Anlagebetrug im Internet Polizei schnappt weitere internationale Verdächtige

Symbolbild: Betrug im Internet Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Der internationale Kampf gegen organisierten Anlagebetrug im Internet kam einen weiteren, großen Schritt voran. Die Polizei nahm in Bulgarien fünf Verdächtige fest. 

Bamberg/Berlin/Sofia/Kiew - Wie die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg und das Polizeipräsidium Oberfranken mitteilt, vollzogen die Zentralstelle Cybercrime Bayern und die Kripo Bamberg mit Unterstützung des Bundeskriminalamts am 16. März, nach umfangreichen Ermittlungen, Maßnahmen gegen international agierende mutmaßliche Anlagebetrüger. Dies geschah im Rahmen einer gemeinsamen Aktion mit Strafverfolgungsbehörden aus Bulgarien.

Die Mitglieder dieser Tätergruppierung sollen in den vergangenen Jahren tausende Anleger, insbesondere aus dem deutschsprachigen Raum, um dutzende Millionen Euro betrogen haben. Die Behörden nahmen in Bulgarien insgesamt fünf Tatverdächtige fest und durchsuchten zahlreiche Objekte. Bereits Anfang April 2020 kam es zu einem ersten Action Day in Bulgarien und Serbien, bei dem die Polizei mehrere Verdächtige der internationalen Gruppierung festnahm. Kurz vor Weihnachten kam es zu einem weiteren Zugriff in der Ukraine. Auf deutscher Seite werden die Ermittlungen von der bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg errichteten Zentralstelle Cybercrime Bayern geleitet.

Nun nahmen die Behörden am 16. März erneut insgesamt vier Männer und eine Frau im Alter zwischen 30 und 43 Jahren in Bulgarien fest. Für sämtliche Personen hatte die Zentralstelle Cybercrime im Vorfeld Haftbefehle wegen "gewerbs- und bandenmäßigen Betruges" erwirkt. Jetzt folgte die Inhaftierung.

Die Festgenommenen stammen aus Bulgarien, Tschechien und Montenegro. Außerdem konnte bei der Durchsuchung von sieben Objekten, insbesondere in Bulgariens Hauptstadt Sofia, umfangreiches Beweismaterial sichergestellt werden. 

Bereits im Dezember 2020 führte die Generalstaatsanwaltschaft Kiew in der Ukraine einen groß angelegten Action Day durch, bei dem es zur vorläufigen Festnahme mehrerer Personen, zur Durchsuchung von Privat- und Geschäftsräumen und zur Beschlagnahme von Immobilien kam. Die Polizei fand dort Luxusautos und Bargeld im geschätzten Gesamtwert von bis zu 50 Millionen Euro.

Wer steckt eigentlich hinter der Tätergruppierung?

Der Action Day vom 16. März und die Maßnahmen in der Ukraine richteten sich gegen einer Tätergruppierung, die in den vergangenen Jahren nach einem weit verbreiteten Modus Operandi europaweit gravierende Vermögensschäden bei Privatanlegern verursachte. Sie arbeitet dabei mit sogenannten Cybertrading-Plattformen, die unter verschiedenen Domains betrieben werden. Der Ablauf der Taten gestaltet sich fast immer gleich: Die Täter spielen den potenziellen Kunden vor, digitale Plattformen für den Handel mit unterschiedlichsten Finanzinstrumenten zur Verfügung zu stellen. Doch eine Investition beziehungsweise eine Platzierung von Optionen, sowie ein Vorhalten von Anlegergeldern zur Rückzahlung beziehungsweise zur Gewinnausschüttung finden in Wahrheit nicht statt. Die eingezahlten Gelder werden zu keinem Zeitpunkt einer Kapitalanlage zugeführt. Die Handelsplattform und das angebliche Kundenkonto sind reine Täuschungen. In einer Vielzahl von Fällen kommt es zu einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Alleine in Deutschland sind mehrere tausend Anleger betroffen. In zahlreichen anderen europäischen Ländern finden sich unzählige weitere Geschädigte. Die Täter sollen im Zeitraum vom Jahr 2018 bis April 2020 unter anderem die Plattformen Trade Capital, Fibonetix, Nobel Trade, Forbslab und Huludox betrieben haben.

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