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VER Selb

Wie ein brüchiges Kartenhaus

Der VER Selb fällt in der Eishockey-Oberliga zurück auf Platz neun. Das setzt Frust frei bei Mannschaft und Fans. Der Vorsitzende wünscht sich einen ganz besonderen Spieler.



Bei der knappen 2:3-Niederlage am Sonntag in Rosenheim wehrte sich der VER Selb nach Kräften. Auch der junge Ben Böhringer (rechts), der sich hier mit dem Rosenheimer Daniel Bucheli anlegt.	Foto: Mario Wiedel
Bei der knappen 2:3-Niederlage am Sonntag in Rosenheim wehrte sich der VER Selb nach Kräften. Auch der junge Ben Böhringer (rechts), der sich hier mit dem Rosenheimer Daniel Bucheli anlegt. Foto: Mario Wiedel  

Freitagabend, 20 Uhr: Der VER Selb startet nach der Länderspielpause voller Hoffnung auf bessere Zeiten in die Partie gegen den EV Landshut. Nach sieben Minuten gerät der VER mit 0:1 in Rückstand und bricht zusammen wie ein Kartenhaus. Nach dem 1:4 schunkeln die Fans auf den Rängen den Schneewalzer - wie sonst nur bei deutlichen Führungen. 3:7 heißt es am Ende. Ein Teil der Selber Anhänger unter den 1500 Besuchern - gut 200 davon kamen aus Niederbayern - macht seinen Missmut mit Pfiffen kund. Nicht alle Spieler können damit umgehen. Einer fährt mit Blick auf den Fanblock kopfschüttelnd vom Eis. Auch Trainer Henry Thom verliert bei der Pressekonferenz kurz die Fassung ("Wir spielen für uns, nicht für jemand anderen"), rudert aber sofort zurück. "Ich habe mich falsch ausgedrückt. Wir wollen ja auch nicht, dass es so läuft, und arbeiten hart daran, dass es besser wird. Dass der Frust da ist bei den Zuschauern, ist klar. Wir sind auch frustriert."

Die Oberliga-Spiele vom Wochenende in der Statistik

15. Spieltag (Freitag)

SC Riessersee - Starbulls Rosenheim 2:3 (0:0, 1:0, 1:3) - Tore: 1:0 (36.) Maurer, 2:0 (43.) T. Eder, 2:1 (45.) Frosch, 2:2 (48.) Pauker, 2:3 (49.) Frosch; Strafminuten: Riessersee 10, Rosenheim 16; Zuschauer: 2099.

EV Weiden - EC Peiting 5:4 n.V. (3:0, 1:3, 0:1, 1:0) - Tore: 1:0 (12.) Habermann, 2:0 (14.) Geisberger, 3:0 (18.) Habermann, 3:1 (26.) Gohlke, 3:2 (30.) Saal, 4:2 (32.) Rubes 4:3 (37.) Maier, 4:4 (44.) Kostourek, 5:4 (62.) Abercrombie; Strafminuten: Weiden 8 plus Disziplinarstrafe für Herbst, Peiting 10; Zuschauer: 899.

Höchstadter EC - Eisbären Regensburg 1:6 (0:0, 0:3, 1:3) - Tore: 0:1 (25.) Divis, 0:2 (27.) Keresztury, 0:3 (40.) Sauer, 0:4 (41.) Heider, 1:4 (47.) Kreuzer, 1:5 (51.) Keresztury, 1:6 (55.) Franz; Strafminuten: Höchstadt 14, Regensburg 6; Zuschauer: 957.

EHC Waldkraiburg - EV Lindau 4:3 (0:1, 1:0, 3:2) - Tore: 0:1 (12.) Ovaska, 1:1 (27.) Hradek, 2:1 (42.) Chaumont, 2:2 (47.) Calabrese, 3:2 (52.) Hämmerle, 4:2 (57.) Rimbeck, 4:3 (59.) Milan; Strafminuten: Waldkraiburg 8, Lindau 6; Zuschauer: 646.

ERC Sonthofen - ECDC Memmingen Indians 2:3 (1:1, 0:2, 1:0) - Tore: 1:0 (12.) Schlenker, 1:1 (16.) Piskor, 1:2 (28.) Beck, 1:3 (39.) Pfalzer, 2:3 (58.) Sinagl; Strafminuten: Sonthofen 4, Memmingen 6; Zuschauer: 1424.

16. Spieltag (Sonntag)

EC Peiting - SC Riessersee 2:3 (0:1, 1:1, 1:1) - Tore: 0:1 (2.) Östling, 0:2 (22.) Wachter, 1:2 (25.) Kostourek, 1:3 (51.) Naenfeldt, 2:3 (56.) Gohlke; Strafminuten: Peiting 21 + Spieldauer Saal, Riessersee 8; Zuschauer: 1808.

