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VER Selb

"Es ist nicht mehr so familiär wie früher"

Manuel Kümpel hat den VER Selb von der ersten Stunde an begleitet. Der Torwart ist für 600 Spiele ausgezeichnet worden. Er blickt zurück auf schöne und bittere Momente.



Manuel Kümpel steht bei den Fans auch als Nummer zwei im Wölfe-Tor hoch im Kurs.	Foto: Mario Wiedel
Manuel Kümpel steht bei den Fans auch als Nummer zwei im Wölfe-Tor hoch im Kurs. Foto: Mario Wiedel  

Können Sie sich noch an Ihren ersten Einsatz für den VER Selb erinnern, Herr Kümpel?

Zur Person

Manuel Kümpel kam im Jahr 2002 zum damaligen ERC Selb und wurde einmal in der Oberliga eingesetzt. Nach der Pleite des ERC blieb der am 27. Dezember 1985 in Tirschenreuth geborene Kümpel den Wölfen treu und war 2004 beim Neubeginn des VER viele Jahre eine tragende Säule zwischen den Pfosten. Mit Kümpel als Nummer eins gelangen den Wölfen die Aufstiege in die Landesliga, Bayernliga und Oberliga. Der 33-Jährige arbeitet als Technischer Zeichner (Konstruktion von Mühlen und Mischern) bei der Firma Netzsch in Selb.

 

Zumindest sporadisch. Es war in der Bezirksligasaison 2004/05 gegen den EV Weiden 1b. Ich glaube, wir haben mit 7:3 gewonnen.

 

 

Waren bei Ihren 600 Spielen, bei denen Sie entweder im Tor standen oder auf der Bank saßen, einige spezielle, die Sie auf Anhieb in Erinnerung haben?

Da gab es schon ein paar, klar. Eingeprägt hat sich ein Spiel in der Landesliga in Nürnberg. Da waren fast 1500 Selber Fans dabei. Es war eine tolle Kulisse. Wie auch in der Aufstiegsrunde zur DEL 2 in Frankfurt. Ich denke aber auch zurück an Bad Reichenhall. Wir waren im Jahr 2006 die Letzten, die dort gespielt haben, dann ist die Eishalle eingestürzt.

 

Was gab es für besonders bittere Momente in nun über 15 Jahren beim VER?

Wir haben zwei Mal den Aufstieg aus eigener Kraft verpasst. Von der Landesliga in die Bayernliga und von der Bayernliga in die Oberliga. Es hat dann jeweils erst am grünen Tisch geklappt. Bitter waren auch einige Verletzungen. Wie 2012 gegen Regensburg. Da durfte ich mal wieder spielen und habe mir die Adduktoren gerissen.

 

Sie sprechen es selbst an: Sie sind seit einigen Jahren als Nummer zwei eher Teilzeitkraft beim VER. Wie sehr können Sie sich da noch motivieren für jedes Training?

Wenn tagsüber Stress ist in der Arbeit, ist es manchmal nicht so einfach. Aber ich habe noch immer Spaß und mache es gerne. Es ist doch schön, die Spieler leiden zu lassen, wenn die im Training oder im Spiel kein Tor reinbringen (lacht).

 

Still, klaglos, zuverlässig: Sie sind scheinbar die perfekte Nummer zwei.

Kein Einwand. Das würde ich so unterschreiben. Wenn ich gebraucht werde, versuche ich mein Bestes zu geben.

 

Sie haben sich mit Ihrem Status also mittlerweile abgefunden?

In den ersten Jahren war es schon etwas traurig. Ich habe nie eine richtige Chance bekommen. Okay, die Halbprofis und Profis in der Oberliga trainieren auch am Vormittag, das lässt sich bei mir mit der Arbeit schlecht einrichten. Also habe ich mich damit abgefunden, dass die Nummer eins immer ein Profi ist. Aber ich freue mich über jedes Spiel, das ich machen darf.

 

Haben Sie in den vielen Jahren nie an einen Vereinswechsel gedacht?

