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VER Selb

Zwei Punkte für ein Feuerwerk

Der VER Selb begeistert über 2100 Zuschauer und feiert gegen Landshut einen verdienten Sieg im Penaltyschießen. Die Wölfe hätten schon früher alles klar machen können.



Gleich drei Mal traf der blendend aufgelegte VER-Stürmer Lanny Gare. Hier rutscht der Wölfe-Routinier selbst mit ins Landshuter Tor.	Foto: Mario Wiedel
Gleich drei Mal traf der blendend aufgelegte VER-Stürmer Lanny Gare. Hier rutscht der Wölfe-Routinier selbst mit ins Landshuter Tor. Foto: Mario Wiedel  

VER Selb: Deske (Kümpel) - Ondruschka, Nijenhuis, Kolb, Müller, Veisert, Kremer, Silbermann - McDonald, Gare, Gollenbeck, Moosberger, McDonough, Geigenmüller, Schiener, Hördler, Lüsch, Klughardt.

Schiedsrichter: Flad (SE Freising). - Zuschauer: 2120. - Tore: 9. Min. Baßler (Stähle) 0:1, 14. Min. Gare (McDonald, Ondruschka) 1:1, 17. Min. Gare (McDonald) 2:1, 42. Min. Gare (McDonald, Gollenbeck; 5-4) 3:1, 54. Min. Horava (Pelletier; 5-4) 3:2, 57. Min. Horava (Forster) 3:3, 65. Min. McDonald (im Penaltyschießen). - Strafminuten: Selb 12, Landshut 6.

Nach einer sportlich bislang nicht wirklich zufriedenstellenden Saison feierte der VER Selb am Freitagabend einen versöhnlichen Jahresausklang vor heimischer Kulisse. Nach einer klasse Leistung zwangen die Wölfe den Tabellenvierten EV Landshut im Penaltyschießen in die Knie. Eigentlich hätten sich die Hausherren alle drei Punkte verdient gehabt. Nach einer 3:1-Führung kamen die Niederbayern aber in der Schlussphase noch zum glücklichen Ausgleich. "Das war Werbung für das Eishockey", sagte selbst der Landshuter Trainer Axel Kammerer, der seine Mannschaft nach einer starken Anfangsphase auch im zweiten Drittel auf Augenhöhe sah. "Das war Russisches Roulette mit Torchancen ohne Ende." Nicht ganz einher mit Kammerers Meinung ging VER-Coach Henry Thom. "Wir haben Landshut im zweiten Drittel festgeschnürt." Auch im Schlussdrittel habe es seine Mannschaft taktisch gut gemacht. Die beiden Treffer zum Ausgleich seien unglücklich abgefälschte Schüsse gewesen.

Vor einer endlich wieder einmal richtig guten Kulisse hatte der nach der 1:2-Niederlage gegen Waldkraiburg mit viel Wut im Bauch angereiste Gast aus Landshut den besseren Start. Es brannte mehrmals vor dem Tor der Wölfe, die in Torwart Deske aber einen starken Rückhalt hatten. Großartig rettete der Selber Keeper vor allem bei Forsters Schuss, bei dem Deske blitzschnell im Eck war. Die Niederbayern, von gut 200 Anhängern unterstützt, blieben auch bei Fünf gegen Fünf zunächst die überlegene Mannschaft. Sie störten früh und ließen die Wölfe kaum ins Spiel kommen. Nach neun Minuten klingelte es dann im Kasten der Hausherren. Stähle passte die Scheibe vors Tor, wo Bäßler nicht entscheidend gestört wurde und die Scheibe zum 0:1 ins Netz lenkte.

