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VER Selb

Schwarzer Abend nach der Derby-Party

Der VER Selb wird bei der 1:11-Niederlage in Regensburg in fast alle Einzelteile zerlegt. Es gelte aber Ruhe zu bewahren, meinen Trainer Henry Thom und Torwart Niklas Deske.



Schwarzer Abend nach der Derby-Party
Schwarzer Abend nach der Derby-Party  

Wenn Henry Thom den VIP-Raum betritt und Applaus aufbraust, ist meistens etwas Besonderes passiert. Wie am Freitagabend. Da hatten die Wölfe ihren ersten Drei-Punkte-Sieg dieser Saison gegen den EV Weiden eingefahren. "Es läuft", war der allgemeine Tenor im Selber Lager nach dem überzeugenden 6:1 im Derby, der auch auf den Rängen entsprechend gefeiert wurde. Die gut 2300 Zuschauer - sofern sie nicht gerade aus Weiden kamen - zelebrierten wieder einmal eine Party, wie sie die Netzsch-Arena schon einige Zeit nicht mehr erlebt hatte.

Dass nach sieben Siegen in Folge und der Übernahme des fünften Tabellenplatzes irgendwann auch wieder ein kleiner Rückschlag kommen wird, das mussten die Selber Anhänger bei aller Euphorie einkalkulieren. Dass es aber gleich so heftig wird wie am Sonntag bei den Eisbären Regensburg, damit konnte niemand rechnen. Die Fans und auch die Verantwortlichen - ob im Stadion, bei Sprade-TV oder bei der Euroherz-Eiszeit - glaubten ihren Augen und Ohren nicht zu trauen, wie die Eisbären mit den mit so breiter Brust nach Regensburg gereisten Wölfen Katz und Maus spielten und sie regelrecht vom Eis fegten. Das 1:11 beim groß aufspielenden Spitzenreiter war die höchste Punktspiel-Niederlage für den VER Selb seit dem 4. Januar 2009. Damals unterlagen die Wölfe in der Bayernliga beim ERV Schweinfurt mit 2:10.

Die Eigenschaften, die der Spitzenreiter an den Tag legte - Kampf, Spielwitz und viel Tempo - ließ der VER am Sonntag gänzlich vermissen. "Regensburg hat unheimlich gut gespielt", lobte Wölfe-Coach Henry Thom bei der Pressekonferenz. "Das Spiel war nach zehn Minuten schon entschieden. Da waren wir noch in der Kabine." Ein kleines Aufbäumen war nach einer Auszeit zu verspüren, davon aber war ab dem zweiten Drittel nichts mehr zu sehen. "Ich bin ein bisschen enttäuscht, wie wir uns danach präsentiert haben", sagte Thom. Er werde natürlich über dieses Spiel noch sprechen mit seiner Mannschaft, möchte aber auch nicht zu sehr auf ihr herumhacken. "Die Jungs wissen selbst, dass es so nicht geht."

Wölfe-Torhüter Niklas Deske hatte das Debakel schon am Montagmittag mehr oder weniger abgehakt. "Es bringt jetzt nichts, sich zehn Tage den Kopf darüber zu zerreißen oder eine Krise daraus zu machen", sagte der 24-Jährige im Gespräch mit der Frankenpost. Deskes Devise: "Aus Niederlagen lernst du mehr als aus Siegen. Du musst nur immer wieder aufstehen." Und so sei auch das Spiel in Regensburg eines wie jedes andere gewesen - "auch wenn das Ergebnis natürlich nicht zufriedenstellend war. Wir waren alle nicht auf der Höhe." Es sei einfach von vorne bis hinten ein gebrauchter Tag gewesen, was schon mit der Busfahrt in die Oberpfalz begonnen habe. Wegen der winterlichen Straßenverhältnisse und einiger Staus auf der Autobahn waren die Wölfe nämlich erst zehn Minuten vor dem Aufwärmen in der Donauarena angekommen.

Warum Deske nach einer halben Stunde und fünf Gegentreffern von Manuel Kümpel im Tor abgelöst wurde, wollte die Nummer eins der Wölfe partout nicht thematisieren. Ging die Initiative von ihm selbst aus, oder gab der Trainer ein Zeichen zum Wechsel? "Das spielt keine Rolle. Darauf möchte ich nicht eingehen", sagte Deske. Viel lieber als über den Sonntag spricht der gebürtige Troisdorfer über die erfolgreichen Tage und Wochen zuvor, in denen sich der VER Selb mit einer Siegesserie aus einem langanhaltenden Tief herausgekämpft hat. "Wir hatten im vergangenen Sommer einen großen Umbruch gehabt. Das Team musste sich erst finden. Das kann mal eine Zeit dauern. Und dann kam noch viel Verletzungspech dazu", blickt der Torwart auf die Zeit zurück, in der es so gar nicht recht laufen wollte für die Wölfe. "Natürlich haben uns dann die Jungs aus Bayreuth geholfen. Aber wir standen in diesem Tief immer zusammen und haben uns gesagt, wir kommen da gemeinsam wieder raus."

Deske, der sich mit dem 1:11 von Sonntag gar nicht nicht mehr befassen will, sieht den VER auf einem guten Weg. "Wir haben in den letzten Wochen eine tolle Serie hingelegt und waren eine der heißesten Mannschaften der Liga. An diesem Trend wollen wir weiter arbeiten, kontinuierlich punkten und in den Playoffs da sein. Dann ist alles möglich." Mit einem möglichen Gegner beschäftigt sich Deske noch nicht. Mit einem Auge schielt er aber natürlich auf die Hannover Indians, bei denen er vor seinem Wechsel nach Selb ein schönes Jahr erlebt hatte. "Die Indians wären schon eine coole Sache. Auch für die Fans."

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
05. 02. 2019
09:16 Uhr

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Andreas Pöhner

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05. 02. 2019
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