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Erster Fall von Vogelgrippe in der Stadt Hof

Die Vogelgrippe greift um sich. Nach der toten Legehenne in einem Stall in Bobengrün meldet nun auch die Stadt Hof einen Fall.



Peter Moser und Dr. Cornelia Nelkel vom Hofer Veterinäramt schildern die Sperrzone aus. Foto: Jochen Bake
Peter Moser und Dr. Cornelia Nelkel vom Hofer Veterinäramt schildern die Sperrzone aus. Foto: Jochen Bake  

Hof - Nachdem am Montag ein toter Schwan in der Fabrikvorstadt auf der Saale trieb, wurde der Verdacht auf Vogelgrippe zur Gewissheit: Ein Labor fand bei dem Kadaver den hochansteckenden Virus H 5 N 8, jenen Erreger, der auch den Tod der Bobengrüner Henne verursacht hatte.

Die Maßnahmen der Stadt Hof, die die Verbreitung des Virus verhindern sollen, haben nun buchstäblich eine große Schnittmenge mit denen des Veterinäramtes des Landkreises. Das gesamte Stadtgebiet ist nun zu einer Sperrzone geworden. Dies bedeutet dort vor allem, dass Hunde- und Katzenbesitzer ihre Tiere nicht frei laufen lassen dürfen. Die Vierbeiner könnten mit den Pfoten Vogelkot, der mit dem Virus kontaminiert ist, in Ställe tragen oder allgemein zur Verbreitung der Keime beitragen. Wer diese Anordnung ignoriert, riskiert empfindliche Bußgelder.

Für Geflügelhalter und Züchter ändert sich letztlich nichts. Für sie gilt bereits seit Mitte November die Stallpflicht. Sie dürfen die Tiere auch nicht auf Märkten verkaufen oder sie in Ausstellungen präsentieren. Zuletzt hatten Kleintierzüchter die strengen Regeln kritisiert, weil das Ausstellungsverbot den Kern der Vereinstätigkeit in hohem Maß beeinträchtige.

Dr. Gunther Illgen ficht das kaum an. Der Veterinär des Landratsamtes muss darauf achten, dass aus Einzelfällen kein Flächenbrand wird. Nun liegt in dem Fall in Bobengrün auch eine abschließende Bestätigung aus dem Labor vor, dass die tote Henne den gefährlichen Erreger in sich trug. Aber alle Umstände wiesen auch zuvor klar darauf hin, was die behördlichen Verbote und Anordnungen rechtfertige.

Dass die Fallzahl in Bayern und darüber hinaus aktuell steigt, dafür hat Illgen eine Erklärung: den Frost. "Durch den kalten Winter kommt Bewegung in die Populationen." Der Tiermediziner vermutet, dass sich Wildvögel von nun zugefrorenen stehenden Gewässern aufmachen, um sich an bewegten Gewässern niederzulassen, die nicht vereist sind - so wie die Saale. Dort finden sie Nahrung und einen Platz für die Nachtruhe. So tragen aber infizierte Tiere auch den Virus weiter.

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Harald Werder

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Veröffentlicht am:
31. 01. 2017
19:07 Uhr

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Harald Werder

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31. 01. 2017
19:07 Uhr



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