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Wo bleibt die Cleverness?

Henry Thom fordert ein anderes Verhalten seiner Spieler. Der Coach des VER Selb ist im Moment ganz schön genervt. Es gibt aber durchaus Hoffnung auf eine Wende zum Positiven.



Bei ihm könnte es besser laufen: Charley Graaskamp (rechts).
Bei ihm könnte es besser laufen: Charley Graaskamp (rechts).  

Henry Thom fährt sicher ab und zu mal aus der Haut. Aber so weit, dass er einzelne Spieler kritisiert? Nein. Das widerstrebt dem Trainer des Eishockey-Oberligisten VER Selb dann doch. In ihm brodelte es sicher auch einen Tag nach der blamablen 3:7-Niederlage in Sonthofen noch gewaltig. Aber Thom nahm sich am Montag zurück, Thom analysierte sachlich - und Thom stellte klar: "Bei uns wird jetzt definitiv ein klarerer Umgangston herrschen."

Weniger Show, mehr Ernst

Eigentlich sollte es eine spaßige Trainingseinheit werden. Nun dürfte es doch etwas ernster zugehen, wenn die Selber Wölfe heute um 19 Uhr ein einstündiges Show-Training am Hofer Eisteich absolvieren. Gerade nach der 3:7-Niederlage gegen den ERC Sonthofen sagt VER-Coach Henry Thom: "Es wird ein bisschen weniger Show, und dafür ein bisschen mehr Ernst dabei sein." Trotz der sportlichen Schwierigkeiten freut sich der 49-Jährige darauf, mit seinem Team nach Hof zurückzukehren. "Das wird sicher eine coole Angelegenheit. Wir hoffen, dass ein paar Leute vorbeischauen", sagt er. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Selber ein Show-Training absolviert. Das gefiel allen Beteiligten so gut, dass es nun zur zweiten Auflage kommt. hhu

Etwas anderes bleibt dem 49-Jährigen auch nicht übrig. Zu erschreckend war der Auftritt der Wölfe im Allgäu. Die mittlerweile dritte Niederlage in Serie stimmt auch Thom nachdenklich - denn in erster Linie kommt es ja auf das Wie an, also auf die Art und Weise, wie verloren wurde. Und das machte am Sonntagabend auch die Fans mächtig sauer.

 

Für den Selber Coach gibt es bei der momentanen sportlichen Misere ein Schlüsselwort: Cleverness. "Die hat uns absolut gefehlt. Besonders in der Verteidigung müssen wir die Dinge einfach cleverer lösen." Was genau Thom damit meint? Am Beispiel vom Sonntag ist das leicht zu erklären. Da stand mit Timon Bätge die etatmäßige Nummer drei im Tor. Zwar hatte der 20-Jährige schon in der vergangenen Saison in der Oberliga debütiert, dennoch gilt er nach wie vor als unerfahren auf Drittliga-Niveau. Problem nur: Bätges Vorderleute hatten das irgendwie nicht auf dem Schirm. Oder besser gesagt: Sie haben es nicht geschafft, Bätge ausreichend zu schützen.

Stichwort Nachschüsse. "Da haben wir zu viele zugelassen", sagt Thom. Und besonders im ersten Drittel nutzten die Sonthofener genau das, um sich eine komfortable Führung zu erspielen. Torwartfehler? Davon will der VER-Coach dabei überhaupt nichts wissen. "Timon hat gut gehalten. An ihm liegt es nicht, dass wir verloren haben." Thom nahm seinen Youngster nach dem vierten Gegentreffer trotzdem raus, "um ihn zu schützen".

Die 3:7-Niederlage beim Vorletzten (!) nur an mangelnder Cleverness festzumachen, wäre sicher zu einfach. Schließlich haben die Wölfe es in Sonthofen auch zu selten geschafft, sich gute Torchancen zu erspielen. Auch die

Kontingent-Stürmer Charley Graaskamp und Ian McDonald blieben - wie zuletzt häufiger mal - eher blass. Hier bleibt Henry Thom aber seiner Linie treu, keine einzelnen Akteure in den Fokus der Kritik zu rücken: "Das habe ich bisher nicht gemacht - und das werde ich auch in Zukunft nicht machen. So etwas spreche ich hinter verschlossenen Türen an."

