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VER Selb

Drei Punkte, sonst nichts

Der Eishockey-Oberligist VER Selb empfängt am Freitagabend den EV Weiden. Mit den Oberpfälzern gibt es noch einige Hühnchen zu rupfen. Am Sonntag geht es nach Regensburg.



Die Stimmung ist gut und das Selbstvertrauen groß im Lager der Selber Wölfe vor dem heutigen Heimspiel der Oberliga-Meisterrunde gegen den EV Weiden: Mächtig auf der Hut müssen die VER-Verteidiger Ben Böhringer (links) und Dominik Kolb gegen die konterstarken Gäste aus der Oberpfalz dennoch sein.	Foto: Mario Wiedel
Die Stimmung ist gut und das Selbstvertrauen groß im Lager der Selber Wölfe vor dem heutigen Heimspiel der Oberliga-Meisterrunde gegen den EV Weiden: Mächtig auf der Hut müssen die VER-Verteidiger Ben Böhringer (links) und Dominik Kolb gegen die konterstarken Gäste aus der Oberpfalz dennoch sein. Foto: Mario Wiedel  

Die Spieler des VER Selb wissen an diesem Freitag (20 Uhr) in der Netzsch-Arena um ihre Aufgabe: Es soll schlicht und einfach der erste Drei-Punkte-Sieg der laufenden Saison gegen den EV Weiden her. Vier Aufeinandertreffen mit dem Nachbarn aus der Oberpfalz gab es in der Hauptrunde bereits, nur einmal konnten die Wölfe das Eis als Sieger verlassen. Am Dreikönigstag benötigten sie aber eine Verlängerung, um sich wenigstens zwei Punkte zu sichern. Zuvor hatten die Blue Devils drei Mal die Oberhand behalten. 2:4 und 1:2 hieß es aus Sicht der Selber bei den Begegnungen in Weiden. Gar mit 5:8 unterlagen die Wölfe am 4. Dezember im heimischen Stadion. "Da haben wir zu wild und zu offen gespielt", erinnert sich VER-Trainer Henry Thom nur ungern zurück. "Die anderen Spiele haben wir eigentlich gut kontrolliert." Aber die Chancen eben nicht verwertet.

Die Lage in der Oberliga Nord

In der Eishockey-Oberliga Nord stehen bis zum Beginn der Playoffs, die am 15. März starten, noch zwölf Spieltage auf dem Programm, ehe feststeht, wer direkt in die Playoffs einzieht. Im Gegensatz zum Süden ziehen nur die Mannschaft auf den Plätzen eins bis sechs direkt in die Playoffs ein, die Siebt- bis Zehntplatzierten müssen sich über Pre-Playoffs qualifizieren. An der Tabellenspitze thront aktuell der Serienmeister aus den Niederlanden, die Tilburg Trappers, mit 88 Punkten vor den Hannover Scorpions (80). Die wiederum haben sieben Zähler Vorsprung auf die Hannover Indians, die Stand heute der Playoff-Gegner der Selber Wölfe im Achtelfinale wären. Auf Rang vier finden sich die Moskitos Essen (66) punktgleich mit den Saale Bulls Halle ein. Der Tabellenvierte aus dem Norden wäre der Selber Playoff-Gegner, wenn es der VER noch auf Rang fünf schafft. Ebenfalls noch Hoffnungen auf Platz vier im Norden und damit Heimrecht in den Playoffs macht sich der Herner EV. Die Truppe um den Ex-Selber Dennis Thielsch hat nur einen Punkt weniger als Essen und Halle auf dem Konto. Die Plätze sieben bis zehn belegen Crocodiles Hamburg (61), Rostock Piranhas (56), Icefighters Leipzig (55) und Füchse Duisburg (54). Bereits abgeschlagen sind Erfurt (34), die Harzer Falken (15) und der ECC Preußen Berlin. Der Club des Ex-Selbers Kyle Piwowarczyk hat erst sieben Punkte auf seinem Konto. Nicht an den Playoffs teilnehmen dürfen die Crocodiles Hamburg wegen eines Planinsolvenzverfahrens. Damit würde auch für Platz elf die Teilnahme an den Pre-Playoffs winken.

 

Auch Thom weiß, dass die Selber Anhänger an diesem Freitag nach einem richtigen Erfolgserlebnis gegen den alten Rivalen aus der Oberpfalz lechzen. Die Fans selbst sollen von den Rängen möglichst jede Menge Energie ins Spiel bringen, was sich dann automatisch auf die Wölfe-Spieler übertragen soll. Die in der Meisterrunde noch ungeschlagenen Hausherren können jedenfalls mit einem guten Gefühl und viel Selbstvertrauen in die Partie gehen nach zuletzt 13 Siegen aus 16 Spielen. In der Netzsch-Arena war der VER neun Mal in Serie erfolgreich, benötigte dafür aber drei Mal die Verlängerung und drei Mal das Penaltyschießen. Was nicht nur den Fans, sondern auch dem Trainer Nerven gekostet und so manches graue Haar mehr eingebracht hat.

