Topthemen: Hof-GalerieWaldschratDie Bilder vom WochenendeFall Peggy KnoblochSelber Wölfe

VER Selb

Was zählt, ist das Hier und Jetzt

Mit der 3:6-Niederlage in Peiting will sich Henry Thom nicht groß befassen. Der Trainer des Eishockey-Oberligisten VER Selb blickt nach vorne. Er kramt in der Trickkiste.



Nicht alle hatten sich lieb: Hier gibt es eine Keilerei zwischen VER-Akteur Florian Lüsch und dem Peitinger Florian Stauder. Foto: Mario Wiedel
Nicht alle hatten sich lieb: Hier gibt es eine Keilerei zwischen VER-Akteur Florian Lüsch und dem Peitinger Florian Stauder. Foto: Mario Wiedel  

Die Zahlen sehen freundlicher aus. Immerhin. Nach dem 1:11 in Regensburg und dem 0:9 in Landshut verlor Eishockey-Oberligist VER Selb mit 3:6 beim EC Peiting. Punkte gibt es auch dafür nicht, was Henry Thom natürlich ärgert. Für den Wölfe-Coach war eine Erkenntnis aber sehr wichtig: Die Leistungskurve zeigt auswärts wieder nach oben - und zwar deutlich!

Es gibt nur einen Gegner: Memmingen

In der laufenden Meisterrunde der Oberliga Süd gibt es für den VER Selb mit Blick auf die Tabelle nur noch einen echten Kontrahenten: den ECDC Memmingen. Die Wölfe kämpfen mit den Allgäuern um Platz fünf, dabei kommt es am 8. März noch zum direkten Duell. Hier liegt der Vorteil bei den Indians, sie treten zu Hause an. Was die Sache spannend macht: Der Vorsprung des ECDC auf die Hochfranken beträgt gerade mal ein mageres Pünktchen.

Beide Teams haben noch acht Spiele zu absolvieren. Heißt: Es geht noch einmal gegen alle Teams der Meisterrunde - mit je einer Ausnahme. Die Selber müssen nicht mehr gegen den EV Lindau antreten, die Memminger haben die Spiele gegen den EV Weiden schon hinter sich.

Auffällig beim Blick auf die restlichen Duelle: Die Wölfe genießen gegen das Spitzenquartett (Peiting, Regensburg, Landshut, Rosenheim) durchgehend Heimrecht.

 

Das Restprogramm beider Teams:

VER Selb: Weiden (A), Regensburg (H), Rosenheim (H), Sonthofen (A), Landshut (H), Höchstadt (A), Memmingen (A), Peiting (H).

ECDC Memmingen: Lindau (A), Rosenheim (H), Peiting (H), Landshut (A), Regensburg (A), Sonthofen (H), Selb (H), Höchstadt (A).

 

Das Gefühl des Gewinnens schien den Selbern gut getan zu haben. Nach dem 8:5-Heimerfolg vom Sonntag gegen den Höchstadter EC startete der VER schwungvoll in die Partie in Peiting. Eric Gollenbeck traf schon nach 48 Sekunden zum 1:0, es sah gut aus für die Wölfe. Torchance folgte auf Torchance. Das Problem: Die Gelegenheiten blieben ungenutzt. "Wir haben im ersten Drittel sehr gut gespielt, auch im zweiten Abschnitt haben wir eine ordentliche Leistung gezeigt", sagt Henry Thom unserer Zeitung.

 

In der Folge gab es zwischen Selb und Peiting nur einen großen Unterschied. Stichwort Kaltschnäuzigkeit. Der ECP machte aus wenig viel, beim VER war es umgekehrt. "Wir hätten einen Punktgewinn auf jeden fall verdient gehabt", sagt Thom. Und er ergänzt: "Es bringt aber nichts, sich darüber jetzt den Kopf zu zerbrechen. Das Peiting-Spiel ist Vergangenheit, das können wir jetzt nicht mehr ändern." Was zählt, ist das Hier und Jetzt.

