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VER Selb

Die Wölfe stürmen den Pferdeturm

Der VER Selb startet mit einem 7:5-Sieg bei den Hannover Indians in die Playoffs der Eishockey- Oberliga. Die gut 400 mitgereisten Fans feiern eine Riesenparty.



Jubel vor dem Selber Fanblock: Ian McDonald, Erik Gollenbeck und Dennis Schiener (von links).	Fotos: Mario Wiedel
Jubel vor dem Selber Fanblock: Ian McDonald, Erik Gollenbeck und Dennis Schiener (von links). Fotos: Mario Wiedel   » zu den Bildern

VER Selb: Deske (Bätge) - Ondruschka, Nijenhuis, Kolb, Fink, Böhringer, Kremer, Silbermann - McDonald, Gollenbeck, Gare, Geigenmüller, Graaskamp, Hördler, Lüsch, Zimmermann, Schiener. Moosberger.

Schiedsrichter: Gavrilas (Timmendorf). - Zuschauer: 4324. - Tore: 6. Min. Hördler (Geigenmüller, Graaskamp) 0:1, 9. Min. Gare (Schiener, McDonald; 5-4) 0:2, 13. Min. Schiener (McDonald) 0:3, 17. Min. Hein 1:3, 30. Min. Pohanka (5-4) 2:3, 32. Min. Bacek (4-4) 3:3, 33. Min. Gollenbeck (Fink; 4-4) 3:4, 35. Min. Norris 4:4, 55. Min. Pfennings (4-5) 5:4, 55. Min. Geigenmüller (Lüsch; 5-4) 5:5, 57. Min. Graaskamp (Hördler) 5:6, 60. Min. Gare (eng) 5:7. - Strafminuten: Hannover 10, Selb 10.

Die erste Überraschung in der Playoff-Serie zwischen den Hannover Indians und den Selber Wölfen ist perfekt. Mit 7:5 setzte sich der VER nach einer famosen Vorstellung und einem verrückten Spiel am Freitagabend vor einer imposanten Kulisse in Niedersachsen durch. Den zweiten Schritt in Richtung Viertelfinale können und wollen die Wölfe am Sonntag (18 Uhr) in der Netzsch-Arena machen. VER-Vorsitzender Jürgen Golly kam nach der Schlusssirene im Gespräch mit der Frankenpost aus dem Schwärmen nicht mehr heraus: "Das war heute Eishockey vom Allerfeinsten, das beide Mannschaften geboten haben. Besser geht es in dieser Liga nicht. Ich ziehe vor allem vor unserem Team alle Hüte, die ich habe. Denn nach einem Gegentor bei eigener Überzahl und bei dieser Kulisse zurückzukommen, zeugt von einer tollen Moral."

Es war im Vorfeld nicht zu viel versprochen worden. Fast 4400 Zuschauer verwandelten am Freitagabend das gefürchtete Eisstadion am Pferdeturm schon vor dem ersten Bully in einen Hexenkessel. Die von außen eher unscheinbare und schon in die Jahre gekommene Halle im Hannoverschen Ortsteil Kleefeld vibrierte, Trommeln donnerten, dazu ein Lichtermeer aus Wunderkerzen: Da werden selbst bei hartgesonnenen Eishockey-Cracks die Knie kurz weich. Das hat Tradition am Pferdeturm, wo zudem ein großer Marterpfahl auf dem Eis die Wölfe-Seelen einschüchtern sollte. Zur Partystimmung trugen aber auch gut 400 lautstarke Selber Anhänger bei, von denen ein Großteil die Reise nach Niedersachsen mit alten Trainingsanzügen und Perücken verkleidet unter dem Motto "New Kids/90er" angetreten hatte.

