Hof – Der Hofer Bundestagsabgeordnete Dr. Hans-Peter Friedrich befürwortet zwei Lückenschlüsse im Bahnnetz der Region. Dabei räumt Friedrich einer Reaktivierung der Strecke zwischen Selb - Plößberg die größere Bedeutung ein, für die Höllentalbahn sieht der Bundestagsabgeordnete grundsätzlich nur Chancen über eine private Betreibergesellschaft.
„Die Bahnstrecke zwischen Selb und Asch ist für den Personenverkehr langfristig unverzichtbar“, betonte Friedrich in einem Pressegespräch mit der Frankenpost. Karlsbad, das über einen internationalen Flughafen verfüge, sei über diese Bahnstrecke besser zu erreichen. Die überregionale Bedeutung dieser Strecke sei umstritten und werde seitens des Bundesverkehrsministeriums verneint. Bayern strebe eine neue Strukturuntersuchung an. Fraglich sei, ob der Kostenvoranschlag von 4,1 Millionen Euro belastbar sei. Eine Ko-Finanzierung sei über EU-Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) möglich. Auch die Verwendung bayerischer ÖPNV-Mittel sei denkbar. Friedrich brachte auch eine Übernahme der Strecke durch eine regionale Infrastrukturgesellschaft ins Gespräch, für die er sich als Partner den Kreis Wunsiedel und die Stadt Rehau vorstellen kann.
Schwieriger sei eine Bewertung der Höllentalbahn zwischen Marxgrün und Blankenstein. Die Kosten seien unklar, je nach Gutachten mit 14 oder 26 Millionen Euro veranschlagt. Die Strecke sei nach Einschätzung des Bundesverkehrsministeriums und der Bahn AG nicht wirtschaftlich. „Eine private Betreibergesellschaft ist die einzige erkennbare Möglichkeit“, betonte Friedrich. Der Impuls dazu müsse von Thüringen ausgehen, sagte er mit Blick auf die holzverarbeitenden Betriebe im Saale-Orla-Kreis. Seitens des Freistaats Bayern werde eine Bestellung von Personenverkehr nicht mehr ausgeschlossen. W. R.

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