Kämpferisch war den Wölfen überhaupt kein Vorwurf zu machen. In einer intensiven und teils auch hitzigen Partie scheuten sie keinen Zweikampf. Die Botschaft der Mannschaft war klar: Sie wollte auswärts nicht das dritte Debakel in Folge erleben - und der Spielverlauf blieb auch erst einmal eng. Auf das 1:0 der Selber antwortete Peiting zwar mit dem Ausgleich, aber Gare brachte die Gäste erneut in Front.

Der Knackpunkt lag im zweiten Drittel. Hier reichten dem ECP 139 Sekunden, um dem Duell eine Wende zu geben. Das geschah nach einer einfachen Formel: erste Strafzeit VER, zweite Strafzeit VER, Tor ECP. Die Oberbayern agierten bei ihren wenigen Torabschlüssen schnörkellos. Das hatte Erfolg. Gerade als die Wölfe wieder komplett waren, schlug es ein weiteres Mal hinter Torhüter Niklas Deske ein.

Selb war auf der Suche nach einer Antwort. Erst einmal egalisierten sich aber beide Mannschaften. Der VER wollte, er konnte aber irgendwie nicht. Kamen Schüsse aufs Peitinger Tor, so war der sichere ECP-Schlussmann Florian Hechenrieder auf dem Posten.

Den endgültigen K.o.-Schlag kassierten die Wölfe zehn Minuten vor Schluss. Wieder darf man von Sekunden sprechen. Denn: Zwischen dem 4:2 und dem 5:2 der Hausherren lagen nur 69 Sekunden. Es war der zweite Doppelschlag an diesem Abend. Und der entscheidende. Die Treffer von Ian McDonald (VER) und Dominic Krabbat (ECP) hatten nur noch statistischen Wert.

Noch ein paar letzte Worte verliert Thom zum Peiting-Spiel: "An diesem Abend hatten wir, abgesehen von unserer Chancenverwertung, auch kein Scheibenglück. Das ist natürlich sehr bitter."

Schnell richtet sich der Blick nach vorne. Das 3:6 wird der Stimmung im Wölfe-Team nach Aussage Thoms nicht schaden. "Die Jungs wissen, woran wir noch arbeiten müssen. Und sie wissen jetzt auch, dass es auswärts wieder besser laufen kann."

Auswärts ist das richtige Stichwort. Schon am morgigen Freitag (20 Uhr) müssen die Selber wieder in fremder Eishalle ran, dann gastieren sie beim Erzrivalen EV Weiden. Es ist in der laufenden Saison bereits das sechste Aufeinandertreffen zwischen Wölfen und Blue Devils. Die bisherige Bilanz: zwei Mal siegten die Oberfranken, drei Mal die Oberpfälzer.

Man kennt sich mittlerweile - das weiß auch Thom. "Als Trainer sucht man trotzdem nach Wegen, den Gegner noch zu überraschen", sagt der VER-Coach. Über Details spricht er nicht. "Sorry, das kann ich nicht verraten", sagt Thom mit einem Lächeln. So müssen sich alle Beteiligten überraschen lassen, wie tief der 48-Jährige in die Taktik-Trickkiste greifen wird.

*

Von der DEL 2 sind die Wölfe momentan zwar noch weit entfernt, formell hat der VER allerdings schon einmal die Voraussetzungen geschaffen. Wie der Verein am Mittwochabend mitteilte, ist der Antrag für das Lizenzierungsverfahren zur DEL2 bei der Eishockey-Spielbetriebsgesellschaft (ESBG) fristgerecht eingereicht und parallel die dafür geforderte Bürgschaft in Höhe von 25 000 Euro hinterlegt worden.

"Nach unserem Verständnis gehört Auf- und Abstieg zum Sport und deshalb erfüllen wir auch die formellen Voraussetzungen für einen möglichen sportlichen Aufstieg", begründet VER-Vorsitzender Jürgen Golly den Schritt.

