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Hof - Der Bedarf an Arbeitsplätzen für Behinderte in den Hochfränkischen Werkstätten wächst. Deshalb erweitert die Lebenshilfe Hof als Bauherr die Werkstatt in der Schaumbergstraße kräftig. Hier entsteht ein einstöckiger Neubau mit etwa 2000 Quadratmetern Nutzfläche. Der Rohbau ist schon weit fortschritten, zahlreiche Betonträger stehen bereits. Und so hatte die Feier zur Grundsteinlegung schon beinahe den Charakter eines Richtfestes.
Rita Krause, Vorsitzende der Lebenshilfe, mauerte im Beisein zahlreicher Ehrengäste den Stein ein und versenkte zudem eine Kupferröhre, die unter anderem eine schriftliche Chronologie der Hofer Lebenshilfe, eine aktuelle Frankenpost, ein Lebenshilfe-Magazin und mehrere Euro-Münzen enthält. Ein Mitarbeiter der Behindertenwerkstatt lötete die Röhre fachkundig zu; derweil erklangen fröhliche Klänge der vierköpfigen "Trommeltruppe der Schaumbergstraße". Beim Einmauern ging Polier Thomas Wölfel der Vorsitzenden zur Hand.
Rita Krause berichtete, dass das Diakonische Werk das Grundstück 1999 erworben und nun an die Lebenshilfe weiterverkauft hat. Den Grundstein sehe sie als ein Symbol "für den guten Zweck und die Beständigkeit dieses Hauses".
In der bereits bestehenden Werkstatt in der Schaumbergstraße sind bislang 60 Mitarbeiter beschäftigt, sie erledigen vor allem Montagearbeiten für Firmen aus der Region. 80 Behinderte werden in den Neubau einziehen, wenn er - voraussichtlich in der zweiten Hälfte kommenden Jahres - fertig ist. Bisher sind diese Arbeitsplätze provisorisch in der Schollenteichstraße 34 und in der Carl-Benz-Straße 8 untergebracht. Mit der Fertigstellung des Gebäudes wird die Zahl an anerkannten Plätze in allen Standorten der Hochfränkischen Werkstätten auf 395 steigen.
Heike Ramming, die im Namen der Beschäftigten die Gäste der Feier begrüßte, freute sich, dass nach langem Warten der Neubau nun wachse. "Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den neuen Kollegen."
Firmen aus der Region
Die Lebenshilfe greife für den Neubau tief in die Tasche, berichtete Geschäftsführer Gerriet Giebermann. Der Erweiterungsbau kostet insgesamt zirka vier Millionen Euro. Ein Drittel davon bezahlt die Lebenshilfe aus Eigenmitteln. Für den Rest kommen der Freistaat Bayern, der Bezirk Oberfranken und die Agentur für Arbeit auf. Die Bauarbeiten konnten vorwiegend an Firmen aus der Region vergeben werden, freute sich Giebermann.
"Da bewegt sich was für die Menschen", stellte Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner fest: Der Neubau füge sich ein in das Bild der vielen weiteren Baustellen, die derzeit die Stadt prägten. Fichtner dankte der Lebenshilfe für das große Engagement und die Investitionen in Hof.
Eberhard Siller, Hofer Bürgermeister, lobte in seiner Funktion als stellvertretender Bezirkstagspräsident das "meist gute Miteinander" von Bezirk und Lebenshilfe. "Trotz manchmal unterschiedlicher Meinungen konnten immer gute Lösungen gefunden werden. Der Bezirk schätzt die Arbeit der Lebenshilfe sehr", versicherte Siller. Arbeitsplätze gäben dem Leben der Menschen Struktur und stärkten ihr Selbstwertgefühl.
Landrat Bernd Hering erinnerte daran, dass bis vor Kurzem auf dem Grundstück Behinderte noch Fußball gespielt hätten. "Jetzt entsteht hier ein hervorragendes Werk." Hering bescheinigte der Lebenshilfe, seit 38 Jahren für Stadt, Landkreis und die ganze Region Hervorragendes zu leisten.


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