Blick in die Ortsgeschichte Gedenkstein erinnert an die Thiersheimer „Kuglschoba“

Heimatforscher Siegfried Schelter mit dem Gedenkstein für die „Kuglschoba“. Foto: /Herbert Scharf

Der Heimatforscher Siegfried Schelter spendiert einen Wunsiedler Marmorblock für die neue Ortsmitte. Er hat einen Ehrenplatz am Eingang.

Thiersheim - „Im Mittelalter wurde in Thiersheim erfolgreich nach Eisenerz gegraben“, erzählt der Thiersheimer Heimatforscher Siegfried Schelter. Dabei fand man aber auch Speckstein.

Da die Thiersheimer früher schon pfiffige Leute gewesen seien, sei aus der Verwendung des Specksteins ein eigener Gewerbezweig entstanden, der nicht nur Spielkugeln, sondern auch Spielsachen, Tiegel, Knöpfe oder Schneiderkreide herstellte.

Speckstein-Verarbeitung

„Kuglschoba“ (Kugelschaber) wurden die Thiersheimer von den Bewohnerinnen und Bewohnern der Nachbargemeinden deshalb genannt. Durchreisende Händler aus Nürnberg, die auf dem Weg nach Prag zum Handel waren, seien auf die Sachen aufmerksam geworden und hätten die Sachen aus Speckstein, die teils im Feuer gehärtet waren, ge- und verkauft. So lange, bis die bunten Glaskugeln aus dem Böhmerland die Nachfrage nach den Kugeln hätten erlahmen und die Hausindustrie des Kugelmachens hätten ausdörren lassen.

Geblieben sei, so berichtete Siegfried Schelter bei der Einweihung des Marktplatzes, der Neckname „Die Döiaschma Kuglschoba“.

Festgehalten ist diese Geschichte auf einem Marmorstein, den der Heimatforscher gefunden hat. Dieser Gedenkstein ziert nun den neugestalteten Marktplatz. H. S.

 

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