Corona Adelt schlägt bei Söder Alarm

  Foto: Thomas Neumann/Thomas Neumann

Der Hofer SPD-Landtagsabgeordnete warnt, dass sich die Bevölkerung immer weniger an die Kontaktbeschränkungen halte. Er fordert Hilfe des Freistaats für die Region.

Hof - Angesichts der anhaltend hohen Corona-Zahlen im Hofer Land mahnt der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Adelt in einem offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder mehr Unterstützung des Freistaates an. Während in weiten Teilen des Freistaats die streng an Inzidenzzahlen gekoppelten Lockerungen dazu führen würden, „dass das öffentliche Leben langsam wieder anlaufen kann“, werde sich für die Bevölkerung in Stadt und Landkreis Hof wenig ändern. „Die Situation ist für die Bevölkerung hochgradig zermürbend“, schreibt Adelt. „Wer sich mit offenen Augen die Lage vor Ort anschaut, weiß, dass die Kontaktbeschränkungen immer weniger eingehalten werden. Wir dürfen uns nicht in die eigene Tasche lügen, denn Fakt ist: Die geltenden Regelungen verkommen immer mehr zum Papiertiger“, so die Analyse des Abgeordneten. Der Bevölkerung dürfe man das nach einem Jahr Ausnahmezustand nicht zum Vorwurf machen.

Vielmehr brauche es auch für Hotspot-Regionen eine Perspektive, meint Adelt. „Stadt- und Landkreis Hof kämpfen mit Hochdruck gegen das Virus an. Die massiv ausgeweitete Teststrategie ist richtig und wichtig, genauso wie die Impfung durch niedergelassene Ärzte.“ All diese Maßnahmen seien aber mit personellem, organisatorischem und finanziellem Aufwand verbunden. Hier brauche es mehr Unterstützung des Freistaates für die besonders stark betroffenen Regionen. „Das ist auch eine Frage der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse.“

Konkrete Forderungen

Adelt fordert konkret unter anderem: ein Soforthilfeprogramm für Kommunen mit konstant hohen Inzidenzwerten von über 100; überproportional mehr Impfdosen für besonders stark betroffene Regionen; die Prüfung eines breit angelegten Einsatzes sogenannter Gurgel-Tests an Schulen und Kitas; mehr Perspektive für den Einzelhandel jenseits von Inzidenzwerten – „Zutritt zu einem Geschäft mit negativem Schnelltest-Befund auch in Hotspot-Regionen“. Der Freistaat solle die Einrichtung zentral gelegener Testmöglichkeiten in Form eines Modellprojektes aktiv unterstützen.

„Ein regionaler Flickenteppich von Lockdowns in unterschiedlichen Härtegraden ist für die wenigsten nachvollziehbar und hat nur zur Folge, dass verstärkt Menschen aus Hochinzidenzgebieten in andere Regionen ausweichen werden“, befürchtet Adelt. „Maßnahmen stoßen nur dann auf Akzeptanz, wenn sie nachvollzogen werden können. Und ohne Akzeptanz lässt sich dieses Virus nicht bezwingen.“

Sturm auf Teststationen

Unterdessen haben sich an den Schnelltest-Stationen in den Gemeinden des Landkreises sowie in der Stadt Hof am Mittwoch zum Auftakt der flächendeckenden Test-Aktion im Hofer Land 834 Menschen testen lassen. Bei neun Personen fiel das Ergebnis positiv aus. Die nächste Testung vor Ort findet am Sonntag von 13.30 bis 15.30 Uhr statt. Darüber hinaus besteht weiter die Möglichkeit, sich an der Freiheitshalle sowie an den Schnelltest-Stationen in Naila, Münchberg, Oberkotzau und Rehau testen zu lassen. Alle Standorte: www.landkreis-hof.de/teststellen/. red

 

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