Hof - Wohin mit 160 Schülern? Diese Frage galt es für die Private Evangelische Volksschule in Hof noch vor dem Start des neuen Schuljahres im September schnell zu lösen. Durch den Aufbau einer Hauptschule und die stetig wachsenden Schülerzahlen reichten die Räumlichkeiten in der Schleizer Straße längst nicht mehr aus. Dort werden derzeit rund 100 Grundschüler unterrichtet. Doch auch für die 60 Hauptschüler fand sich im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Millitzer & Münch GmbH, am Unterkotzauer Weg 47 in Hof, rechtzeitig zum Schulstart ein neues Domizil. Schulvereins-Vorsitzender André Adams spricht von einer "vollwertigen Übergangslösung", die zunächst für einen Zeitraum von zwei Jahren Bestand haben wird. Bis dahin ist an eine neue Lösung gedacht: Ziel ist es, beide Schulen wieder unter einem Dach zu vereinen.
Schüler fühlen sich wohl
Dass der Schulbetrieb im "Provisorium Hauptschule" am Fuße des Hofer Schellenberges hervorragend klappt, davon überzeugte sich nun jüngst auch Hofs Bürgermeister Eberhard Siller. Zum Ortstermin mitgebracht hatte er auch Ute Mühlbauer vom Stadtplanungsamt Hof. Die neuen Unterrichtsräume für die Klassen 5, 6 und 7 präsentieren sich den Gästen hell und freundlich: Die Schüler fühlen sich wohl. Im Erdgeschoss eines Seitenflügels des ehemaligen Verwaltungsgebäudes sind zusätzlich drei Verwaltungsräume, ein Projekt- und ein Speiseraum untergebracht. Allen voran die Schüler-Eltern und die Mitglieder des Schulvereins haben während der Sommerferien kräftig zugepackt und die Räumlichkeiten in ein ansprechendes Domizil verwandelt.
Bürgermeister Eberhard Siller zeigte sich beim Rundgang durch die Einrichtung beeindruckt. Dennoch gelte es jetzt, alsbald eine neue Lösung zu finden. Bei der Suche nach einem geeigneten Bauplatz für ein neues Gebäude sagte Siller seine tatkräftige Unterstützung zu. Allein die Schülerzahlen zeigten, dass der Bedarf für eine Private Evangelische Volksschule da ist. In einer Schulstadt wie Hof sei es wichtig, auch eine evangelische Bekenntnisschule anzubieten. Und Siller freute sich, dass der Schulverein innerhalb der Stadt Hof nach einem neuen Standort sucht. Letzteres gestalte sich zwar nicht einfach, weil viele Grundstücke in privater Hand seien und zudem bestimmte Kriterien erfüllt werden müssten. Schließlich sei eine gute Anbindung an Sportstätten und öffentlichen Nahverkehr bei der Standortwahl ein wichtiger Aspekt. "Die Stadt Hof wird Sie bei Ihrem Anliegen bestmöglichst unterstützen", sagte Siller, an Vorsitzenden Adams gewandt. Der bedankte sich beim Bürgermeister schon einmal für die Unterstützung in Sachen "Provisorium Hauptschule". Für den geplanten Neubau habe die Schule bereits einen Antrag auf Förderung beim Kultusministerium gestellt.
Christliche Themen
Die 160 Schüler der Privaten Evangelischen Volksschule werden derzeit von 15 Lehrerinnen und Lehrern nach dem bayerischen Lehrplan unterrichtet. Das Kernangebot sei also identisch mit dem einer staatlichen Regelschule, betonte Schulleiterin Annette Weirich. Selbstverständlich werde im Unterricht zusätzlich auf christliche Themen großer Wert gelegt.
Seit Beginn des neuen Schuljahres gibt es erstmals eine offene Ganztagesklasse an der Privaten Evangelischen Hauptschule. Erklärtes Ziel sei es, die jungen Menschen bereits frühzeitig bei ihrer Berufswahl zu unterstützen und in Kooperation mit Ausbildungsbetrieben Praktika vorzubereiten, durchzuführen und pädagogisch zu begleiten. "Der direkte Kontakt zu Unternehmen und Betrieben aus der Region soll den Schülern ermöglichen, soziale Kompetenz weiter zu entwickeln und Chancen für ihre berufliche Zukunft zu entdecken", machte Schulvereins-Vorsitzender André Adams abschließend deutlich.

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