An Rastanlage in Himmelkron Lkw-Fahrer stirbt in brennendem Führerhaus

Berufskollegen haben  sofort Hilfe geleistet. Auch die Feuerwehr war binnen Minuten vor Ort. Für einen 34-jährigen Letten kam dennoch jede Hilfe zu spät. Jetzt ermittelt die Kripo.

Es waren dramatische Szenen, die sich am Samstagabend auf dem Shell-Autohof in Himmelkron abgespielt haben. Der Parkplatz war voll, als Lkw-Fahrer, die ebenfalls dort ihre Pausen eingelegt hatten, einen Knall hörten. Schnell war klar: Im Führerhaus eines Lastzugs aus Lettland war ein Feuer ausgebrochen. Die Vermutung kam schnell auf, dass der Fahrer sich noch in dem Fahrzeug befinden könnte.  Sofort machten sich andere Brummifahrer mit ihren Feuerlöschern daran, gegen die Flammen zu kämpfen und verständigten die Feuerwehr. Doch für den 34-jährigen Mann aus Lettland kam jede Hilfe zu spät. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen. Jetzt ermittelt die Kriminalpolizei, wie es zu dem schrecklichen Unglück  auf dem Rasthof kommen konnte.

Die Lanzendorfer Feuerwehr war schnell am Einsatzort. Die Wehr hatte ganz in der Nähe gerade mit ihrer Jahreshauptversammlung begonnen, als  gegen 19 Uhr der Alarm  ausgelöst wurde. Als die ersten Kräfte eintrafen, berichtet Kreisbrandmeister Rainer Bär, hatten die Ersthelfer den Brand schon weitgehend gelöscht. „Alles war voller Löschpulver. Wir sahen sofort, dass da eine sehr große Hitze geherrscht haben musste. Die Innenverkleidungen waren geschmolzen und die Frontscheibe geborsten.“ Die Polizei berichtet später von einer starken Rauchentwicklung im Führerhaus des Volvo und davon, dass alles in Flammen gestanden sei.

Wenig später trafen auch die Feuerwehren aus Himmelkron und Gössenreuth  auf dem großen Parkplatzgelände an der Bayreuther Straße ein. Kommandant Sebastian Laschka übernahm die Einsatzleitung. Insgesamt waren rund 30 Feuerwehrleute an den Einsatzort geeilt. „Am Führerhaus hat noch etliches geglüht“, berichtet Kreisbrandmeister Bär. 

Mit Atemschutzmasken und der Unterstützung durch die Feuerwehr haben sich, sobald das möglich war,  Retter des BRK ins Innere des Führerhauses begeben. In der Schlafkabine haben sie den leblosen Fahrer entdeckt.  Helfen konnten sie dem Mann  aber  nicht mehr.

Die Retter am Einsatzort schirmten  schnell den Lkw vor neugierigen Blicken ab. Auf einer Seite schützte ein Erdwall, auf der anderen Seite wurden Fahrzeuge so positioniert, dass den zahlreichen Schaulustigen, die sich eingefunden hatten, der Blick verstellt wurde. 

Die Feuerwehr war noch längst nicht abgerückt,  als schon die Kriminalpolizei eingeschaltet wurde. Wie konnte es zu dem furchtbaren Feuer kommen, das ein Menschenleben gekostet hat? Das müssen nun die Ermittler klären. Nach Angaben aus dem Polizeipräsidium werde das aber noch eine Weile dauern. Spuren seien gesichert worden. Die Auswertung nehme erfahrungsgemäß mindestens einige Tage in Anspruch, erklärte eine Polizeisprecherin am Sonntag gegenüber unserer Zeitung.

Der gesamte Autohof, auch der Parkplatz, ist videoüberwacht. Die Polizei hat offenbar die Aufzeichnungen sichergestellt. Vielleicht geben sie ja Aufschluss, wie es zu dem folgenschweren Brand kommen konnte.

Dank des schnellen Einsatzes der Feuerwehr und auch der Ersthelfer bleib der Anhänger des lettischen Sattelzuges weitgehend unbeschädigt. Der Fahrer hatte, so berichten es Zeugen, offenbar Waren von einer großen Möbelhaus-Kette transportiert.

Die Zugmaschine hat die Polizei noch in der Nacht zum Sonntag sichergestellt und abtransportieren lassen. Der Anhänger sei versiegelt worden und vorerst am Parkplatz geblieben, berichtet die Polizei.  Das Abschleppen des verbrannten Lkw dauerte Stunden. Die Feuerwehren konnten kurz nach  23 Uhr wieder abrücken und die Einsatzstelle der Polizei übergeben. Die hatte danach noch längere Zeit zu tun.

Den Sachschaden, der durch das Feuer an dem Lastwagen entstanden ist, schätzt die Polizei auf rund 60 .000 Euro.

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