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Glücksbringer gefragt

Bezirkskaminkehrermeister Horst Bayerlein aus Thierstein sucht händeringend nach einem Auszubildenden. Der Beruf des Schornsteinfegers ist interessant und anspruchsvoll.

Von Andrea Herdegen
  • Horst Bayerlein
    Andrea Herdegen
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Thierstein - "Die jungen Leute schätzen diesen Beruf völlig falsch ein. Als Schornsteinfeger wird man gefordert und muss seine Leistung bringen." Schon seit dem Frühjahr sucht Bezirkskaminkehrermeister Horst Bayerlein einen Lehrling. Inzwischen händeringend. Am 1. September beginnt das neue Ausbildungsjahr, und er hat die Stelle noch nicht besetzen können.

"Wahrscheinlich glauben Jugendliche mit mittlerer Reife, dass sie überqualifiziert sind. Der Beruf des Kaminkehrers wird leider sehr unterschätzt", bedauert Bayerlein. Außerdem würden sich wahrscheinlich einige junge Leute vor Schmutz fürchten, vermutet er. "Gerade bei uns auf dem Land wird man bei der Arbeit schon noch schwarz. Staub und Ruß sind durchaus vorhanden." Sein Betrieb, in dem neben ihm noch ein Meister arbeitet, betreut einen festen Kehrbezirk, der Teile von Marktleuthen, Kirchenlamitz und Sparneck umfasst.

In der dreijährigen Ausbildung lernt man, wie Feuerungs- und Lüftungsanlagen auf ihre Betriebssicherheit hin überprüft werden. Bau- und umweltschutzrechtliche Vorgaben sind dabei zu beachten. Kaminkehrer reinigen Schornsteine und Verbindungsstücke und entfernen Ablagerungen aus Lüftungsanlagen. Außerdem gehören Feuerstätten- und Brandverhütungsschauen sowie Immissionsschutzmessungen zu ihrem Arbeitsalltag. Dabei ist wichtig, alle Mess- und Prüfergebnisse zu dokumentieren und für die Beseitigung eventueller Mängel zu sorgen.

Auch die Kundenberatung gehört zu den Aufgaben der Schornsteinfeger. Dabei müssen die Fachleute feuerungs-, umwelt- und klimatechnische Fragen beantworten. Darüber hinaus sind sie an baurechtlichen Prüfungen und Begutachtungen beteiligt. "Es ist ein interessanter Beruf, mit großer Verantwortung. Wir haben viel Kontakt zu unseren Kunden und müssen dabei immer die Schweigepflicht beachten", hebt Bayerlein hervor.

Oft werde die erforderliche gute körperliche Konstitution unterschätzt. "Ein Schornsteinfeger braucht für seine Arbeit viel Kraft für das Kehren und er muss schwindelfrei und gelenkig sein, da er ständig über Leitern klettern und durch Dachfenster steigen muss." Auch der Stellenwert der Theorie, die einen beachtlichen Teil der Ausbildung umfasst, werde verkannt. "Die Kaminkehrer-Innung für Oberfranken macht regelmäßige Eignungstests, beim letzten Mal haben von 18 nur sechs Jugendliche bestanden", berichtet der Kaminkehrermeister.

Vor dem Abschluss eines Ausbildungsvertrages wollten die Betriebe wissen, ob die Fähigkeiten und Neigungen des Interessenten den Anforderungen entsprechen. Daher gebe es diese Prüfung vorher. "Der nächste Eignungstest ist am 10. Oktober. Bis dahin möchte ich spätestens einen neuen Lehrling gefunden haben", sagt Bayerlein und weist darauf hin, dass es neben der betrieblichen auch eine schulische und eine überbetriebliche Ausbildung gebe.

"Die Lehrlinge haben Blockbeschulung in Mühlbach bei Regensburg, die überbetriebliche Ausbildung findet in Bayreuth statt", weiß Bayerlein. Kaminkehrer beurteilten Abgase und Verbrennungsrückstände an Feuerungsanlagen, dabei seien Chemie- und Physikkenntnisse gefragt, beim Berechnen von Energieverlusten sei gutes Wissen in Mathematik unabdingbar. "Außerdem müssen die Lehrlinge Bauzeichnungen lesen und verstehen, dafür benötigen sie Kenntnisse in Werken und im technischen Bereich."

Horst Bayerlein hofft immer noch, einen geeigneten Azubi zu finden. "Denn die schönen Seiten dieses Berufes überwiegen bei Weitem. Meine tägliche Arbeit macht mir viel Spaß. Außerdem sind wir ja Glücksbringer", sagt er schmunzelnd.



Bewerbungen

An der Kaminkehrer-Ausbildung interessierte Jugendliche können ihre schriftliche Bewerbung an den Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit in Selb, Poststraße 7, 95100 Selb, unter Referenznummer 10000-1053578360-S senden. Voraussetzung ist die mittlere Reife.

    
    

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Die neuesten Kommentare

Die Wahrheit zu den Bezirksschornsteinfegern!

von Datko am 25.08.2010 14:28
Ich kann vor dem Schornsteinfegerberuf nur warnen!

Schornsteinfeger sind oft unbeliebt und führen nach Meinung vieler Ingenieure und Naturwissenschaftler weitgehend unnütze Tätigkeiten aus.

Nur zwei Beispiele:
Berlin Morgenpost 06.11.2009
"Feller und Pollow können viele Geschichten erzählen von Kollegen, die nur unter Polizeischutz ihrer Arbeit nachgehen, weil Hausbesitzer sie nicht einlassen wollen"

Luther Gerhard - Dipl. Physiker, Dr. in der Verbandszeitung der Ingenieure (VDI-Nachrichten):
Vorschlag: "Die Messungen nach 1.BImSchV werden aufgegeben oder zumindest stark zurückgefahren."

Aus meiner Sicht als Ingenieur und Physiker führt der Bezirksschornsteinfeger an unserer Gasheizung nur ein unnützes Theater auf. Gasheizungen brauchen keinen Schornsteinfeger.

J. Datko - Ing., Physiker
IG gegen das Schornsteinfegermonopol - Sektion Bayern - www.kontra-schornsteinfeger.de
Forum: www.schornsteinfeger-ko.de
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