Bürger-Information in Schwarzenbach am Wald Kommen die Solar-Panele nach Löhmar?

In Löhmar, einem Ortsteil von Schwarzenbach am Wald, könnte eine 15 Hektar große Photovoltaik-Anlage entstehen. Foto: dpa/Rittweg/FP-Archiv/Oliver Berg

Auf 15 Hektar Fläche könnte in Löhmar eine große Photovoltaik-Anlage entstehen. Der Projektant wirbt vor den Bürgern für das Projekt. Die geben sich interessiert und diskutieren das Thema sachlich.

Schwarzenbach am Wald - Im Schwarzenbacher Ortsteil Löhmar könnte eine Freiflächen-Photovoltaik-Anlage entstehen. Doch was meinen die Bürger dazu? Im Philipp-Wolfrum-Haus begrüßte Bürgermeister Reiner Feulner jetzt zahlreiche Bürger, vor allem aus Löhmar. Von dort liegt ein Antrag vor, auf einem Grundstück eine Photovoltaikanlage (PV) zu errichten. An diesem Abend wurde das Projekt durch Projektentwickler Manfred Frank aus Münchberg und vor allem durch Andreas Grass von der Firma M. Münch Elektrotechnik aus Rugendorf vorgestellt. Diese Firma spezialisiert sich auf den Bereich nachhaltige Energiekonzepte und versorgt die Kunden mit regionaler Energie.

Feulner erinnerte, dass das Projekt bereits in der öffentlichen Stadtratssitzung am 15. Oktober vorgestellt wurde und der Stadtrat die Grundstücke besichtigt habe. Vor einer Entscheidung sollte zunächst die Meinung der Bürger von Löhmar eingeholt werden. Die Corona-Pandemie hat dies verzögert, nun wurden alle persönlich sowie öffentlich über das Amtsblatt eingeladen.

Bei der Aufstellung des gegebenenfalls erforderlichen vorhabenbezogenen Bebauungsplans haben verschiedene Fachstellen (Träger öffentlicher Belange) zwar ein gewaltiges Wort mitzureden, die Entscheidungshoheit liegt dennoch beim Stadtrat, so der Bürgermeister.

Andreas Grass informierte ausführlich über das geplante Projekt. In persönlichen Gesprächen sollen mögliche Bedenken ausgeräumt werden, einen aktiven Klimaschutz könne man nicht nebenbei erwerben. Die Photovoltaik bietet laut Grass folgende Vorteile:

Crowd Invest: Der Bürger kann sich mit Geldeinlagen am Projekt beteiligen und erhält vier Prozent Zinsen. Die Bürger vor Ort werden zwecks einer Investition zuerst gefragt.

Regionaler Stromtarif: Der Strom kommt aus der eigenen Anlage vor Ort, der Bürger kann einen Energiemix nutzen (grüner Strom aus Solar, Biogas, Wind- oder Wasserkraft).

Was hat die Kommune davon? sichere Einnahmen, durch ganz neu eingeführte Akzeptanzabgabe.

Effiziente Flächennutzung: Auf der PV-Fläche könnte es beispielsweise eine artgerechte Freilandhaltung für Hühner geben, als Angebot für die Imker ein Bienenhotel oder auch die Beweidung durch Schafe.

Klimaziele: Drei Prozent erneuerbare Energien gibt es aktuell in Schwarzenbach, mit dem Bau der Photovoltaik-Anlage läge die Stadt bei 42,24 Prozent, in Bayern ist der Durchschnitt 40 Prozent.

Grass von der Münch Energie betonte, dass es sicherlich auch einige Nachteile geben werde, aber keine Lärmbelästigung. Die Anlage solle nicht bis zu den Wohnhäusern reichen und werde mit heimischen Gehölzen rundherum begrünt. Außerdem werde ein Blendschutzgutachten eingeholt. 15 Hektar soll die Anlage umfassen. Anschließend konnten sich die Bürger zum Vorhaben äußern. Thorsten Franz, auch Jagdvorsteher, hat Bedenken, dass die selbstständige Jagd Löhmar durch den Wegfall von 15 Hektar aufgelöst wird, weil dann die gesetzliche Mindestgröße von 250 Hektar unterschritten wird und wünscht sich Unterstützung von der Stadt, was Bürgermeister Feulner auch zusagte. Jagdpächter Rudi Ehrhardt möchte als Ausgleich andere Jagdflächen dazugewinnen.

Dieter Frank ist dafür, einen Plan mit geeigneten Flächen für eine Photovoltaik-Anlage zu erstellen und einen Bebauungsplan aufzustellen. So ein Bebauungsplan würde öffentlich angelegt und die Bürger könnten ihre Sorgen einbringen, erwähnte Grass. Auch Feulner sieht eine Planung für das gesamte Stadtgebiet als eine Möglichkeit, wenn der Stadtrat nicht über jeden Antrag einzeln entscheiden möchte. Wo die Leitungen zum Umspannwerk verlegt werden, wollte Helene Franz wissen. Das wäre zu 99 Prozent auf öffentlichem Grund von Löhmar an die B 173 bis nach Naila.

„Wie stabil sind die Module, können diese durch etwa Hagelschaden beschädigt werden“, fragte Christa Brühn. Das könne in extremen Fällen vorkommen, bemerkte Grass, und werde bei den technischen Wartungen daher auch regelmäßig überprüft. Ute Hohberger fragte: „Warum werden die Module aus China importiert und nicht in Deutschland gekauft?“ Grass antwortete: „Weil bei uns nur ein Prozent der Module produziert wird, das wäre zu teuer. Es muss sich auch wirtschaftlich rechnen.“

Reinhold Feulner fragte, warum ein Projekt abgelehnt wird und ein anderes befürwortet werden kann? Darauf erwiderte Bürgermeister Feulner, dass eine PV Anlage einen guten Standort hätte, wenn diese nicht oder kaum einsehbar wäre.

Am Ende einer sachlichen Veranstaltung erwähnte Bürgermeister Feulner, dass dieser Abend der reinen Information diente. Eine Entscheidung gebe es noch nicht.

 

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