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VER Selb

Keine Lust mehr auf Tilburg

Die Anhänger des VER Selb hegen einen Groll auf Playoff-Spiele gegen die Niederländer. Wölfe-Vorsitzender Jürgen Golly auch. Doch es ist keine Lösung in Sicht.



Immer feste drauf: Achim Moosberger war am Sonntagabend auch vom Schiedsrichter nicht mehr zu bremsen und vermöbelte den Tilburger Wouter Sars nach allen Regeln der Kunst. Es könnte aus beruflichen Gründen der letzte Auftritt des VER-Stürmers in der Netzsch-Arena gewesen sein. Es sei denn, den Wölfen gelingt heute Abend in den Niederlanden doch noch die faustdicke Überraschung. Dann ginge es am Freitag in Selb weiter.	Foto: Mario Wiedel
Immer feste drauf: Achim Moosberger war am Sonntagabend auch vom Schiedsrichter nicht mehr zu bremsen und vermöbelte den Tilburger Wouter Sars nach allen Regeln der Kunst. Es könnte aus beruflichen Gründen der letzte Auftritt des VER-Stürmers in der Netzsch-Arena gewesen sein. Es sei denn, den Wölfen gelingt heute Abend in den Niederlanden doch noch die faustdicke Überraschung. Dann ginge es am Freitag in Selb weiter. Foto: Mario Wiedel  

Genau 1,04 Sekunden vor der Schlusssirene geriet die Situation für die schwachen Schiedsrichter gänzlich außer Kontrolle. Auf dem Eis der Netzsch-Arena flogen an verschiedenen Stellen die Fäuste. Viele strittige Entscheidungen, die Niederlage vor Augen, dazu noch ein unnötiger Check gegen den Kopf von Florian Lüsch: Da mussten der Frust und die Emotionen raus bei einigen Spielern des Eishockey-Oberligisten VER Selb. Direkt vom Bully weg schnappten sich Achim Moosberger, Carl Zimmermann, Leon Kremer und Dennis Schiener die mit auf dem Eis stehenden, verdutzten Tilburger. Besonders Moosberger war kaum zu bremsen. Der 27-Jährige wollte gar nicht mehr loslassen vom jungen Niederländer Wouter Sars. Die Folge: Matchstrafe für Moosberger, der später noch einmal von der Kabine zurück aufs Eis und vor den Selber Fanblock kam. Was in Playoffs eher ungewöhnlich ist. Die Zeichen scheinen auf Abschied zu stehen für den seit 2012 für den VER stürmenden Bietigheimer, der sich künftig wohl seiner beruflichen Karriere bei der Firma Triebwerk widmen möchte.

Die Hoffnung der Wölfe stirbt zuletzt

Natürlich hat Trainer Henry Thom seine Mannschaft noch lange nicht aufgegeben. "Ich habe noch Hoffnung. Wir versuchen alles", sagt der Coach der Wölfe vor dem dritten Spiel der Serie an diesem Dienstag (20 Uhr) bei den Tilburg Trappers. Aber auch Thom weiß, was den VER, der bereits am Montag angereist ist, in den Niederlanden erwarten wird. Ein nicht zuletzt wegen der Vorkomnisse in der Schlussphase des Sonntag-Spiels extrem heißes Trappers-Team, das alles daran setzen wird, mit dem dritten Sieg den Sack zuzumachen und ins Halbfinale einzuziehen. "Die haben bestimmt keine Lust mehr, sich noch einmal 20 Stunden in den Bus zu setzen für ein viertes Spiel in Selb", erklärt Thom. Er sah sein Team in den ersten beiden Begegnungen zwei Mal lange auf Augenhöhe. "Aber man hat gesehen, was für eine Mannschaft Tilburg ist. Die sind so gut, dass sie die Dinger irgendwann reinhauen." Einer, der seinen Optimismus nie verliert, ist auch VER-Geschäftsstellenleiter Peter Pahlen. Er möchte von einem möglichen Playoff-Aus noch nichts wissen. "Nach dem Spiel in Tilburg eröffne ich den Vorverkauf für Freitag", sagte Pahlen - ganz ohne Augenzwinkern.

Abschied nehmen heißt es vielleicht auch für die Wölfe. Abschied von der Saison 2018/19. Zu schwer dürfte die Bürde des 0:2-Rückstands lasten vor dem dritten Spiel der Playoff-Viertelfinalserie an diesem Dienstag (20 Uhr) in Tilburg. "Aus ist es erst am Ende", sagte Vorsitzender Jürgen Golly am Sonntag zwar. Aber auch er glaubt nicht mehr ernsthaft an einen Einzug ins Halbfinale. "Die Hoffnung ist immer da. Aber wenn man es realistisch sieht, ist am Dienstagabend wohl Schluss." Was nicht ganz unerwartet kommt. "Wer auf Tilburg trifft, muss damit rechnen, dass nach drei oder vier Spielen alles vorbei ist."

