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Historie

Die Finanzierung steht auf Messers Schneide

Die weltweite Finanzkrise hat auch in das Finanzierungskonzept der 43. internationalen Hofer Filmtage Schneisen geschlagen. Kurzzeitig bangte der Hofer Organisationsleiter Rainer Huebsch im Jahr 2009 sogar um den Fortbestand des Festivals.



Rainer Huebsch
Rainer Huebsch: "Unser Haushalt ist so eng geschnürt, Einsparungen sind da einfach nicht machbar."   Foto: Hermann Kauper

Die weltweite Finanzkrise hat auch in das Finanzierungskonzept der 43. internationalen Hofer Filmtage Schneisen geschlagen. Kurzzeitig bangte der Hofer Organisationsleiter Rainer Huebsch sogar um den Fortbestand des Festivals. Dass es dann doch uneingeschränkt weitergehen konnte, hat zu tun mit der wachsenden Verantwortung der regionalen Wirtschaft für ihren kulturellen Leuchtturm, zu dem die Hofer Filmtage in 43 Jahren längst geworden sind.

Doch von vorne: Als im vergangenen Frühjahr ein großes überregionales Geldinstitut, die HypoVereinsbank AG, München, ankündigte, ihr finanzielles Engagement auf null zu fahren, traf dies das Team um Festival-Leiter Heinz Badewitz unvorbereitet und knallhart. "Wir waren erst einmal ziemlich geschockt", sagt Rainer Huebsch. Schließlich handelte es sich nicht nur um ein paar Hundert Euro, man zählte in Tausendern. Und dann zog sich auch noch M & M Militzer & Münch, Hof, zurück.

Der Haushaltsabschluss für die 42. Filmtage hatte gezeigt: Im Festival-Etat selbst steckt kein Millimeter Spielraum. Rainer Huebsch: "Unser Haushalt ist so eng geschnürt, Einsparungen sind nicht machbar."

Nach kurzer Schockstarre entschloss man sich zur Flucht nach vorne, wandte sich an die langjährigen Sponsoren, klingelte bei möglichen neuen an und bat bei den öffentlichen Zuschussgebern um Aufstockung der Fördermittel.

 

Bittgang trägt Früchte

 

Der Bittgang trug Früchte. Rainer Huebsch: "Wir konnten einen Ausgleich schaffen. Aufgefangen haben uns gerade auch Sponsoren aus der Region." Nicht nur die Firmen aus der Unternehmerinitiative Hochfranken packten in der Summe Geld obendrauf, in den Kreis der "größeren" Sponsoren reihten sich neu ein: Rohleder GmbH aus Konradsreuth und Thüga Metering Service GmbH, Naila. Und auch die Autowelt König GmbH, Wunsiedel, Hof stellte nicht - wie im Vorjahr noch das Hofer Autohaus Friedrich - nur die Fahrzeugflotte für den Fahrdienst der prominenten Gäste kostenfrei zur Verfügung, sondern legte noch Geld dazu.

Rainer Huebsch: "Als klar war, dass auch der Freistaat Bayern und der Bund ihre Fördermittel etwas anhoben, konnten wir aufatmen." Zumal der Hauptsponsor Arte Deutschland TV GmbH sowie ARRI, München, Eagle Products Textil GmbH, Hof, Kodak GmbH, Stuttgart, Serag Wiessner, KG, Naila und World of Textiles, Willy Maisel GmbH als auch der Bezirk Oberfranken und die Stadt Hof ihre Zahlungen zugesichert hatten.

Und so konnten die parallel laufenden Planungen für die 43. Hofer Filmtage auf der Basis der Zahlen des Vorjahres zum Abschluss gebracht werden. Dieser umfasste ein Volumen von annähernd 350 000 Euro. Damit sind die Hofer Filmtage so günstig wie kein anderes vergleichbares Festival in Deutschland. Nicht zuletzt auch durch den Einsatz von fast 100 Helfern vor Ort, die alle ehrenamtlich mitarbeiten.

Der Finanzkrise zum Trotz verbreitet ein im Filmtage-Büro an die Wand geheftetes Din-A-4-Blatt Optimismus: Darauf sind für jedermann gut sichtbar schon mal die Termine für die 44. und 45. Hofer Filmtage vermerkt.

Thomas Schuberth-Roth

 

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Veröffentlicht am:
29. 10. 2009
00:00 Uhr

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