Frankenpost

Kontakt Impressum als Startseite Sitemap
Suche

 
 
Mittendrin
 
Jahresrückblick 2009 jahresrueckblick_09.jpg
 
Sport
fpsp_Lamich__4sp_080210
 
Hofer Land
Malerfasching Selb 2010



Sie befinden sich hier: Home
Erschienen am 26.11.2009 00:00
Überführung für Hirsch und Luchs
Naturschutz | Im Rehauer Forst beginnen im Februar die Bauarbeiten für Oberfrankens einzige Grünbrücke über die A93. Sie soll den Wildtieren ihre jahrhundertealten Routen durch das Fichtelgebirge wieder zurückbringen.
Von Joachim Dankbar

Wildbrücke Bild vergrößern
Lebensräume verbinden: In der Luftansicht wird hier an der A 20 in Mecklenburg-Vorpommern deutlich, wie Grünbrücken den Wildtieren wieder das Wandern ermöglichen. In einem Jahr soll das auch an der A 93 bei Rehau möglich sein.
Bild: Deges
Rehau - Nun können sich auch die Hirsche im Fichtelgebirge zu den Gewinnern der Wirtschaftskrise zählen. Aus den auf Bayern entfallenden Mitteln des sogenannten Konjunkturpakets II erhalten sie die erste Grünbrücke Oberfrankens. Sie wird zwischen den Autobahnanschlussstellen Selb und Schönwald die von der A 93 zerschnittenen Waldgebiete des Rehauer Forstes wieder miteinander verbinden. Mit den Bauarbeiten für das 4,3 Millionen Euro teure Projekt soll im Februar begonnen werden. Die Fertigstellung ist für den November 2010 geplant.

Mit immerhin 50 Metern ist die Grünbrücke noch ein Stückchen breiter als die A 93, über die sie hinwegführt. Grün heißt sie deshalb, weil das Bauwerk mit Gehölzen bepflanzt wird, die den Benutzern Schutz und Deckung bietet. Zudem ist eine hölzerne Sichtschutzwand geplant, die nachts verhindern soll, dass der 38-Tonner unten dem 18-Ender oben in die Augen leuchtet.

Dass im Rehauer Forst eine von nur drei Wildbrücken über Autobahnen in ganz Bayern gebaut wird, hat seine Gründe in der wichtigen Brückenfunktion, die das Fichtelgebirge für den Zug der Wildtiere in diesem Teil Europas hat. Ein Blick auf die Landkarte zeigt, dass genau hier der vom Kornberg kommende, bewaldete Schenkel des "granitenen Hufeisens" ohne nennenswerte Unterbrechung in das Elstergebirge und weiter bis in das Erzgebirge hinüberreicht. Weitgehend ungestört können Wildtiere aus dem Osten Europas hier nach Westen wandern. Nach Süden reicht die Verbindung in den Bayerischen und den Böhmerwald, nach Norden über Frankenwald und Thüringer Wald bis in den Harz.

Logo Thema des Tages Bild vergrößern

Bild:
Jahrelange Planungen

Über vier Millionen für den Naturschutz, das weckt unwillkürlich den Neid von Städten und Gemeinden, die ihre Wunschprojekte im Konjunkturpaket II nicht untergebracht haben. Das weiß auch Regierungsdirektor Michael Grauvogl von der Höheren Naturschutzbehörde der Regierung von Oberfranken, die zuständig für die Vorbereitung des Bauvorhabens ist. Keineswegs sei es so gewesen, dass man die Grünbrücke so einfach aus dem Hut gezaubert habe, nur weil es auf einmal Gelder aus Berlin gegeben habe, versichert er. Seit Jahren untersuche das bayerische Landesamt für Umwelt, wie man bedeutsame Wildtierkorridore wiederherstellen könne. Die Brücke im Rehauer Forst sei in einem landesweiten Konzept als eine von nur zwei Vorhaben in den Rang einer Sofortmaßnahme eingestuft. Umso erfreulicher, so Grauvogl; sei es, dass man jetzt der Einsicht auch die Tat folgen lassen könne.

fpnd_wildwegeplan_fischotte Bild vergrößern
Immer wieder werden auch vom Aussterben bedrohte und scheue Tiere wie der Fischotter bei ihren Wanderungen Opfer des Straßenverkehrs. Foto: Nabu
Bild:  

Schon seit geraumer Zeit ist unter Naturschützern unstrittig, dass die Verbindung von Naturräumen ebenso wichtig ist wie der Schutz einzelner Naturräume. Die genetische Vielfalt und damit die Überlebensfähigkeit vieler Wildarten kann nur gesichert werden, wenn diese wandern können. Der jahrhundertealte Zug der Hirsche zwischen Fichtelgebirge und Erzgebirge ist dafür nur ein Beispiel. Auf eine durchlässige Landschaft sind auch Tiere wie der Fischotter und der Luchs angewiesen, auf die man im Fichtelgebirge sehr stolz ist. Beide Arten benötigen sehr große Reviere, aus denen die Jungtiere nach der Aufzucht jeweils vertrieben werden und die sich neue Lebensräume suchen müssen. Aber auch von Kleinnagern, Reptilien und selbst Insekten werden solche Grünbrücken genutzt. Deshalb, so Grauvogl, wird die Oberflächengestaltung der neuen Brücke dem Lebensraum Wald auf beiden Seiten der Autobahn angeglichen.