15.03.2019 - Hannover Indians - Selber Wölfe 5:7 - Foto: Mario Wiedel

Hannover Indians - Selber Wölfe 5:7
Hannover Indians - Selber Wölfe 5:7
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Hannover Indians - Selber Wölfe 5:7
Hannover Indians - Selber Wölfe 5:7

VER-Trainer Henry Thom wusste um die Gefahr, von den von der Stimmung euphorisierten Indians überrollt zu werden. "Wir müssen das erste Drittel überleben", sagte Thom unter der Woche. Und was machten die Selber? Sie zerlegten die Indians förmlich. Es war ein Wölfe-Überfall in Hannover. Die hervorragend eingestellten Gäste nahmen den Indians vom ersten Bully weg den Wind aus den Segeln und ergriffen selbst die Initiative. Den ersten Lohn für ihren klasse Auftritt ernteten die Wölfe nach sechs Minuten. Hördler scheiterte zunächst zwei Mal an Torwart Beech, traf im dritten Versuch aber direkt vor dem bunten Selber Fanblock zur Führung. Der VER ließ sich auch von den folgenden wütenden Angriffen der Hausherren, die nun immer wieder auch einige Nickligkeiten einstreuten, nicht beeindrucken. Im Gegenteil: Selb blieb ganz cool - und erhöhte nach neun Minuten im Powerplay durch Gare auf 2:0. Am Pferdeturm waren jetzt nur noch Selber Schlachtgesänge zu hören. Erst recht, als Schiener noch den dritten Treffer nachlegte. Erst der Anschlusstreffer der Niedersachsen nach 17 Minuten erweckte die baffen Indians-Fans wieder aus ihrer Lethargie.

Im zweiten Drittel drückten die Hausherren aufs Tempo, schnürten die Wölfe in deren eigenen Drittel ein. VER-Keeper Deske hatte nun Schwerstarbeit zu leisten. Bis zur 30. Minute hielten die Thom-Schützlinge dem Ansturm stand, ehe eine Strafzeit gegen Graaskamp schon nach drei Sekunden durch Pohankas Schuss von der blauen Linie mit dem zweiten Gegentreffer bestraft wurde. Jetzt herrschte auch bei den Indians-Fans wieder Playoff-Stimmung. Doch die Wölfe behielten kühlen Kopf, kamen nur eine Minute später wieder zur Führung. Gollenbeck fälschte einen Fink-Schuss ab, und der Puck erwischte Torwart Beech auf dem falschen Fuß. Doch auch Hannover antwortete prompt wieder mit dem 4:4-Ausgleich. Jetzt war richtig Feuer unter dem Hallendach - und Selb mächtig unter Druck. Mit etwas Glück und Geschick retteten sich die Wölfe in die zweite Pause.

Im Schlussabschnitt entwickelte sich ein offener Schlagabtausch - zunächst mit etwas besseren Möglichkeiten für den VER. Ab der 50. Minute gaben die Indians aber noch einmal richtig Gas. Drei Mal kurz hintereinander musste Deske sein ganzes Können aufbieten, um einen Selber Rückstand zu verhindern. In der 55. Minute war aber auch der VER-Keeper machtlos. Und das auch noch im Selber Powerplay. Doch die Wölfe schüttelten sich nur kurz, um 18 Sekunden später - noch in Überzahl - durch Geigenmüller gleich wieder auszugleichen. Es war irres Spiel, das die begeisterten Zuschauer regelrecht in ihren Bann zog. Und das die Wölfe-Anhänger nach 57 Minuten völlig in Ekstase versetzte, als Graaskamp die Scheibe zur 6:5-Führung in den Winkel setzte. Für die endgültige Entscheidung sorgte Gare 58 Sekunden vor der Schlusssirene mit einem Schuss ins verwaiste Tor. Die Selber Anhänger waren nun komplett aus dem Häuschen. "Komm hol’ das Lasso raus, wie spielen Cowboy und Indianer", skandierte der VER-Fanblock. Die meisten Indians-Anhänger hatten die Halle da schon verlassen. Aber eine stattliche Anzahl an Fans aus Hannover hat sich für Sonntag in Selb angekündigt.

Andreas Pöhner

Hannover Indians -

VER Selb

 

5:7

 

 

 

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Veröffentlicht am:
15. 03. 2019
23:06 Uhr

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Andreas Pöhner

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15. 03. 2019
23:06 Uhr



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