Naja, einmal, als ich den ersten Profi-Torwart vor die Nase gesetzt bekommen habe. Das war 2012 Marko Suvelo. Aber ich wollte meine Arbeit in Selb nicht aufgeben. Die steht mittlerweile an erster Stelle.

 

Sie sind sei der Gründung des neuen VER Selb im Jahr 2004 dabei. Wie hat sich der Verein in dieser Zeit verändert?

Er ist immer professioneller geworden. Und er ist vielleicht nicht mehr so familiär wie früher. In der Anfangszeit waren halt noch viele Spieler aus dem Selber Nachwuchs dabei. Da hatten wir viel Spaß.

 

Es war früher also schöner?

Das kann ich nur mit Ja beantworten. Wir waren viele Freunde in der Mannschaft. Und ich habe noch regelmäßig gespielt. Jetzt bin ich ja nicht mehr so oft auf dem Eis. Aber wie schon erwähnt: Ich würde nicht mehr spielen, wenn es mir keinen Spaß mehr machen würde.

 

An welche besonderen Kumpels aus Ihren Anfangszeiten in Selb erinnern Sie sich spontan und besonders gerne?

Da waren zum Beispiel Alexander Fischer, Sebastian Schade, Sebastian Setzer oder Florian Lüdtke. Da sind jahrelange Freundschaften entstanden. Oder an die Bayreuther Fraktion um Marc Thumm und Horst Bärnreuther. Oder Martin Lamich. Das sind solche Typen, die man immer wieder im Kopf hat.

 

Und wen von der jetzigen Generation?

Natürlich haben sich da in den vergangenen Jahren Spieler wie Kyle Piwowarczyk und Jared Mudryk eingeprägt. Oder Herbert Geisberger und Niki Meier. Die hatten immer gute Laune in der Kabine.

 

Sie haben bei Ihren Einsätzen dem VER Selb schon viele Spiele gewonnen, sich aber auch immer wieder mal kleine Patzer geleistet. Die Fans waren Ihnen aber nie richtig böse. Pflegen Sie ein besonderes Verhältnis zu den VER-Anhängern?

Mittlerweile kenne ich ja fast jeden unserer Fans vom Sehen. Mit der Hälfte von ihnen habe ich wohl auch schon einmal geredet. Ich stehe da auch zu meinen Fehlern und spreche sehr offen und ehrlich mit den Anhängern. Ich sehe mich als freundlichen Menschen und will mich mit jedem gut verstehen. Da hat sich eben ein gutes Verhältnis aufgebaut. Aber es gab auch schon einige Diskussionen über mich in der Bayernligazeit.

 

Was gefällt Ihnen so sehr an Selb und der Region, dass Sie als gebürtiger Tirschenreuther von hier nicht mehr wegwollen?

Das Wiesenfest (lacht). Im Ernst: Selb ist eine schöne, ruhige Stadt. Da hat man keinen großen Stress. Und man kann hier auf die Leute zählen und auch mal auf Hilfe hoffen. Außer Discos für junge Leute hat die Stadt eigentlich alles, was man braucht.

 

Dennis Schiener wurde kürzlich als neuer Rekordspieler für den VER Selb mit nun mehr als 450 Spielen ausgezeichnet. Sie aber haben 600 Spiele auf dem Buckel. Was lief da falsch?

Ja, eigentlich wäre ich ja der Rekordspieler. Aber die Spiele, bei denen ich nur auf das Bank saß, werden nicht gezählt. Ich bin da nicht böse darüber und das ist für mich nur nebensächlich. Dennis hat auf dem Eis mehr geleistet als ich.

 

Wie lange wollen Sie noch Dienst leisten für den VER Selb?

Ob ich ein weiteres Jahr dranhänge, entscheide ich immer erst ein, zwei Monate nach der Saison. Wenn irgendwann der Punkt kommt, an dem ich das Eishockey nicht mehr vermisse, ist Schluss. Es kommt auch noch darauf an, ob der Verein noch mit mir plant. Timo Baetge drängt mit seiner Leistung ja immer mehr in die erste Mannschaft.

Das Gespräch führte Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
26. 02. 2019
00:00 Uhr

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26. 02. 2019
00:00 Uhr



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