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VER Selb

Henry Thom - Trainer und Psychologe

Der Selber Coach hat es in diesen Tagen nicht leicht. Er schlüpft in eine andere Rolle. Was genau tut er, um mit dem Eishockey-Oberligisten zurück zu alter Stärke zu finden?



Schafft er mit dem VER die Wende? Henry Thom hatte diese Woche alle Hände voll zu tun.	Foto: Mario Wiedel
Schafft er mit dem VER die Wende? Henry Thom hatte diese Woche alle Hände voll zu tun. Foto: Mario Wiedel  

Drei Mal in Folge hat Eishockey-Oberligist VER Selb zuletzt verloren. Aber was ist daraus zu schließen? Alarm, Alarm? Oder eher: Keine Panik auf der Titanic? Fakt ist: Trainer Henry Thom war in den vergangenen Tagen nicht nur als Trainer, sondern auch als Psychologe gefordert. Dabei hatte er ein paar wichtige Punkte auf seinem Zettel stehen. Vier Maßnahmen im Überblick:

Thom über den EV Lindau: "Dieses Team glaubt wieder an sich."

Am heutigen Freitagabend haben die Selber Wölfe eine knifflige Aufgabe zu lösen - wobei es auf dem Papier erst einmal gar nicht so kompliziert aussieht. Der VER, auf Rang sieben liegend, empfängt mit dem EV Lindau um 20 Uhr den Neunten der Oberliga-Tabelle. Also eigentlich müssten die Hochfranken vor heimischem Publikum doch als Favorit in dieses Duell gehen.

Eigentlich! Beim Blick auf die jüngsten Ergebnisse ist die Sache nämlich nicht mehr so eindeutig. Denn während die Wölfe ihre letzten drei Partien allesamt klar verloren haben (übrigens setzte es auch bei den letzten drei Heimspielen Niederlagen), zeigt bei den Islanders der Trend nach oben. Unter Franz Sturm, der im Oktober Chris Stanley als Trainer beerbt hat, holte der Bodensee-Klub acht von möglichen zwölf Siegen. "Dieses Team glaubt wieder an sich. Wir müssen höllisch aufpassen", betont daher VER-Coach Henry Thom vor dem Duell in der Netzsch-Arena.

Schwarzmalen will der Selber Coach aber nicht - er erkennt Chancen. Hundertprozentig konstant agiere auch Lindau noch nicht. Das Zauberwort heißt für Thom Lockerheit: "Wenn wir die wieder finden, bin ich sehr optimistisch." Dem Start misst der 49-Jährige dabei enorme Bedeutung zu: "Wenn wir gut beginnen, bekommen wir auch ganz schnell das Publikum auf unsere Seite." Übrigens: VER und EVL trennen nur zwei Zähler. Die Gäste haben also die Gelegenheit, an Selb vorbeizuziehen.

Thom will das natürlich verhindern. Die Mission Heimsieg würde er am liebsten mit Angreifer Christoph Kabitzky und Torhüter Niklas Deske angehen. Doch auch am Donnerstag war noch nicht klar, ob das in Sonthofen verletzt fehlende Duo gegen Lindau auflaufen kann. "Die Chancen stehen bei beiden fünfzig zu fünfzig", sagt Thom. Eine Entscheidung werde er erst sehr kurzfristig treffen.

Ein harter Test wartet auch am Sonntag (18 Uhr) auf den VER. Dieser ist dann beim Fünften, dem EC Peiting zu Gast. Die Oberbayern liegen derzeit zwei Punkte vor den Wölfen. hhu

 

 

 

Mehr Klartext,

mehr Aggressivität

Nach der erschreckenden 3:7-Niederlage beim ERC Sonthofen war für den Wölfe-Coach schnell klar: So kann es nicht weitergehen. "Es wird einen klareren Umgangston geben", kündigte Thom bereits einen Tag nach dem Allgäu-Trip an. Und schon beim Show-Training am Dienstagabend am Hofer Eisteich war zu sehen, was der VER-Trainer damit meinte. Er sprach die Dinge klarer an, forderte von seinen Spielern mehr Aggressivität - und diese bekam er dann auch prompt serviert. "An der Bande hat es einige Male eingeschlagen. Da mussten die Zuschauer ein bisschen zurücktreten", betont Thom, dessen Strategie am Dienstag lautete: weniger Show, mehr Ernst.

Zeit für Einzelgespräche

Die Wölfe hängen in einem kleinen, sportlichen Tief. Darüber muss geredet werden - weiß selbstverständlich auch Henry Thom. Der wurde in den vergangenen Tagen ein paar mehr Worte los als sonst. "Wenn es sportlich wie am Schnürchen läuft, muss man gar nicht so viel sagen. Wenn es aber nicht läuft, nimmt man sich ein bisschen mehr Zeit", sagt der Selber Coach. So schnappte sich der 49-Jährige einige Spieler und bat um Einzelgespräche. Aber wie geht Henry Thom, der Psychologe, so etwas an? Das verrät der nächste Punkt.

 

Mal schroff, mal samtweich

"Jeder Charakter ist anders", weiß Thom. Wenn man so will, kategorisiert er jeden einzelnen seiner Spieler - und so weiß er auch, was er zu wem sagen kann - und was nicht. "Es gibt Typen, da muss man im Gespräch eher sanft zu Werke gehen. Und dann gibt es Typen, da kann man die Dinge sehr, sehr direkt ansprechen", gibt der VER-Coach einen kleinen Einblick. Am wichtigsten sei immer das Gesprächsergebnis. Heißt: Der Trainer fordert etwas, der Spieler soll es umsetzen. Ob das auf schroffem oder sanftem Weg passiert, dürfte Henry Thom letztlich egal sein - solang es mal wieder einen Sieg zu feiern gibt.

 

Vor den Bildschirm, bitte!

Fehler sind menschlich. Und beim Eishockey geht es oft so schnell, dass zwangsläufig welche passieren müssen. Damit kann Henry Thom auch gut leben. Allerdings geht es dem Selber Coach dann doch darum, die Anzahl der individuellen Schnitzer möglichst zu minimieren. Um das zu erreichen, greift er zu einem altbekannten und häufig verwendeten Mittel: zur Video-Analyse. Am Mittwochabend hat er mit seinen Spielern einiges an Bildmaterial gesichtet - in der Hoffnung, manch einem Akteur damit die Augen zu öffnen und zu zeigen, wie Situationen auf dem Eis künftig anders zu lösen sind.

Autor
Hannes Huttinger

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Veröffentlicht am:
05. 12. 2019
17:04 Uhr

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Hannes Huttinger

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Veröffentlicht am:
05. 12. 2019
17:04 Uhr



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