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VER Selb

Happy End nach Dramatik pur

Der Eishockey-Oberligist VER Selb sieht gegen den EV Weiden schon wie der Verlierer aus. Vier Sekunden vor dem Ende ziehen die Hausherren den Kopf noch aus der Schlinge.



Selber Jubel nach dem 3:2-Siegtreffer: (von links) Marius Schmidt, Torschütze Christoph Kabitzky und Richard Gelke.	Foto: Mario Wiedel
Selber Jubel nach dem 3:2-Siegtreffer: (von links) Marius Schmidt, Torschütze Christoph Kabitzky und Richard Gelke. Foto: Mario Wiedel  

VER Selb: Deske (Kümpel) - Ondruschka, Müller, Bär, Nijenhuis, Böhringer, Silbermann, Wenisch - Gare, Schmidt, McDonald, Graaskamp, Gelke, Kabitzky, Klughardt, Hirschberger, Schiener, T. Zimmermann.

EV Weiden: Filimonow, Neffin - Herbst, Schusser, Schreyer, Noe, Poldruhak, Klein, Bäumler - Siller, Rubes, Heinisch, Geisberger, Clayton, Habermann, Piehler, Kirchberger, Pronath, Wolf, Maschke.

Schiedsrichter: Vogl (München). - Zuschauer: 2613. - Tore: 9. Min. Habermann (Geisberger, Clayton) 0:1, 21. Min. Rubes (Heinisch, Siller) 0:2, 43. Min. McDonald (Ondruschka, Nijenhuis) 1:2, 60. Min. Ondruschka (McDonald, Gelke) 2:2, 64. Min. Kabitzky (Bär, Deske) 3:2. - Strafminuten: Selb 8, Weiden 8.

Selb, wie es siegt, singt und feiert: Über 2600 Zuschauer jubelten - sofern sie mit den Hausherren sympathisierten - am Freitagabend über einen eigentlich nicht mehr für möglich gehaltenen Derbysieg gegen den EV Weiden. Es war Dramatik pur, was sich in der Schlussphase dieser außerordentlich fairen Begegnung abspielte. Die Wölfe, die zwei Drittel keine Mittel gegen die Blue Devils gefunden hatten und verdient in Rückstand lagen, dann aber 20 Minuten lang vehement anrannten, kamen vier Sekunden vor der Schlusssirene doch noch zum Ausgleich - und in der Verlängerung zum Siegtreffer. Die Halle bebte, viele Besucher waren vermutlich einem Herzkasper nahe. "Mein Ruhepuls liegt bei 140", sagte ein grinsender Thomas Manzei, zweiter Vorsitzender der Wölfe beim Gang aus der Halle in Richtung VIP-Raum.

Dort konnte Gästetrainer Ken Latta kaum fassen, was sich in den Minuten zuvor abgespielt hatte. "Das war ein typisches Derby", meinte der Kanadier. "Das Spiel war für die Zuschauer gut, für meine Nerven aber nicht." Seine Mannschaft habe 40 Minuten lang alles richtig gemacht. "Dann haben wir den Draht zum Spiel verloren", sagte Latta. Auch Wölfe-Trainer Henry Thom war gezeichnet von den vorangegangenen 64 Minuten. "Respekt an die Jungs. Sie haben im letzten Drittel nochmal alles reingehauen und haben sich den Ausgleich erarbeitet."

Die Anfangsphase war sehr von der Taktik geprägt. Beide Mannschaften wollten defensiv kompakt stehen und in keine Konter laufen. Viel mehr los war in den ersten zehn Minuten auf den Rängen. Die Fanlager beider Teams sorgten für eine tolle Atmosphäre in der prächtig gefüllten Netzsch-Arena. In der neunten Minute brannte dann unter den gut 400 Weidener Anhängern Jubel auf. Nach Geisbergers Schuss, den Deske noch abwehren konnte, stocherte Habermann im Nachsetzen die Scheibe am VER-Keeper vorbei zum 0:1 ins Netz. Die Wölfe versuchten in der Folge mehr Druck aufzubauen, verzettelten sich aber oft in Einzelaktionen oder ließen im Angriffsdrittel die nötige Präzision fehlen. Auch im Spielaufbau der Gastgeber schlich sich der ein oder andere Fehler ein, was die Oberpfälzer zu blitzschnellen Angriffen nutzten.

Die Hoffnung der Selber Fans auf ein besseres und erfolgreicheres zweites Drittel erhielt schon nach 29 Sekunden einen Dämpfer. Einen erneuten Patzer der Wölfe-Defensive nutzte Rubes eiskalt zum 0:2. Jetzt war der VER gefordert, musste entschlossener auftreten. Doch die Wölfe-Cracks wirkten weiter nervös, zu viele Pässe landeten im Nichts. Gefährlicher blieb der EV Weiden. Die Gäste spielten einfaches Eishockey, konterten blitzschnell. Die Wölfe dagegen fanden kein probates Mittel gegen die leidenschaftlich verteidigende Defensive der Blue Devils, bei denen mit dem erst 16-jährigen Klein und Bäumler (18) auch zwei blutjunge Spieler ihren Mann standen. Selbst drei Unterzahlspiele überstanden die Weidener schadlos, wobei dem starken Torwart Filimonov vor allem bei Hirschbergers Lattentreffer auch das Glück zur Seite stand.

Im Schlussabschnitt spielten die Wölfe dann so, wie es ihre Fans von ihnen von Beginn an erwartet hatten: druckvoll und mit viel Zug zum Tor. Die Selber schnürten nun die Gäste in deren Drittel förmlich ein und kamen in der 43. Minuten durch McDonald zum Anschlusstreffer. Es war in der Folge fast ein Spiel auf ein Tor - und richtig laut in der Halle. Die Blue Devils konnten sich kaum mehr befreien vom Druck der Wölfe. Die hatten nach 52 Minuten selbst in Unterzahl die ganz dicke Chance zum 2:2, McDonald scheiterte bei seinem Alleingang aber an Torwart Filimonow, der kurz davor schon gegen Schmidt Kopf und Kragen riskieren musste und im Selber Hexenkessel kühlen Kopf bewahrte. Bis fünf Sekunden vor der Schlusssirene. Die Wölfe, die längst Torwart Deske für einen sechsten Feldspieler vom Eis genommen hatten, belagerten das Blue Devils-Gehäuse regelrecht, feuerten aus allen Rohren - und trafen durch Kapitän Ondruschka schließlich doch noch zum Ausgleich. Jetzt erzitterte die altehrwürdige Netzsch-Arena in ihren Grundmauern. Es ging in die Verlängerung. Und in der ließ Kabitzky noch einmal fast das Hallendach wegfliegen mit seinem herrlichen Treffer zum 3:2-Sieg.

VER Selb - EV Weiden

n.V. 3:2

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
11. 10. 2019
23:28 Uhr

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
11. 10. 2019
23:28 Uhr



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