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Thiersheim - Wirtshaussingen gibt es eigentlich schon immer. Man muss es nur wieder aufleben lassen. So wie jetzt in Thiersheim. Gut gefüllt ist die Gaststube des "Weißen Rosses". Sogar aus dem Bayreuther Raum sind Gäste dabei. Aber die Hauptakteurin des Abends ist natürlich Carolin Pruy vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege. Margit Hofmann, Außenstellenleiterin der VHS, freut sich, dass ein solches Wirtshaussingen in Thiersheim zustande gekommen ist.
Ein solcher Abend soll zur Unterhaltung dienen. Liedblätter gibt es keine. Zeile für Zeile wird vorgesungen und dann gemeinsam wiederholt. Viele Lieder, die Carolin Pruy dabei hat, sind dem Publikum aus lang zurückliegenden Schulzeiten bekannt. "Jetzt fahr'n wir übern See über See" oder das Lied von den "Drei Lilien", die schaurig schön auf einem Grab wachsen und von einem Reiter abgebrochen werden, verleiten zum Nachdenken.
Lustig wird es dann beim "Roußbuttenboum", der mit seinen Schuhen, Schnallen, Gollala und Trollala, Hiatla und Fedala so manche Zunge ins Schleudern bringt und die verschiedenen Dialekte erst einmal übersetzt werden müssen. "Britscha Brat" und "Bist mein Heinele, bleibst mein Heinele", das sogar im Kanon gesungen wird, bringt die Gäste in Höchstform.
Aber auch unbekanntere Lieder wie "Unna Hans hout Housn an" oder "Beim Gengeleswirt" gehen den Gästen schnell ins Ohr. "Das ist Gehirnjogging pur", so preist Carolin Pruy das Wirtshaussingen an. Das Singen setze Glückshormone frei, so viel wie beim Verzehr einer ganzen Tafel Schokolade. Der Vorteil des Singens: Es macht nicht dick. Da kann man dann auch noch getrost ein Bierchen mehr trinken. Den Wirt freut's, und die Gäste sind lustig.
Weil es so schön war, gibt es auch im nächsten Jahr wieder ein Wirtshaussingen - und zwar am 12. November. Diesen kann sich bereits jetzt jeder fett im Kalender markieren. Diejenigen, die im "Weißen Ross" dabei waren, werden bestimmt wieder kommen.


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