Bamberg/Coburg Bayerische Kripo schlägt in Süditalien zu

Eine ganze Fälscherwerkstatt unter einer Bodenfliese. Foto: Carabinieri

Das muss eine Überraschung gewesen sein: Mitte Oktober wurde in Apulien ein 26-jähriger Mann wegen verschiedener Computer-Betrügereien festgenommen. Bei dieser Gelegenheit dürfte er zum ersten Mal erfahren haben, dass nicht nur verschiedenen bayerische Polizeidienststellen, darunter die Kripo Coburg, sondern auch die Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg gegen ihn ermitteln.

Bamberg/Coburg - Der in Deutschland geborene Mann mit italienischen Wurzeln wird beschuldigt, sich mit sogenannten Phishing-Mails den Zugang zu den Konten seiner Opfer verschafft zu haben. Danach veranlasste er eine größere Zahl von Überweisungen, die zunächst über die Konten deutscher Inhaber liefen, die nun wegen Geldwäsche verfolgt werden. Seine Beute soll sich auf über 400.000 Euro belaufen.

In mühsamer Kleinarbeit verfolgte vor allem die Kripo Passau die Spuren des Täters durch das Datendickicht. Beamte aus Niederbayern waren auch dabei, als die Kripo Brindisi am 12. Oktober die Wohnung des Verdächtigen durchsuchte und ihn festnahm. Bei er Hausdurchsuchung stieß ein italienscher Polizist auf eine lockere Bodenfliese, die über einem Erddepot lag. Darin befanden sich nicht nur Hunderte gefälschter oder Blankoausweise und – Scheckkarten, sondern auch Geräte zur Herstellung solcher Dokumente.

Auch die Opfer können sich Hoffnung machen, wenigstens einen Teil ihres Geldes wiederzubekommen, denn auf etlichen beschlagnahmten Computern und Handys finden sich Hinweise auf die Anlage der Beute in Bitcoins. Die ZCB hat inzwischen die Auslieferung des 26-Jährigen beantragt, um ihn nach Abschluss des Verfahrens in Italien auch in Bayern vor Gericht stellen zu können.

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