Rehau - Diakon Norbert Pühler verlässt die evangelische Kirchengemeinde Rehau. Gut fünf Jahre nach Dienstantritt schnürt er auf eigenen Wunsch sein Bündel und tritt am 15. Juli eine Stelle in Freising an.
"Ich gehe nicht in Ärger", sagt der 43-Jährige, und der aufmerksame Zuhörer spürt, dass ihm an dieser Äußerung gelegen ist. Und doch wisse er seit einer geraumen Weile: "Meine Art und Weise ist einfach nicht die der Rehauer." Die Stadt - und damit auch die Kirchengemeinde - habe ihre ganz eigene Prägung, sei ein ganz spezielles System. Er habe lange überlegt, ob er sich dieser Prägung anpassen sollte oder nicht, und sei zu dem Schluss gekommen: "Im Grunde passen wir nicht zusammen!" Einzelteile dieses Systems, die Kinder- und Jugendarbeit beispielsweise, "passen prima", aber das System als Ganzes koste ihn eher Kraft, als dass es ihm welche gebe. Die Organisation der Abläufe sei teilweise beschwerlich, "weil es hier zu allem einen Chef braucht, der sagt, wo es langgeht", sagt er. Er sei aber nicht dieser "Chef", er arbeite einfach gerne mit Menschen zusammen, im Schulterschluss, statt zu dirigieren. "Ich würde mich freuen, wenn sich die Menschen trauen, Aufgaben zu übernehmen. "Aber hier darf man sich irgendwie nicht so richtig trauen."
Dazu komme, dass er im vergangenen Jahr schwer erkrankt sei und Prioritäten setzen musste - und wollte. "Deshalb das Versetzungsgesuch", sagt er. Obwohl es bislang noch keinen Nachfolger gibt, sei er zuversichtlich, dass das Gemeindeleben auch ohne seine Hilfe auf gesunden Füßen stehen bleibt. Gerade in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gebe es jede Menge engagierte Helfer, die sich um die Fortführung dessen, was er aus- und aufgebaut hat, kümmern. So sei erst jüngst eine Gruppe für Vorschulkinder gestartet worden, die sich ebenso großen Zuspruchs erfreue wie die Gruppen für Grundschüler, Teenies und älteren Jugendliche. "Ich freue mich, dass die Gruppen auch untereinander gut verbunden sind", sagt Pühler, der sich neben der Jugendarbeit in der Vergangenheit auch um einzelne Dienste wie die Organisation von Konfirmandenfreizeiten und Gemeindefesten sowie die Gestaltung von Gottesdiensten gekümmert hat.
Ganz wird er Rehau Mitte Juli übrigens noch nicht den Rücken kehren. Zum einen kehrt er für eine Freizeit zurück, zum anderen findet sein Abschiedsgottesdienst, den er selbst hält, erst am Sonntag, 26. Juli, um 9.30 Uhr in der evangelischen Pfarrkirche St. Jobst statt.
Bis dahin heißt es Abschied nehmen - "mit einem lachenden und einem weinenden Auge", wie er sagt. "Ein anderer Diakon kann und wird sich hier sicher wohlfühlen."


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