Schutz vor Wildunfällen

Auch der Mensch profitiert von der neuen Brücke - nicht nur als Naturschützer, sondern auch als Autofahrer. Dass die A 93 tatsächlich lange vor ihr bestehende Wildwanderwege durchschnitten hat, kann man an den Maschendrahtzäunen links und rechts der Trasse sehen. Nur mit diesen Wildzäunen gelingt es, Hirsche und Rehe von der Fahrbahn fernzuhalten. Vor allem Wildschweine sind dafür bekannt, sich gern an diesen Zäunen zu erproben und sie zu unterwühlen. Die Folge sind schwere Unfälle in ganz Deutschland. Dabei müssen nicht Wildschweine ihr Leben lassen, sondern auch Autofahrer, die ihnen nicht ausweichen können.

 
 

Lesezeichen hinzufügen

Zurück Zurück Artikel drucken Drucken    Artikel speichern Speichern    Artikel versenden Versenden Nach ObenNach oben
 
 

Kommentare zum Artikel

  • von kahless00700 am 26.11.2009 07:43
    und dann...
    stellt man am besten noch Schilder auf damit die Tiere den Übergang auch finden...

    Sorry aber die 4,3 Mio. € hätte man besser verwenden können...

  • von kupferwurm am 26.11.2009 08:02
    4,3 Mio. ohjeoje...

    Ein Schildbürgerstreich ? Verspäteter Aprilscherz ? Geistige Umnachtung ?

    Das ist ein Prachtbau der Sonderklasse - Garniert mit hunderten von deutschen DIN Normen und Autobahn Sonderregelungen wie der Bau zu erfolgen hat.

    Da freuen sich die Jäger (übrigens: ein ganz armes und einlußloses Klientel...)schon jetzt wieder.

    Das wird ein Freudenfest für Oberfranken - dank der Klimaerwärmung, die bei Oberfranken aufhört, mit unaufhaltsam zuströmenden Touristenmassen auch noch Heerscharen von anreisenden Jägern - Brilliant !

    Tut´s denn da nicht auch ein wesentlich langlebiger und preiswerter Tunnel mit Lichtschacht in der Mitte ?

    Ich bestell schon mal Hirsch mit Klos !

  • von muetze am 26.11.2009 10:25
    Also ich...
    ...finde die Brücke gut. Wahrscheinlich schnallen die Viecherler schon, dass sie hier sicher drüber können und mir ist es lieber, die Wildschweine spazieren über meinem Kopf durch den Wald, als dass sie mir auf der Nase herumtanzen, bzw. mir vor die Schnauze meines Wagens spurten.
    Gruß,

    Mütze

  • von 3--- am 26.11.2009 10:32
    Feldweg
    Man muss net so nen Prachtbau hinstellen sondern die Tiere können auch die etlichen Feldwegbrücken über die A93 nutzen die massenweise von MAK nach Hof sind. 4,3 Mio gehts noch man sollte lieber mal schauen dass die Arbeitslosenzahlen in Ostbayern runtergehen und net irgenwelche Brücken für Tiere bauen wenn man die anderen auch nutzen könnte demnächst wird ein Tunnel in der Grösse des Tauerntunnels gebaut nur um Frösche passieren zu lassen weil eine normale Bachbrücke zu klein ist. Mit über 4 Mio könnte man ganz was sinnvolles machen

  • von kahless00700 am 26.11.2009 13:22
    was will man erwarten
    wenn anderso große Bauprojekte, die Millionen ind ie Steuerkassen spülen, Arbeitsplätze schaffen und eine Stadt aufwerten, nicht gebaut werden können weil irgendwo auf der Wiese ein geschützter Frosch lebt, dann ist das für ein Land ein Armutszeugnis.

