Bayreuther Firma Desko So erkennt man gefälschte Dokumente

Stefan Schreibelmayer

Desko ist für seine Dokumenten-Lesegeräte und die dazugehörige Software bekannt, die Produkte sind weltweit im Einsatz. Jetzt gründet das Bayreuther Unternehmen auch noch ein eigenes Aus- und Weiterbildungsinstitut für Fachleute für Dokumentenprüfung.

International College of ID Management (IDM) nennt sich das neue Angebot – und soll den internationalen Anspruch widerspiegeln, sagt Jessica Luh-Fuchs, die bei Desko das Marketing und die Öffentlichkeitsarbeit verantwortet und jetzt auch als Leiterin des Colleges fungiert. Das ist zwar zunächst mit einem Schwerpunkt auf Deutschland gestartet, soll aber perspektivisch sogar auf anderen Kontinenten als Europa verfügbar sein. Dabei werde man das weltweite Netzwerk nutzen, das Desko über seine Produkte jetzt schon hat.

Deutsch und Englisch sind bislang die Unterrichtssprachen, über einen dortigen Partner ist auch Niederländisch bereits möglich. Französisch und Spanisch sollen bald dazukommen.

Experten aus der polizeilichen Praxis

Fest arbeitet IDM mit zwei ausgewiesenen Experten zusammen, sagt Luh-Fuchs. Peter Hessel und Jens Mayer sind ehemalige Polizisten, die sich in ihrer zurückliegenden Dienstzeit tief in die Materie der Dokumentensicherheit eingearbeitet hätten. Hessel sei als entsprechender Fachmann auch schon im Fernsehen gefragt gewesen.

Das Angebot richtet sich an Unternehmen, Einrichtungen und Behörden sowie deren Mitarbeiter, die regelmäßig Identitäten prüfen müssen - zum Beispiel in Ämtern, bei der Polizei, in Banken, Notariaten oder Autovermietungen. Sie können in den Kursen lernen, wie man schon mit einfachen Hilfsmitteln die Fülle an internationalen Währungen, Ausweisen, Pässen oder Visa sachgerecht prüfen und auch trickreiche Fälschungen erkennen kann. Dabei können die Schulungen in Bayreuth, aber auch vor Ort zum Beispiel für ganze Abteilungen stattfinden.

Schon einfache Mittel helfen weiter

Die Bandbreite ist groß, erläutert Luh-Fuchs – sowohl was die Interessenten angeht, als auch die Methoden zur Erkennung möglicher Fälschungen. Schon mit dem gesunden Menschenverstand, einer Lupe und Kenntnissen über haptische und optische Sicherheitsmerkmale von Dokumenten lasse sich deren Echtheit ganz gut erkennen. Dazu komme natürlich technische Unterstützung. Wobei Luh-Fuchs betont, „dass es sich bei den Kursen nicht um Desko-Verkaufsveranstaltungen handelt. Unsere Experten kennen auch die Geräte der Konkurrenz und können an diesen schulen.“

Wer gut geschult ist, könne Straftaten wie Identitätsmissbrauch oder Geldwäsche verhindern helfen, sagt Luh-Fuchs: Rascher Beratungsbedarf habe zum Beispiel kürzlich beim Landratsamt in Bayreuth angesichts der ukrainischen Flüchtlingsbewegung geherrscht. Schließlich gehe es darum, zu erkennen, wer Anspruch auf staatliche Hilfe habe, aber auch solche auszusortieren, die sich Leistungen mit gefälschten Dokumenten erschleichen wollten. Das komme gerade in solch unübersichtlichen Zeiten gar nicht selten vor.

Es gebe aber auch Unternehmen, bei denen sich der Laie zunächst frage, warum die Mitarbeiter in der Dokumentenprüfung versiert sein müssten. Das treffe zum Beispiel für Mietwagenunternehmen, aber auch Autohändler zu. Geben diese einen Mietwagen oder ein zum Verkauf stehendes Auto für eine Probefahrt heraus, ohne die Identität des Fahrers zweifelsfrei zu prüfen, könne es nach einer Unterschlagung des Fahrzeugs mindestens zu Schwierigkeiten mit der Versicherung kommen.

Horrende Schäden

Desko-Chef Alexander Zahn sagt: „Der volkswirtschaftliche Schaden durch gefälschte Ausweisdokumente und Geldscheine ist international kaum zu beziffern. Von Sozialleistungen bis zum Menschenhandel: Grundlage der organisierten Kriminalität ist bei vielen dieser Delikte ein gefälschter Pass oder Ausweis. Nur wer Fälschungen erkennt und entsprechend reagiert, kann Betrug und Schlimmeres verhindern. Dafür schaffen wir hier am College die Grundlage.“

Für das seit gut 30 Jahren bestehende, rund 60 Mitarbeiter starke Unternehmen sei das Dienstleistungsangebot ein drittes, das Angebot abrundende Standbein neben der Hard- und Software zur Dokumentenerkennung, ergänzt Luh-Fuchs.

 

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