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Oberliga-Topscorer Snetsinger wechselt nach Selb

Die Vögel zwitscherten es schon von den Dächern. Brad Snetsinger, Topscorer der Eishockey-Oberliga, stürmt in der neuen Saison für die Wölfe. Sehr zum Ärger seines Ex-Vereins.



Rauschebart, lange Mähne und eingebaute Torgefahr: So kennen die Eishockey-Anhänger Brad Snetsinger. Der Schrecken der gegnerischen Vereine stürmt in der neuen Saison für den VER Selb.	Fotos: Mario Wiedel/Peter Pahlen
Rauschebart, lange Mähne und eingebaute Torgefahr: So kennen die Eishockey-Anhänger Brad Snetsinger. Der Schrecken der gegnerischen Vereine stürmt in der neuen Saison für den VER Selb. Fotos: Mario Wiedel/Peter Pahlen  

Selb - Die Gerüchteküche brodelt schon einige Zeit auf Hochtouren, am frühen Freitagabend verkündete der Eishockey-Oberligist VER Selb ganz offiziell seinen Königstransfer, der nur noch ein offenes Geheimnis war: Von den Memmingen Indians wechselt Oberliga-Topscorer Bradley "Brad" Snetsinger zu den Wölfen. Die Statistik des 33-jährigen Stürmers lässt einiges erwarten. In bislang 358 Oberligapartien für Kassel, Leipzig, Herne und Memmingen gelangen Snetsinger stolze 274 Tore und 453 Assists. Die Scorerwertung der vergangenen Saison gewann der Kanadier mit dem markanten, derzeit etwas gestutzten Rauschebart mit 93 Punkten klar vor dem Selber Ian McDonald (83). Nach 2016 verdiente sich Snetsinger damit auch zum zweiten Mal die Auszeichnung der Fachzeitschrift "Eishockey News" zum Spieler des Jahres in der Oberliga Süd.

Während die Selber Verantwortlichen und Fans über diesen Transfercoup frohlocken dürfen, war die Stimmung im Lager des ECDC Memmingen doch arg gedämpft, als der Abgang des Topscorers und Publikumslieblings besiegelt war. Die Allgäuer seien nach eigenen Angaben bis an ihre finanzielle Schmerzgrenze gegangen, um Snetsinger von einem Verbleib in Memmingen zu überzeugen. Erfolglos. "Es ist äußerst schade, dass wir mit Brad einen der stärksten Angreifer der Liga verlieren", wird Sven Müller, Sportlicher Leiter der Indians, auf der Homepage des letztjährigen Überraschungs-Zweiten der Oberliga zitiert. Und: "Eine Weiterbeschäftigung zu diesen hohen Bezügen wäre aber komplett unvernünftig und auch sinnlos gewesen, da eine Zusammenstellung des weiteren Teams darunter zu stark hätte leiden müssen."

Die Wölfe-Verantwortlichen möchten die Memminger Aussagen, dass Snetsinger ein "finanziell deutlich lukrativeres Angebot aus Selb" angenommen habe, nicht weiter kommentieren. Zweiter Vorsitzender Thomas Manzei sagte in der Mitteilung des VER Selb lediglich, dass der "Snetsinger-Deal" ein längerer Prozess gewesen sei. "Nachdem im Winter klar war, dass Ian McDonald seine Karriere beenden wird, waren wir frühzeitig auf der Suche nach einem starken Kontingentspieler."

In die Karten habe den Wölfen dabei gespielt, dass sich Trainer Herbert Hohenberger und Brad Snetsinger aus ihrer gemeinsamen Zeit in Herne sehr gut kennen - und beide beim letzten Gastspiel des ECDC Memmingen in Selb wieder in ein zunächst lockeres Gespräch kamen. "Brad ließ durchblicken, dass er, wenn ich weiter in Selb Trainer bleibe, gerne unter mir spielen würde", erzählt Hohenberger, der natürlich ebenfalls hoch erfreut und stolz über den Transfer-Coup ist. Die "guten Gespräche" seien dann konkreter geworden, sagt Manzei. "Und als die Chance da war, ihn zu holen, schlugen wir zu." Die Unterschrift unter den Einjahres-Vertrag sei bereits im März gesetzt worden.

Der Wölfe-Coach gerät ins Schwärmen, wenn er über seinen Neuzugang spricht. "Snetse ist ein begnadeter Eishockeyspieler mit Fähigkeiten, die nur wenige Stürmer besitzen. Er weiß, wo und wie er sich ins Spiel einbringen muss. Er liebt es, seine Gegenspieler auf sich zu ziehen und seine Teamspieler in Szene zu setzen. Er kann an der Scheibe alles, spielt gerne den Vorlagengeber, kann aber auch eiskalt vollstrecken", sagt Hohenberger über seinen neuen Stürmer. Ähnlich lobende Worte über Snetsinger gab es bei all seinen bisherigen Vereinen in Deutschland. "Auch außerhalb der Eisfläche ist er ein Supertyp", sagte etwa Hernes Geschäftsführer Jürgen Schubert.

Den neuen Wölfe-Crack, der zusammen mit seiner Frau Marilena, der eineinhalbjährigen Tochter Shay und der Bulldogge Jex noch in Kassel lebt, lässt der Rummel um seine Person und den Wechsel ziemlich kalt. Er freut sich auf Selb ("Der VER ist seit vielen Jahren eine gute Adresse in der Eishockey-Oberliga") und besonders auch auf seinen alten und neuen Trainer. Der 51-jährige Österreicher sei für Snetsinger einer der Hauptgründe für den Wechsel ins Fichtelgebirge. "Wir kennen uns seit vielen Jahren und sind gut befreundet. Es ist super, wieder unter ihm spielen zu dürfen."

Sich selbst hat der Selber Königstransfer einmal als "a smart player" bezeichnet. Was das bedeutet? "Ich versuche intelligent zu spielen, nicht nur laufen und arbeiten, sondern das Spiel lesen und dann die richtigen Akzente zu setzen. Ich möchte Spaß haben und natürlich Erfolg." Auch in Selb. "Ich will immer gewinnen, ansonsten brauche ich gar nicht auf’s Eis gehen", sagt der 33-Jährige, der in der Oberliga nicht nur wegen seiner vielen Tore und Assists einen Kultstatus besitzt. Auch mit seinem ureigenen Aufwärmprogramm zieht Brad Snetsinger in den Eishockey-Stadien schon vor dem Spiel viele Blicke auf sich. Wenn der Coronavirus den Vereinen und Fans kein Schnippchen schlägt, ab September auch in der Netzsch-Arena.

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
08. 05. 2020
18:00 Uhr

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
08. 05. 2020
18:00 Uhr



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