Zwei Minuten später eine fragwürdige Strafzeit für Selb. Gare knöpfte einem Landshuter die Scheibe ab, Schiedsrichter Flad entschied auf Stockschlag. Eine ziemlich exklusive Meinung. Die Wölfe warfen ihre ganze Kampfkraft in die Waagschale, überstanden die zwei Minuten in Unterzahl. Und direkt von der Strafbank zurück auf Eis kommend, wurde Gare von McDonald auf die Reise geschickt und traf zum 1:1. Es kam noch besser für die Wölfe, die nach 16 Minuten selbst in den Genuss eines Powerplays kamen und erneut durch Gare zur Führung trafen. Aufregung gab es nochmals nach 19 Minuten auf beiden Seiten. Zunächst traf der Selber McDonough vor dem Tor die Scheibe nicht, im Gegenzug konnte Deske selbige nicht kontrollieren. Bevor der Puck aber langsam ins Tor kullerte, hatte der Schiedsrichter bereits abgepfiffen.

Im zweiten Drittel nahm der VER Selb das Heft mehr und mehr in die Hand und kam zu vielen dicken Möglichkeiten. In der 24. Minute hatte Nijenhuis Pech, dass sein abgefälschter Schuss am Außenpfosten landete. Drei Minuten später scheiterte auch McDonald alleine vor Torwart Berger am Pfosten, und Schiener fand in Berger seinen Meister. Die Wölfe waren dem dritten Treffer nun viel näher als Landshut dem Ausgleich. So sah das wohl auch Gästetrainer Axel Kammerer, der nach einer halben Stunde eine Auszeit nahm, um sein Team wieder neu zu justieren.

Der Tabellenvierte kam durch Pelletier auch gleich danach zu einer guten Chance, spielbestimmend blieb aber der VER. Der zündete ein richtiges Feuerwerk, schnürte den EV Landshut teilweise in dessen eigenem Drittel ein, und feuerte aus allen Rohren. Die Selber Zuschauer trauten ihren Augen fast nicht ob der Spielfreude ihres Teams, gingen begeistert mit und waren der so viel beschworene siebte Mann. Was aber fehlte: das dritte Tor. Und fast hätte es auf der Gegenseite eingeschlagen. 34 Sekunden vor Ende des zweiten Drittels war Schinko nur auf Kosten eines Penaltys zu stoppen, scheiterte mit dieser dicken Möglichkeit aber an Torwart Deske.

Ins Schlussdrittel starteten die Wölfe mit einem von Torwart Berger sicher entschärften Schuss von Moosberger, ehe der Gastgeber zum einem weiteren Überzahlspiel kam. Und da sorgten die beiden stärksten VER-Spieler in einer Co-Produktion für das 3:1. Nach Ondruschkas abgewehrten Hammer von der blauen Linie hatte McDonald das Auge für Gare, der seinen Hattrick perfekt machte. Und fast wäre Gare nach 47 Minuten noch sein vierter Treffer gelungen, doch der Schiedsrichter sah die Scheibe noch nicht hinter der Linie. Die Wölfe waren weiter das spielbestimmende Team und drängten auf das 4:1, wurden nach 53 Minuten aber vom Unparteiischen ausgebremst. Nach einer sehr umstrittenen Strafzeit gegen Kremer kamen die Gäste in Überzahl durch Horava zum Anschlusstreffer. Und nur knapp drei Minuten stellte erneut Horava den 3:3-Ausgleich her.

Es ging in die Verlängerung. Die Spannung war am Siedepunkt. Fünf Minuten verlangten sich beide Teams im Drei gegen Drei noch einmal alles ab - ohne zählbaren Erfolg. Penaltyschießen. Und dort fiel erst nach dem zwölften Versuch die Entscheidung zugunsten der Wölfe durch Ian McDonald.

Bereits am Sonntag (18 Uhr) sehen sich beide Teams wieder - dann in Niederbayern. "Wir müssen gut regenerieren, wollen, dass es weiterrollt, und wollen auch in Landshut punkten", sagte Thom. Andreas Pöhner

VER Selb -

EV Landshut


n.P. 4:3


Wir haben Landshut

im zweiten Drittel

festgeschnürt.


zitat

Henry Thom,

Trainer des VER Selb


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Veröffentlicht am:
28. 12. 2018
23:24 Uhr

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28. 12. 2018
23:24 Uhr



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