 

Um die negative Bilanz aufzupolieren gegen den EV Weiden, wird Thom seiner Mannschaft sicher noch einmal die letzten Spiele gegen die Blue Devils vor Augen führen. "Die Gefahr gegen die Weidener ist: Sie wollen dich in Fehler reinzwingen. Da müssen wir die richtigen Entscheidungen treffen", sagt Thom, der vor den Kontern warnt. "Wir spielen zwar meist in deren Drittel, aber sobald sie die Scheibe bekommen, versuchen sie eine Überzahl zu kreieren. Und im Verwerten von Möglichkeiten ist Weiden sehr gut." Zu den Blue Devils-Stürmern, von denen besonders viel Gefahr ausstrahlt, zählt Thom neben dem Tschechen Tomas Rubes, Matt Abercrombie, Martin Heinisch und Marcel Waldowsky auch den Ex-Selber Herbert Geisberger. "Ihm dürfen wir keine Chance geben."

Der Wölfe-Coach will sich auch nicht von den personellen Problemen blenden lassen, die Weiden in den vergangenen Wochen gehabt hat. Jüngst musste Trainer Ken Latta sogar den erst 16-jährigen Elias Maschke in einer Reihe mit Tomas Rubes und Martin Heinisch spielen lassen. Dennoch gelang ein 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen Rosenheim. Was Henry Thom gar nicht so sehr verwundert hat. "Weiden tut sich immer einfacher gegen Mannschaften, die spielen wollen. Und zu diesen Teams zähle ich uns auch." Es ist also wieder höchste Vorsicht geboten. Dennoch soll natürlich der gute Lauf fortgesetzt werden im Kampf um - wenigstens - Platz fünf. "Es geht jedenfalls in die richtige Richtung", freut sich der VER-Coach - der im Moment aber gar nicht viel weiter nach oben schielen möchte. "Wenn wir mal auf drei Punkte am vierten Platz dran wären, können wir darüber reden. Jetzt ist erst einmal schön, dass die Euphorie wieder zurück ist." Was sich am Freitag auch in der Zuschauerzahl bemerkbar machen sollte. "Wir wünschen uns die Fans zurück", hat der seit Wochen blendend aufgelegte Lanny Gare schon am Dienstag im Gespräch mit der Frankenpost geäußert.

Verzichten muss der VER weiter auf Lukas Klughardt, Noah Nijenhuis (beide verletzt) und Förderlizenspieler Gustav Veisert, der wohl wieder in Bayreuth zum Einsatz kommt. Wieder richtig fit sind Andreas Geigenmüller und Mauriz Silbermann. So hätte der Trainer in Abwehr und Angriff die Qual der Wahl - wenn nicht zwei Spieler leichte Stürze im Training hinter sich hätten. Namen wollte Thom nicht nennen. "Aber bei beiden müsste es am Freitag wieder gehen." Beim EV Weiden kehren Simon Hintermeier, Philipp Siller und Valentin Bäumler in den Kader zurück. Weiterhin verletzt fehlen Maximilian Deichstetter, Marco Pronath, Lukas Zellner und Daniel Willaschek. Unter der Woche haben die Blue Devils noch den gebürtigen Selber Niko Stark (23), der beim Regionalligisten EHV Schönheide unter Vertrag steht, als dritten Torwart mit einer Förderlizenz ausgestattet.

Die derzeit wohl schwerstmögliche Prüfung hat der VER Selb am Sonntag (18 Uhr) bei den Eisbären Regensburg vor sich. Der Tabellenführer lebt von vier Reihen, die mit Forechecking und hohem Tempo agieren. "Die machen das heuer wirklich gut", lobt Thom. Allerdings sind auch die Eisbären nicht unschlagbar. Beim letzten Gastspiel in der Donauarena am 4. Januar hatte Thom in den ersten beiden Dritteln sogar mehr Chancen für sein Team als für die Regensburger gesehen. Am Ende hatten die Wölfe aber nicht nur das Spiel mit 1:4 verloren, sondern auch Klughardt (Gehirnerschütterung) und Nijenhuis (Schulter) durch Verletzungen. "Bei Noah war es keine Absicht. Das passiert. Bei Lukas war es aber eine sehr unsaubere Aktion", ärgert sich Thom noch heute über den nur mit zwei Minuten bestraften Check gegen den Kopf des jungen Selber Stürmers.

Der Fanclub Fichtelgebirge setzt zum Heimspiel gegen Weiden einen Bus ein. Die Abfahrtszeiten: 18 Uhr Weißenstadt, 18.15 Uhr Sparneck, 18.20 Uhr Weißdorf, 18.30 Uhr Kirchenlamitz, 18.35 Uhr Niederlamitz, 18.40 Uhr Großwendern. Es stehen noch Plätze zur Verfügung.

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
31. 01. 2019
21:00 Uhr

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
31. 01. 2019
21:00 Uhr



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