Bilanz 2020 Corona fordert die Sparkasse

Martin Faber, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Coburg-Lichtenfels, bei der virtuellen Bilanzpressekonferenz aus der Digitalen Manufaktur in Rödental im Gespräch mit Moderatorin Christine Rebhan. Foto: Screenshot

Für das Coburg-Lichtenfelser Geldinstitut war 2020 das „Jahr der Hilfe in der Krise“. Wo es seinen Kunden geholfen hat, erläutert der Vorstand in der Bilanzpressekonferenz – und vermeldet neue Rekordzahlen.

Coburg/Lichtenfels - Die Corona-Pandemie belastet die Wirtschaft. Das hat auch die Sparkasse Coburg-Lichtenfels im vergangenen Geschäftsjahr gefordert. Sie habe mit zusätzlichen Krediten und Tilgungsaussetzungen dort geholfen, „wo sehr plötzlich wirtschaftliche Einbrüche aufgetreten sind und staatliche Hilfen nicht oder noch nicht erreichbar waren. In der Corona-Zeit sind wir bemüht, das regionale Angebot an Krediten und Liquiditätshilfen sicherzustellen.“ Das gelte für Privat- und Geschäftskunden gleichermaßen. 2020 sei für das Geldinstitut das „Jahr der Hilfe in der Krise“ gewesen, betonten Vorstandsvorsitzender Dr. Martin Faber und sein Stellvertreter Roland Vogel in der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch. Diese fand erstmals als Videoübertragung statt.

Fördergelder ausgereicht

Im abgelaufenen Geschäftsjahr habe die Sparkasse Coburg-Lichtenfels 102 Anträge mit einem Gesamtvolumen von 19 Millionen Euro für Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und für die LfA Förderbank Bayern gestellt. Ergänzend habe das Geldinstitut für gemeinnützige Vereine eine Soforthilfe in Form von Spenden in Höhe von 30 500 Euro ausgezahlt.

Der Einsatz sei honoriert worden. Die Kunden hätten der Sparkasse Coburg-Lichtenfels, die heuer ihr 200-jähriges Bestehen feiert, im vergangenen Jahr „deutlich mehr Vertrauen entgegengebracht“. Das belege ein erneuter Einlagenzuwachs von über sieben Prozent. Der Gesamtbestand habe im abgelaufenen Geschäftsjahr 2,54 Milliarden Euro betragen. Das Plus sei ein neuer Rekordwert und „Ausdruck großen Vertrauens unserer Kunden“.

Kleinsparer nicht betroffen

„Diese zusätzlichen Einlagen bringen jedoch keinen Zinskonditionenbeitrag mehr. Sie kosten real Geld, da wir hierauf Verwahrentgelt bei der Europäischen Zentralbank zahlen müssen“, stellte Roland Vogel fest. Darauf habe die Sparkasse – wie andere Geldinstitute auch – reagieren müssen. Damit auch in Zukunft für viele Kleinsparer Kosten für die Verwahrung ihres Vermögens kein Thema werden, habe man solche Gebühren nur für Großeinlagen eingeführt, betonte der Vorstand.

Die Anlage in Wertpapieren sei mittlerweile eine der wichtigsten Alternativen zum traditionellen Einlagensparen. Für die Kunden der Sparkasse Coburg-Lichtenfels sei das eine der wenigen Möglichkeiten, „überhaupt am volkswirtschaftlichen Wertzuwachsen teilzuhaben“, heißt es im Geschäftsbericht. Insbesondere das regelmäßige Sparen in Investmentfonds sei im vergangenen Jahr stark nachgefragt worden, was der erneute Zuwachs von 17,6 Prozent bei den Fondssparplänen belege.

Vorstand mit Gewinn zufrieden

Trotz aller wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die die Corona-Pandemie mit sich bringt, habe die Bilanzsumme der Sparkasse Coburg-Lichtenfels im Jahr 2020 einen Stand von 3,17 Milliarden Euro erreicht. Das sei ein Rekordzuwachs um 11,5 Prozent, und die Drei-Milliarden-Marke sei erstmals überschritten worden. Der Bilanzgewinn liege bei 1,34 Millionen Euro. Mit diesem Ergebnis sei der Vorstand zufrieden. Die Vermögenslage des öffentlich-rechtlichen Geldinstituts sei geordnet. Mit einem Eigenkapital von 260 Millionen Euro – vor der Gewinnzuführung aus dem Geschäftsjahr 2020 – halte es die strengen Anforderungen des Kreditwesengesetzes ein und verfüge zudem über hohe Wachstumsreserven.

Im Einlagen- und Kreditgeschäft habe die Sparkasse Coburg-Lichtenfels im Jahr 2020 deutliche Zuwächse verzeichnet. So lägen die Kundeneinlagen mit 2,54 Milliarden Euro erneut über dem Stand vom Vorjahr. Der Kreditbestand habe knapp 1,8 Milliarden Euro erreicht und sei damit um 43,8 Millionen Euro gewachsen. Dies entspreche einem Zuwachs von 2,5 Prozent. „Die Sparkasse leistet so auch in der Pandemie einen aktiven Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilität in der Region“, betonten die Vorstände Faber und Vogel.

Trotz, vielleicht auch wegen Corona sei die Nachfrage nach Baufinanzierungen deutlich nach oben gegangen. Dies werde „eindrucksvoll“ durch ein Rekord-Neugeschäft von fast 200 Millionen Euro dokumentiert. Der Bestand an Wohnungsbaukrediten habe sich 2020 gegenüber dem Vorjahr um 7,1 Prozent auf nun 899 Millionen Euro gesteigert.

Online-Banking nimmt zu

In diesem Zusammenhang betonte der Vorstand, dass Online- und mobiles Banking weiterhin zunehmen. Pandemiebedingt hätten Kunden 2020 digitale Lösungen noch stärker als bisher schon nachgefragt. „Über 73460 online geführte Privat- und Geschäftskonten belegen dies deutlich“, heißt es im Geschäftsbericht.

Zurückhaltend fällt der Ausblick des Sparkassenvorstands auf das Jahr 2021 aus. Auch wenn die derzeitigen Prognosen von einer Erholung der Wirtschaft ausgehen, bleibe abzuwarten, „wann diese einsetzt und wie stark sie ausfällt“. Dies hänge maßgeblich vom Tempo und vom Anschlagen der Impfung gegen das Corona-Virus ab. „Nur wenn sich die Infektionszahlen reduzieren und die Pandemie nachhaltig überwunden wird, können die Einschränkungen vollständig aufgehoben werden. Erst dann kehrt wieder Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung zurück“, betonte Vorstandsvorsitzender Martin Faber. Sein Stellvertreter Roland Vogel bestätigte diese Sichtweise: „Mit dem Fortschreiten der Impfungen besteht Hoffnung auf eine schrittweise Rückkehr zur Normalität im gesellschaftlichen Leben.“ Es bleibe abzuwarten, inwieweit die von der Pandemie am stärksten betroffenen Unternehmen die wirtschaftlichen Folgen verkraften können. „Die konjunkturellen Auswirkungen der Krise sind bislang nur schwer abschätzbar“, so Vogel.

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