Autor
Hannes Huttinger

Hannes Huttinger

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 02. 2019
20:32 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bürgschaften Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten Ian McDonald Trainer und Trainerinnen Ver Selb e.V. Wölfe Zeitstrafen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Ian McDonald (links) gelang nicht nur das 1:1, sondern auch noch der entscheidende Penalty-Treffer.	Foto: Mario Wiedel

13.01.2019

Der Mann für die wichtigen Dinge

Ian McDonald ist der Held beim Sieg des Eishockey-Oberligisten VER Selb gegen Lindau. Dabei sehen die Wölfe zum Start der Meisterrunde schon wie der sichere Verlierer aus. » mehr

Bei ihnen läufts ordentlich: Die erste Selber Sturmreihe mit (von links) Lanny Gare, Ian McDonald und Erik Gollenbeck sorgt derzeit für den Großteil der Tore. Foto: Mario Wiedel

03.01.2019

Die Personallage bleibt kritisch

Der Eishockey-Oberligist VER Selb benötigt einen neuen Stürmer. Vor den Spielen in Regensburg und gegen Weiden kann der Trainer aber wohl noch keinen Vollzug melden. » mehr

In Reih und Glied in Richtung Playoffs: Die Wölfe-Cracks freuen sich auf die ersten Spiele der Achtelfinal-Serie am heutigen Freitag in Hannover und am Sonntag in der Selber-Netzsch-Arena. Vielleicht steht dann auch Dominik Müller (links) nach seinem Zehenbruch wieder zur Verfügung.	Fotos: Mario Wiedel

15.03.2019

Selber Wölfe starten in die Playoffs

Die Selber Wölfe starten am heutigen Freitag in Hannover in die Playoffs der Eishockey-Oberliga. Am Pferdeturm wartet ein fanatisches Publikum auf die Thom-Schützlinge. » mehr

Bis zu seinem verletzungsbedingten Ausscheiden war VER-Torwart Manuel Kümpel ein sicherer Rückhalt seiner Mannschaft. Wie schwer er sich verletzt hat, kann erst eine Untersuchung klären. Foto: Mario Wiedel

03.03.2019

Coole Selber machen spät alles klar

Die Wölfe lassen beim souveränen 6:3-Auswärtssieg in Höchstadt nichts anbrennen. Dabei muss Trainer Thom den Ausfall von Torwart Kümpel verkraften. » mehr

Sie geben nicht nur auf dem Eis eine gute Figur ab: die Wölfe-Stürmer (von links) Erik Gollenbeck, Ian McDonald und Lanny Gare.	Foto: Florian Miedl

30.01.2019

"Wir wünschen uns die Fans zurück"

Ein Selber Trio rockt die Eishockey-Oberliga: Ian McDonald, Lanny Gare und Erik Gollenbeck treffen derzeit nach Belieben. Vor dem Dienstag-Training hat die Frankenpost das Trio zum Interview in die Wölfe-Kabine gebeten. ... » mehr

Die Spieler der Selber Wölfe und der Hannover Indians gehen bei der Playoff-Achtelfinalserie nicht zimperlich miteinander um: Hier checkt VER-Stürmer Erik Gollenbeck (links) Maximilian Pohl in die Bande.	Fotos: Mario Wiedel

22.03.2019

Wölfe möchten Achtelfinal-Serie für sich entscheiden

Der VER Selb ist bereit für eine weitere Playoff-Schlacht gegen die Indians. Gemeinsam mit den Fans wollen die Wölfe die Achtelfinal-Serie für sich entscheiden. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Selb: Auto prallt gegen Baum Selb

Unfall Selb | 22.03.2019 Selb
» 6 Bilder ansehen

Black Base mit DJ Kurbi

Black Base mit DJ Kurbi | 17.03.2019 Hof
» 54 Bilder ansehen

Playoff 4: Selber Wölfe - Hannover Indians 4:1 Selb

Wölfe im Viertelfinale | 22.03.2019 Selb
» 58 Bilder ansehen

Autor
Hannes Huttinger

Hannes Huttinger

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 02. 2019
20:32 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".