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Erschienen am 13.06.2008 00:00
Notfalls als privater Betrieb
Lückenschlüsse | Chancen für Höllentalbahn und Selb - Asch

Hof – Der Hofer Bundestagsabgeordnete Dr. Hans-Peter Friedrich befürwortet zwei Lückenschlüsse im Bahnnetz der Region. Dabei räumt Friedrich einer Reaktivierung der Strecke zwischen Selb - Plößberg die größere Bedeutung ein, für die Höllentalbahn sieht der Bundestagsabgeordnete grundsätzlich nur Chancen über eine private Betreibergesellschaft.

„Die Bahnstrecke zwischen Selb und Asch ist für den Personenverkehr langfristig unverzichtbar“, betonte Friedrich in einem Pressegespräch mit der Frankenpost. Karlsbad, das über einen internationalen Flughafen verfüge, sei über diese Bahnstrecke besser zu erreichen. Die überregionale Bedeutung dieser Strecke sei umstritten und werde seitens des Bundesverkehrsministeriums verneint. Bayern strebe eine neue Strukturuntersuchung an. Fraglich sei, ob der Kostenvoranschlag von 4,1 Millionen Euro belastbar sei. Eine Ko-Finanzierung sei über EU-Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) möglich. Auch die Verwendung bayerischer ÖPNV-Mittel sei denkbar. Friedrich brachte auch eine Übernahme der Strecke durch eine regionale Infrastrukturgesellschaft ins Gespräch, für die er sich als Partner den Kreis Wunsiedel und die Stadt Rehau vorstellen kann.

Schwieriger sei eine Bewertung der Höllentalbahn zwischen Marxgrün und Blankenstein. Die Kosten seien unklar, je nach Gutachten mit 14 oder 26 Millionen Euro veranschlagt. Die Strecke sei nach Einschätzung des Bundesverkehrsministeriums und der Bahn AG nicht wirtschaftlich. „Eine private Betreibergesellschaft ist die einzige erkennbare Möglichkeit“, betonte Friedrich. Der Impuls dazu müsse von Thüringen ausgehen, sagte er mit Blick auf die holzverarbeitenden Betriebe im Saale-Orla-Kreis. Seitens des Freistaats Bayern werde eine Bestellung von Personenverkehr nicht mehr ausgeschlossen. W. R.

 
 
 
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Kommentare zum Artikel

  • von unicat79 am 13.06.2008 13:17
    Jetzt treten die Schwächen des Bundesverkehrswegeplanes zu Tage!
    Anscheinend beginnt zumindest bei einigen Regionalpolitikern ein Paradigmenwechsel hin zur Bahn. Dies ist auch dringend nötig, wenn nicht schon zu spät! Die Frage ist doch, wie können gesamtwirtschaftlich Transportkosten angesichts hoher Ölpreise klein gehalten werden? Deswegen mahne ich jeden Politiker und Unternehmer, sich die zukünftigen Veränderungen sorgsam zu überlegen. Wer die Zeichen der Zeit erkennt, wird merken, dass der LKW keine Zukunft hat. Als Transportmittel bleibt dann nur die Bahn!
    Deswegen: Wehe denen, die die Zeichen der Zeit nicht erkennen. Sie werden durch eine Transportkrise einfach untergehen!

 

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