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VER Selb

Ein Appetitanreger

Nach der Hauptversammlung herrscht wieder Zuversicht bei den Anhängern der Wölfe. Das Vorstands-Trio macht weiter, die Verbindlichkeiten sind fast halbiert. Nur der Coronavirus stört noch die Planungen.



Will sich künftig verstärkt auch dem Thema Nachwuchs bei den Wölfen widmen: Moritz Netzsch, Mitglied im Beirat des VER Selb und Gesellschafter in der Wolfsbau GmbH.
Will sich künftig verstärkt auch dem Thema Nachwuchs bei den Wölfen widmen: Moritz Netzsch, Mitglied im Beirat des VER Selb und Gesellschafter in der Wolfsbau GmbH.  

Selb - Der Donnerstagabend dürfte den Mitgliedern des VER Selb den ohnehin riesigen Appetit auf Eishockey noch einmal vergrößert haben. In der Stadiongaststätte der Netzsch-Arena verkündeten die Wölfe-Vorsitzenden Jürgen Golly, Thomas Manzei und Dr. Andreas Golbs bei der Jahreshauptversammlung zunächst erstaunliche Bilanzzahlen. Nach mehreren finanziell mageren Jahren und tiefroten Zahlen erwirtschaftete der Verein in den vergangenen beiden Geschäftsjahren erstmals wieder Gewinne. Stolze 318 792 Euro waren es in der Saison 2018/19. Die wohl beste Bilanz aller Zeiten. Und selbst die wegen der Coronakrise wenige Tage vor den Playoffs beendete Serie 2019/20 brachte noch ein Plus von 25 045 Euro in die Vereinskasse.

"So stellen wir uns das vor", strahlte Golbs mit Blick auf die Zahlen, fügte aber an, dass sich der VER noch immer in der Stabilisierungsphase befindet. Die langfristigen Verbindlichkeiten seien aber schon einmal von 780 000 Euro auf aktuell 425 000 halbiert worden. Und Golly zeigte sich nach der Versammlung im Gespräch mit der Frankenpost zuversichtlich, diese Verbindlichkeiten in den kommenden zwei bis drei Jahren komplett abbauen zu können. "Wenn alles normal läuft. . ."

Das Vorstands-Trio stellte sich anschließend erneut gemeinsam zur Kandidatur und wurde - wenig überraschend einstimmig - für zwei weitere Jahre gewählt. "Wir müssen in diesen schwierigen und ungewissen Zeiten zusammenhalten", sagte Manzei, der eigentlich damit geliebäugelt hatte, sich nach zehn Jahren aus dem Vorstand zurückzuziehen. "Ich bin aber auch noch einmal angetreten, weil meine Frau das unbedingt wollte", erklärte der zweite Vorsitzende mit einem dicken Grinsen im Gesicht. Nicht nur die Mitglieder freuen sich über das weitere Engagement Manzeis, auch Vorsitzender Jürgen Golly atmete nach den letzten Gesprächen tief durch. "Ich bin sehr froh, dass Jürgen weitermacht. Wir haben ein sehr gutes, freundschaftliches Verhältnis und ticken auch gleich. Da kann sich einer auf den anderen verlassen", sagte Golly.

Unterstützung bei ihrer zeitintensiven Arbeit für den VER Selb erhält das Vorstands-Trio durch geballte Kompetenz im Vereinsbeirat, der wie gehabt aus Moritz Netzsch, Klaus Möhwald und Jürgen Manzei besteht. Netzsch kündigte bei der Hauptversammlung an, sich künftig verstärkt auch den Wölfe-Juniors zu widmen. "Der VER hat im Nachwuchs eine tolle Basis geschaffen. Die gilt es zu stärken und weiterzuentwickeln", erklärte der Geschäftsführer und Gesellschafter der Netzsch Firmengruppe.

Erfreulich hat sich auch die Mitgliederzahl entwickelt: Die stieg von 698 im Jahr 2019 auf aktuell 741 an. Die Wölfe könnten also eigentlich frohen Mutes in den neuen Eishockey-Winter starten - schließlich steht längst auch die Mannschaft, die nach einem erneuten Umbruch zumindest von den Namen eine erfolgreiche Saison verspricht. Allerdings ist da noch dieser leidige Coronavirus, der viele Fragen aufwirft und offen lässt. "Unübersichtlich, chaotisch, brutal", beschreibt Dr. Andreas Golbs die Lage, in der sich alle Vereine befinden würden. "Wir wissen nicht, wann wir anfangen, ob mit Zuschauern und wenn ja, mit wie vielen Zuschauern", umschreibt Jürgen Golly die Problematik. Nach aktuellem Stand wären bei Spielen jedenfalls keine Gästefans erlaubt - und auch kein Alkohol im Stadion. Ein Ticketverkauf fände bei einem Okay der Regierung zunächst nur online statt, wobei bisherige Dauerkartenbesitzer in der Priorität weit oben stehen würden. Zumindest ein bisschen Zuversicht versuchte Golbs zu verbreiten: "Wir haben ein Hygienekonzept und wären in der Lage, auch auf wechselnde Rahmenbedingungen einen Spielbetrieb zu organisieren. Wenn die Politik sagt, es kann gespielt werden, ist Selb bereit. Von der Zahl der Fans testen wir alles aus, was geht."

Im Gegensatz zu anderen Vereinen - wie etwa den Eisbären Regensburg, die ihre Spieler bereits in Kurzarbeit geschickt haben - laufen die Spielerverträge beim VER Selb erst ab 15. September. "Unsere Verträge beinhalten auch Corona-Regeln", sagt Jürgen Golly. Spieler, die vor Corona bereits Verträge unterzeichnet haben, hätten dies nachträglich akzeptiert. Sollte der noch immer angedachte Saisonstart am 16. Oktober nicht möglich sein, müsste allerdings auch der VER seine Profis in Kurzarbeit schicken.

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
04. 09. 2020
22:22 Uhr

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
04. 09. 2020
22:22 Uhr



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