Trainer Henry Thom. "Wir haben es für uns so entschieden, dass wir uns nicht um die Tabelle kümmern, sondern wollen so viele Punkte wie möglich holen." Diese Einfachheit habe sich in den vergangenen Wochen auch auf dem Eis gezeigt. "Wir denken einfach von Spiel zu Spiel." Und da sei das heutige gegen Füssen schwer genug.

Die Allgäuer zählen - wie auch der VER Selb - bislang zweifelsohne mit zu den positiven Überraschungen der Oberliga Süd. Mit 18 Punkten nach elf Spielen hätten wohl auch die größten Optimisten im Lager des früheren 16-fachen deutschen Meisters nicht gerechnet. Und es hätte sogar noch der ein oder andere Zähler mehr sein können. Drei Mal - gegen Rosenheim sowie in Riessersee und Peiting - unterlag der Aufsteiger erst im Penaltyschießen.

"Füssen hat sich schnell wieder in der Oberliga etabliert", spricht Thom mit Respekt vor einer Mannschaft, die nach vier Jahren Abstinenz im Sommer selbst noch nicht recht wusste, was auf sie zukommt in der dritten Liga. "Wir wollen mit vier ausgeglichenen Reihen über 60 Minuten unser Tempo auf das Eis bringen", hatte Trainer Andreas Bechererer vor Saisonbeginn angekündigt. Seine Spieler setzen das eindrucksvoll in die Tat um - sehr zur Freude auch ihrer langsam wieder größer werdenden Fanschar. "In dieser Mannschaft arbeitet, kämpft und kratzt jeder für jeden", schreibt ein Füssener Anhänger in den sozialen Medien.

In Sachen Leidenschaft ihren heutigen Gästen in nichts nachstehen freilich die Wölfe. Es steht eine Mannschaft auf dem Eis, die binnen weniger Wochen zu einer homogenen Truppe zusammengewachsen ist und sich über Charakter und Mentalität definiert. Vor allem passt auch die Mischung zwischen jungen Wilden und erfahrenen Leitwölfen. Dem Trainer ist deshalb auch vor der Aufgabe am Sonntag in Deggendorf nicht bange. "Dass das eine Topmannschaft ist, wissen wir. Aber wenn wir unser bestes Spiel abliefern, können wir gegen jeden gewinnen. Wir müssen einfach unsere Arbeit machen."

Mithelfen, die Fans weiter in Feierlaune zu halten, kann bereits gegen Füssen auch wieder Dominik Kolb. Der 23-Jährige ist in dieser Woche überraschend von den Tölzer Löwen zu den Wölfen zurückgekehrt (wir berichteten) und trotz zuletzt wenig Spielpraxis natürlich sofort gesetzt in der Verteidigung. "Er läuft noch genauso gut Schlittschuhe und wird schnell wieder reinkommen", sagt Thom. Er muss neben Dominik Müller (Gehirnerschütterung) und Carl Zimmermann (Saisonende nach Schulterverletzung) heute auch auf die Bayreuther Förderlizenzspieler Noah Nijenhuis und Tim Zimmermann verzichten, die am Donnerstagabend mit den Tigers in Freiburg waren. Ein Fragezeichen stand bis gestern hinter dem Einsatz von Christoph Kabitzky. Er nahm nach einer Hüftprellung zumindest das Training schon wieder auf.

Autor
Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
31. 10. 2019
19:54 Uhr

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Andreas Pöhner

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31. 10. 2019
19:54 Uhr



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