Also, woran liegt’s, dass es auch offensiv derzeit nicht so recht laufen will? Der Selber Trainer holt hier etwas weiter aus: "Wir hatten in den letzten Wochen vermehrt mit verletzten und kranken Spielern zu kämpfen. So etwas nimmt einem den Rhythmus."

Und dann sollte am Wochenende der Heilsbringer Christoph Kabitzky heißen. "Es sah gut aus mit einem Einsatz für Sonntag", verrät Thom. Und dann? Dann hatte der Angreifer am Samstagabend doch wieder Beschwerden - und Thom damit einen Haufen Probleme: "Du steigst als Trainer dann in den Bus Richtung Sonthofen und musst die Formationen schon wieder umwerfen." Der Coach wirkt genervt. Sehr genervt sogar.

Die Beteiligten sehnen eine Wende zum Guten herbei. Mit Kabitzky? Es sieht gut aus. Laut Thom gilt ein Einsatz am Freitag beim Heimspiel gegen den EV Lindau als durchaus wahrscheinlich. Eine ärztliche Untersuchung Anfang dieser Woche soll Klarheit schaffen, wie es um den Stürmer tatsächlich bestellt ist. Endgültig festlegen wollte sich Thom in diesem Zusammenhang nicht - ebenso wenig übrigens bei Torwart Niklas Deske. Die Nummer eins werde am Mittwoch wieder mittrainieren, vielmehr könne man noch nicht sagen. Und so bleibt auch die Torhüterfrage beim Oberliga-Siebten erst einmal offen.

Fakt ist: Selb kann Spieler wie Kabitzky und Deske momentan sicher sehr, sehr gut gebrauchen. Deske, weil er im Tor die Ruhe ausstrahlt, die den Wölfen in Sonthofen gefehlt hat. Und Kabitzky, weil er sicher neuen Schwung in den derzeit etwas lahmenden VER-Angriff bringen wird.

Die Anhänger des hochfränkischen Oberligisten schauen in diesen Tagen aber keinesfalls nur aufs Personal. Die Tabelle rückt auch zunehmend in ihren Blick. Denn: Das Rennen um die Playoff-Plätze ist in dieser Saison ein heiß umkämpftes. Die Wölfe stehen derzeit auf Rang sieben, haben aber nur noch drei Zähler Vorsprung auf den ungeliebten neunten Platz. Bedeutet: Eine Wende muss her. Dringend.

Dabei dürfte der Druck im Heimspiel gegen Lindau nicht gerade geringer werden. Speziell zu Hause muss das Thom-Team mal wieder liefern, zuletzt setzte es ein 2:4 gegen Rosenheim, ein 0:4 gegen Memmingen und ein 3:7 gegen Regensburg.

Was Hoffnung macht: Die Bilanz in dieser Saison. Erst einmal trafen die Wölfe und der Bodensee-Klub in dieser Spielzeit aufeinander. Sieger: der VER. Beim 4:1-Auswärtserfolg Ende Oktober ließ die Mannschaft von Henry Thom kaum etwas anbrennen. Natürlich wünscht sich das der Coach auch für Freitag - aber er weiß: Die Leichtigkeit vergangener Tage ist weg. "Ein Patentrezept für einen sportlichen Umschwung gibt es nicht", sagt Thom selbst, der in den vergangenen Jahren öfter mal knifflige Phasen mit dem VER zu überstehen hatte. Der Trainer weiß also, wie eine Wende funktioniert. Und alle VER-Fans sagen sich: "Mach’s noch einmal, Henry!"

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Hannes Huttinger

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Veröffentlicht am:
02. 12. 2019
19:02 Uhr

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Hannes Huttinger

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Veröffentlicht am:
02. 12. 2019
19:02 Uhr



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