Der Frust, dass der niederländische Rekordmeister auf damalige Einladung des deutschen Eishockey-Bundes (DEB) nun bereits in der vierten Saison in der Oberliga Nord antritt und in den Playoffs regelmäßig ambitionierte deutsche Vereine aus dem Wettbewerb schießt, ohne selbst in die DEL 2 aufsteigen zu dürfen, wächst immer mehr. Denn die Niederländer sind zum stärksten Team der dritten deutschen Liga geworden. Trotz ihrer drei Meisterschaften durften sie nicht in die DEL 2 aufsteigen, verbauen diese Möglichkeit aber anderen Vereinen. Die Konkurrenz sagt nun: Das sind Vollprofis, das Team fast identisch mit der niederländischen Nationalmannschaft.

31.03.2019 - Selber Wölfe - Tilburg Trappers 3:6 - Foto: Mario Wiedel

Selber Wölfe - Tilburg Trappers 3:6
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Die Rufe, dass Tilburg die Oberliga wieder verlassen oder eben von der zweiten Liga aufgenommen werden soll, werden immer lauter. Zumindest bei den Clubs, die die Möglichkeit sehen, das Wagnis zweite Liga zu stemmen. Auch in Selb gaben die Anhänger am Sonntagabend ein klares Bekenntnis ab: "Raus, raus, raus aus dieser Liga!", skandierten kurz vor Spielende die Wölfe-Anhänger an die Adresse der Niederländer. Und legten nach dem Spiel in den sozialen Medien noch einmal kräftig nach. "Ich verstehe den Unmut der Fans", sagt Golly. Die Tilburger würden weder in die Oberliga und schon gar nicht in die Playoffs gehören. "Aber die Regularien sind so. Wir können es nicht ändern." Es sei alle Jahre ein Lotteriespiel in den Playoffs, klagt Golly. "Wer auf Tilburg trifft, hat einfach Pech gehabt. Das ist nicht okay. Das System krankt. So kann es nicht weitergehen."

Der Selber Vorsitzende, der die Niederländer von der Spielstärke her eher in der Spitzengruppe der DEL 2 sieht, sprach der eigenen Mannschaft nach dem Wochenende ein großes Kompliment aus. "Es ist aller Ehren wert, wie wir mithalten. Aber das schaffst du einfach über fünf Spiele nicht." Golly nahm die beiden Niederlagen deshalb relativ gefasst auf. "Das Ausscheiden im Vorjahr im Halbfinale gegen Deggendorf hat mich emotional mehr mitgenommen. Da war Chancengleichheit."

Dass es gegen Tilburg wohl nichts wird mit einem Weiterkommen, sei vorher schon relativ klar gewesen. "Die haben einen Etat für ihre erste Mannschaft wie ihn wir für den Gesamtverein mit allem drumherum haben." Golly ist den Tilburgern deswegen nicht böse. "Mit den Leuten habe ich kein Problem. Sie sind nett. gastfreundlich, großzügig." Aber irgendwann würde eben allen anderen ambitionierten Oberligisten die Motivation genommen. Aber was ändern? "Ich habe keine Lösung", sagt Golly.

Bei einer Mitgliederversammlung des Deutschen Eishockey-Verbandes im vergangenen Sommer hatte der EV Landshut übrigens einen Antrag zum Ausschluss der Tilburg Trappers aus dem Oberliga-Spielbetrieb gestellt. Der Antrag war jedoch nicht rechtens gewesen, erklärte seinerzeit DEB-Ligenleiter Oliver Seeliger der Fachzeitschrift "Eishockey News". Es bestehe ein reiner Vertrag mit den Tilburgern, was deren Teilnahme am Spielbetrieb des DEB betreffe. Das sei nirgendwo in der Satzung oder einer Ordnung verankert. Eine Pro-Forma-Abstimmung war dennoch durchgeführt worden. Mit einem erstaunlichen Ergebnis: Eine deutliche Mehrheit habe sich für den Verbleib der Trappers in der Oberliga ausgesprochen, berichtete die "Eishockey News". Anfang Januar gab das Über-Team aus den Niederlanden bekannt, dass es vom nicht nur in der "Causa Tilburg" hilflos wirkenden DEB das Okay bekommen hat, auch in der kommenden Saison in der Oberliga starten zu dürfen. Spätestens in den Playoffs 2019/20 dürften die Emotionen anderer Clubs und deren Fans wieder hochkochen. Hoffentlich nicht überkochen.

Autor
Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
01. 04. 2019
20:31 Uhr

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
01. 04. 2019
20:31 Uhr



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