Brücke für Kinderhort Eine Verbindung von der „Neuen Welt“ zur „Insel“

Herbert Scharf
In millimetergenauer Arbeit wurde das Stahlgerüst der Brücke über die Kösseine gehievt und festgeschraubt. Foto: /Herbert Scharf

Das Kinderhaus auf dem Benker-Gelände in Marktredwitz bekommt eine eigene Brücke über die Kösseine. Das Bauwerk besteht aus Stahl und Holz und ist eigens für die Benutzung durch Kinder geplant. Die Kosten belaufen sich auf 150 000 Euro.

Es war ein ganz besonderer Akt auf dem Benker-Gelände am Donnerstagmorgen: Ein mächtiger Kran hob die stählerne Basis für eine Brücke des Kinderhorts „Neue Welt“ über die Kösseine und installierte sie. Um dieses nicht alltägliche Manöver zu beobachten, hatten sich Oberbürgermeister Oliver Weigel, Stadtbaumeister Stefan Büttner, Mario Wuttke von der Stewog, Alexander Rieß, Nachbar und Grundstückseigentümer, sowie zahlreiche Gäste eingefunden.

Nagelneuer Kindergarten

Die Brücke, die eine Investition von rund 150 000 Euro erfordert hat, ist Teil der Außenanlagen für den gerade erst fertiggestellten Kindergarten. Die Fundamente für das Brückenbauwerk stehen bereits seit einiger Zeit; ebenso eine kleine Behelfsbrücke unterhalb.

Die neue Brücke aus Stahl und Holz hat eine stolze Spannweite von 20 Metern, denn ab und zu führt die Kösseine ja auch mal Hochwasser, weshalb die Maße erst nach mehreren Messungen festgelegt wurden. Sie verbindet das Kindergarten-Gebäude mit dem Spielbereich „Eine Insel mit zwei Bergen“ auf der anderen Seite der Kösseine.

Vier Teile

Es sei gar nicht so einfach gewesen, Firmen für das Bauwerk zu finden, berichtete Oberbürgermeister Oliver Weigel. Immerhin müsse die Brücke aus insgesamt vier Teilen zusammengefügt werden. Gespannt verfolgten die Zuschauer das Verfrachten des mittleren Stahlteils mithilfe eines riesigen Krans.

Dabei gab es erst einmal eine Schrecksekunde, weil ein Nachbarkran im Wege stand. Nachdem der Kranfahrer dieses Hindernis umgangen hatte, senkte sich das Bauwerk auf auf die Betonträger zu beiden Seiten der des Flusses.

Zunächst habe man keine Firma gefunden, die diese heikle Aufgabe übernehmen wollte, fuhr der Oberbürgermeister fort. Auf die Ausschreibung hin aber habe schließlich die Baufirma Kropf den Auftrag bekommen.

Einmaliges Konstrukt

„Bei der Brücke handelt es sich um ein einmaliges Konstrukt“, erklärte Alexander Rieß, Nachbar, Grundstückseigentümer und Mitarbeiter der städtischen Bauverwaltung. Er nannte sie ein „tolles Objekt“. Zusammen mit dem in Holzbauweise gebauten Kinderhort wolle die Stadt Marktredwitz damit an einem Wettbewerb teilnehmen und sich um den Holzpreis bewerben – und den Preis natürlich auch gewinnen.

Details der Brücke erläuterte dann Ferdinand Lehner von der mit der Planung beauftragten Lehner und Baumgärtner Ingenieurgesellschaft in Tirschenreuth. Wie er sagte, besteht die Brücke aus einer Stahlkonstruktion als Basis und einem Holzboden aus Lärchenholz. Auch die Geländer sind aus Metall. Das Bauwerk sei eigens sicher für die Benutzung durch Kinder geplant worden. Mit einer möglichen Belastung von 500 Kilogramm pro Quadratmeter könne aber auch durchaus mal ein kleines Gartengerät die Kösseine überqueren. Auch mit den Kosten in Höhe von 150 000 Euro sei man im Rahmen geblieben. Mario Wuttke von der stadteigenen Wohnungsbaugenossenschaft Stewog freute sich über das erste Brückenbauwerk des Unternehmens.

Millimeterarbeit

In Millimeterarbeit wurde das Stahlgerüst schließlich auf die Betonpfeiler gehievt und festgeschraubt. Bis zum Ende der Sommerferien sollen noch die übrigen Bauarbeiten an den Außenanlagen des Kindergartens abgeschlossen werden.

 

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