Ausstellung in Eger Skulpturen im Klostergarten

G. P.

Tomáš Dolejš schuf einen Teil der „Handreichung“ zwischen Selb und Asch. Jetzt sind seine Arbeiten in Eger zu sehen. Ein Ausflug lohnt sich.

Sein Name mag vielleicht nicht jedem bekannt sein, eine seine Arbeiten aber haben sicher alle, die von Selb aus in Richtung Asch unterwegs sind schon gesehen: die Handreichung. Tomáš Dolejš ist einer der beiden Künstler, die das beeindruckend Wer direkt auf der Grenze zwischen Deutschland und Tschechien geschaffen haben. Während sein künstlerischer Partner, der Selber Wolfgang Stefan, die eine Hand mit einer Kettensäge aus einem mächtigen Stamm sägte, schuf Tomáš Dolejš die andere aus 150 stählernen Platten. Wer mehr von dem Karlsbader Künstler sehen möchte, für den lohnt sich der Ausflug nach Eger.

Am liebsten Stahl

Im Park des Franziskanerklosters (Klášterní Zahrada) zeigt der 47-Jährige zahlreiche Skulpturen und eine vielteilige Installation. Stahl sei sein liebster Werkstoff, sagt Dolejš. „Speziell der rostige Stahl ist mein Kennzeichen.“ Da er beruflich – Tomáš Dolejš ist Schlosser, genau wie sein Vater und dessen Vater – sehr präzise und vor allem mit Edelstahl arbeitet, hat er sich in seiner Kunst für das Gegenteil entschieden. „Ich lasse den Stahl mit Salzsäure oder durch Regen rosten. Das bringt schöne Farben hervor, und das Material verändert sich je nach Witterung und Jahreszeit.“ Seine Themen findet der Karlsbader Künstler meist in der Natur. „Manchmal sind meie Arbeiten auch politisch, das ist dann aber nicht beabsichtigt“, sagt er. So gibt es Skulpturen, die er mit Stacheldraht umwickelt hat, was er mit „ich habe schon freiere Zeiten erlebt“ kommentiert. Im Klosterpark zeigt er außerdem eine Arbeit, die er „Meine Beichte“getauft hat. Betrachter werden darin unschwer eine kleine Figur erkennen, die, wie in einer Mühle, in einem Räderwerk aus Euro-, Dollar- und Paragrafenzeichen gefangen ist.

Dolejš’ unbetitelte Ausstellung im Klosterpark wurde im Rahmen des Festivals „Egerer Hinterhöfe“ eröffnet. Seine Skulpturen sind noch bis zum 30. September zu sehen.

 

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