    Hier ist es ähnlich: Umweltschutz schön und gut, aber in Zeiten diverser Krisen so einen Protzbau hinzustellen ist eine Frechheit gegenüber jedem Steuerzahler! Da hätte es ja wohl auch ne kleinere Lösung getan

  • von wickerman am 26.11.2009 13:26
    Einfach mal ein Bild ...
    [ img]http://www.lightlines.de/phill/welt.jpg[ /img]

  • von unbekannt am 26.11.2009 15:18
    Deutschland = Autoland
    In Deutschland ist jeder Quadratkilometer Land mit einer Strasse oder einem Weg durchschnitten. Kein anderes Land hat mehr Ausfahrten auf Autobahnen als Deutschland. Und wenn ich sehe, dass selbst Kroatien und Polen in Grünbrücken investieren, dann werden wir das wohl auch für unsere Tiere tun können. In Kroatien gibt es übrigens Wildbrücken für Braunbären die sind 100 Meter breit. Und kosten mehr als 10 Mio Euro pro Stück. Nur so mal zur Info.

  • von kupferwurm am 26.11.2009 15:36
    Kroatien und Polen


    Himmel, herrje - die beiden Länder als Vorbilder anzuführen....Schon mal nachgedacht oder nur auf der Tastatur rumgetippt ? Machen einem sollte die Tastatur entzogen werden.

    Die Länder erhalten (Ähnlich Konjunkturpaket II) ebenfalls !!MASSIVE!! EU-Fördermittel für die Brücken. Meint denn jemand ernsthaft, die Polen und Kroaten würden das aus eigenen Mitteln und aus reiner Tierliebe bauen ?

    Wie schon von einem Vorredner richtig festgestellt, gibt es reichlich Autobahnbrücken dauf der A72 (glaube alleine zwischen MAK und HO an die 6 oder 7 Stück) die für KFZ-Verkehr gesperrt sind und direkten/indirekten Waldanschluß haben.
    Das simpelste währe den Brückenasphalt dunkelgrün zu gummieren und ein paar Sichtschutzplatten für die bösartig geblendeten Hirsche aufzustellen.

    Aber dann gibts ja auch keine Gelder nicht wahr ?

  • von schorsch am 27.11.2009 22:45
    Hinweistafeln für Tiere
    Wie schön.. im Internet kann man so schön anonym bleiben und dabei gefahrlos seine intolerante Gesinnung äußern....
    Und übrigens, bei der vorgeschlagen Lösung wurden die Hiweistafeln für die Tiere vergessen. Damit sie auch wissen wohin. Und nicht versehenlich die Autobahn überquern und Ihnen ins Auto laufen.

  • von 3--- am 26.11.2009 17:00
    Achso
    "Vor allem Wildschweine sind dafür bekannt, sich gern an diesen Zäunen zu erproben und sie zu unterwühlen. Die Folge sind schwere Unfälle in ganz Deutschland. Dabei müssen nicht Wildschweine ihr Leben lassen, sondern auch Autofahrer, die ihnen nicht ausweichen können"

    Achso und das passiert net wenn man bei Rehau ne Brücke baut. Ne Marktredwitzer Wildsau wird wohl net bis Rehau laufen, da die Brücke überqueren und dann wieder nach Marktredwitz.

  • von der_selber am 26.11.2009 17:16
    gehts noch...?
    4,3 Millionen damit die Viecher über die Autobahn spazieren können?

    Gute Nacht Deutschland, solange wir keine anderen Probleme haben leisten wir uns hat so einen Schmarrn. Wir wissen ja eh nimmer, wohin mit dem vielen Geld.


  • von hut am 26.11.2009 19:14
    Was ist schon Geld
    Im Prinzip finde ich es gut, aber ich weiß nicht, wie man da 4,3 Mio. unterbringt.

    Es wird wieder sinnlos auf 80 km/h beschränkt werden, und mit den Verkehrsüberwachungsmaßnahmen ist das Geld in zwei Jahren wieder drin.

    Also wenn dann in vier Jahren eine zweite Brücke gebaut wird, dann weiß jeder, wieviel er oder sie dazu gesponsort hat.

  • von kormet am 28.11.2009 08:28
    Absolut sozial ..
    .. den Tieren gegenüber. Aber würde die Regierung auch für die Kinder in Deutschland die nichts zu essen haben einfach mal 4 Millionen aus den Ärmel schütteln? Typischer Deutscher Bürokratismus der gerade jetzt zur Weihnachtszeit absolut geschmacklos ist.
    Ein hoch dem Sozialstaat Deutschland. Toll.

 

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!

Bitte melden Sie sich an:

 
 


 
 
Olympische Winterspiele
Flash-Ticker Winter-Olympiade
 
 
Länderspiegel
 
Umfrage

Nicht informiert: Bank muss Steuerhinterzieher entschädigen - zu Recht?

Ja, die Betroffenen hätten sich selbst noch anzeigen können.
Nein, Steuerhinterziehung muss bestraft werden.

weitere Umfragen  

 
 
Wirtschaft
fpnd_online1_060210
 
 


Kontakt Impressum Datenschutz rechtliche Hinweise Öff. Verfahrensverzeichnis