EV Landshut - EV Weiden 6:2 (1:0, 2:2, 3:0) - Tore: 1:0 (1.) Schinko, 2:0 (21.) Forster, 2:1 (22.) Habermann, 3:1 (31.) Schmidpeter, 3:2 (39.) Heinisch, 4:2 (47.) Schmidpeter, 5:2 (48.) Sedlar, 6:2 (60.) Forster; Strafminuten: Landshut 4, Weiden 6; Zuschauer: 2504.

Eisbären Regensburg - EHC Waldkraiburg 6:2 (2:2, 3:0, 1:0) - Tore: 1:0 (15.) Stöhr, 1:1 (17.) Guft-Sokolov, 1:2 (19.) Guft-Sokolov, 2:2 (20.) Vinci, 3:2 (27.) Schütz, 4:2 (33.) Schütz, 5:2 (39.) Gajovsky, 6:2 (58.) Gulda; Strafminuten: Regensburg 8, Waldkraiburg 14; Zuschauer: 1895.

EV Lindau - ERC Sonthofen 2:1 (1:1, 0:0, 1:0) - Tore: 0:1 (1.) Mangold, 1:1 (6.) Milan, 2:1 (57.) Calabrese; Strafminuten: Lindau 2, Sonthofen 4; Zuschauer: 840.

ECDC Memmingen - Höchstadter EC 7:2 (2:1, 2:1, 3:0) - Tore: 1:0 (3.) Huhn, 2:0 (10.) Piskor, 2:1 (18.) Kreuzer, 2:2 (38.) Szwajda, 3:2 (39.) Pfalzer, 4:2 (40.) Salminen, 5:2 (50.) Lillich, 6:2 (52.) Huhn, 7:2 (59.) Lillich; Strafminuten: Memmingen 10, Höchstadt 18; Zuschauer: 1481.

 

Nach der Pressekonferenz steckten Henry Thom und Vorsitzender Jürgen Golly außerhalb der Hockey-Hütte noch einige Zeit die Köpfe zusammen. Über was gesprochen wurde? "Es war ein zwangloses Gespräch", sagt Golly auf Nachfrage der Frankenpost. "Henry wollte mir einfach seine Sicht der Dinge erklären." Der Vorsitzende selbst war am Freitag nach dem ersten Drittel "auch nicht so angetan" von der Vorstellung der Mannschaft. "Am Sonntag in Rosenheim war es ein ganz anderer Auftritt." So könne man auch eine knappe Niederlage akzeptieren. Golly verhehlt nicht, dass die Gesamtsituation derzeit nicht zufriedenstellend sei. "Aber so ist Sport. Man kann nicht alles planen und nichts erzwingen. Wenn der Wurm drin ist, ist er drin. Es gibt aber keinen Grund, in Panik zu verfallen."

 

Den Ruf nach Verstärkungen haben Verantwortliche und Trainer wohl vernommen, nachdem die so ambitioniert gestarteten Wölfe mittlerweile auf Rang neun zurückgefallen sind. "Aber am Spielermarkt ist nichts, was uns helfen würde. Und nur einen verpflichten, weil der gerade frei ist, macht keinen Sinn.", sagt Golly. Er würde sich einen Spieler wünschen, der - völlig unbelastet vom schlechten Start - Unbekümmertheit und Lockerheit mitbringt. Und Tore schießt. "Aber so einer läuft halt nicht am Marktplatz in Selb rum."

Als "völligen Quatsch" bezeichnet Golly die Verschwörungstheorien einiger Anhänger in den sozialen Medien, dass die Mannschaft gegen den Trainer spielen würde. "Wenn Henry dieser Auffassung wäre oder denken würde, er erreicht die Mannschaft nicht mehr, wäre er wohl der Erste, der Konsequenzen ziehen würde." Was definitiv Sorgen bereitet, ist die Entwicklung der Zuschauerzahlen. Bei 1400 liegt derzeit der Besucherschnitt, 1650 sind kalkuliert. "Die Zahlen waren schon bei den Siegen zu Saisonbeginn nicht sensationell", sagt Golly. "Und wir müssen damit rechnen, dass sie noch weiter zurückgehen nach den Niederlagen." Dabei wäre der kommende Gegner prädestiniert dafür, auch einige Gelegenheits-Zuschauer in die Netzsch-Arena zu locken. Mit dem SC Riessersee gastiert am Freitag ein Verein, der große Tradition besitzt und letztmals in der Saison 2010/11 seine Visitenkarte in Selb abgegeben hat. Die Bilanz seit 2010 gegen den zehnmaligen deutschen Meister sieht aus VER-Sicht freilich trübe aus: In sieben Spielen setzte es sieben Niederlagen.

Autor
Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
19. 11. 2018
22:46 Uhr

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Andreas Pöhner

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19. 11. 2018
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