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Kammerkonzert in großer Kirche

Heidenreich-Tage | Oboe, Flöte und Orgel entfalten Klangreichtum und Virtuosität
Von Kerstin Starke
  • fpku_heidenreich Birgitta Kurbjuhn, Georg Stanek und Igor Storozhenko (von links) Foto: Hermann Kauper
     
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Hof – Über die große Instrumentalkunst des Solo-Oboisten der Hofer Symphoniker, Igor Storozhenko, durften sich Konzertbesucher schon häufig freuen. Dass sich sein musikalisches Können aber auch auf den Gesang erstreckt, erfuhren die ungefähr 300 Besucher des zweiten Konzertes im Rahmen der Heidenreich-Tage in der Hofer St. Michaeliskirche. Mit starkem, sonoren Bass, der an ostkirchliche Männerchorstimmen erinnert, interpretierte er zwei der zehn Biblischen Lieder, die Antonín Dvorák vertont und der Bariton Dietrich Fischer-Dieskau übersetzt hat. Zurückhaltend begleitet von der Orgel, sang Storozhenko zunächst „Gott ist mein Hirte“ (Psalm 23), dann „Rings um den Herren“ (Psalm 97).

In erster Linie war Storozhenko allerdings als Oboen-Solist Mitwirkender des Konzertes. Er, die Solo-Flötistin und Symphoniker-Kollegin Birgitta Kurbjuhn (gewohnt souverän) und Stadt- und Dekanatskantor Georg Stanek (als ruhiger Begleiter und überzeugender Solist) leiteten das Programm mit Bachs Triosonate G-Dur ein; der heiter-beschwingte Auftakt eines abwechslungsreichen Kammerkonzertes in großer Kirche, das die Zuhörer das äußerst trübe „Herbst“-Wetter für 70 Minuten vergessen ließ. Doch der barocke Bach, der vor allem den beiden Bläsern viel Gelegenheit zu virtuosen Läufen und expressiven Akkorden gab, war nur musikalische Einleitung für ein interessantes Programm, bei dem Organisator Stanek zwischen Romantik und Moderne wechselte.

Hochromantisch durfte sich zunächst der „Star“ der Reihe, die frisch und umfassend renovierte Heidenreich-Orgel, bei der Fantasie und Fuge c-Moll, opus 109, von Gustav Merkel entfalten. Seine Orgelkompositionen gehörten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu den meistgespielten Werken, was wohl nicht zuletzt an der harmonisch-melodiösen Linienführung liegt, die im Fall des Opus 109 in einem wahrlich majestätischen Schluss gipfelt. Das Kontrastprogramm dazu lieferte das zweite Orgelwerk an diesem Nachmittag: die Toccata C-Dur des Russen Georgi Muschel; äußerst lebhaft, mit kurzen Bass-Tönen entfaltete die Königin der Instrumente dabei ihr ganze Klangvielfalt.

Zurückhaltung übte sie stattdessen meist bei konzertierenden Stücken, etwa bei der „Meditation für Querflöte und Orgel“ von Harald Genzmer. Der Komponist, der in Hof dank zahlreicher (Ur-)Aufführungen seiner Werke durch die Symphoniker kein Unbekannter ist und im Dezember 98-jährig verstarb, formte in seiner „Meditation“ ein musikalisches Nachdenken aus, bei dem die Flöte als Solo-Instrument und die Orgel als klangreiches Fundament in Dialog treten.

Ebenfalls durchaus meditativen Charakter hat die Canzona, opus 76 a, des Schweizers Willy Burkhard (1900 bis 1955); Oboe und Flöte erheben sich in ihren Melodien verträumt über regelmäßige Orgel-Akkorde; die Musik steigert sich ins Forte, um wieder in ruhige, fast impressionistische Farben abzuschwellen und schließlich sphärisch zu verklingen.

Zum Abschluss wieder Bearbeitungen von Werken zweier ausgesprochener Romantiker: Von Felix Mendelssohn Bartholdy spielten die drei aus „Lieder ohne Worte“, opus 19/1, zunächst Andante con moto, dann als Zugabe Andante espressivo; und von Robert Schumann die sehr kantable „Widmung“, die der Komponist nach schmerzhafter Trennung seiner Braut Clara Wieck zum Geschenk gemacht hatte.

    
    

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