Das Schulzentrum und der ÖPNV Vorteil der naturnahen Lage

red
Das Johann-Christian-Reinhart-Gymnasium Foto: RauLinse Photography/Andreas Rau

Gehört eine Schule mitten in die Stadt oder an den Stadtrand? Michael Wagner, Leiter des Johann-Christian-Reinhart-Gymnasiums, widerspricht dem Geschäftsführer der Stadtwerke, Jean Petrahn.

Hof - Michael Wagner, Schulleiter des Johann-Christian-Reinhart-Gymnasiums, stoßen einige Aussagen im Interview mit Jean Petrahn, dem Geschäftsführer der Stadtwerke Hof, über die Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs in Hof sauer auf; das Interview ist in unserer Mittwochsausgabe erschienen. Petrahn stehe es nicht zu, über den Standort einer Schule entscheiden zu wollen, schreibt Wagner in einer Mitteilung.

„Es ist die Pflicht eines Verantwortlichen für den ÖPNV, sich mit der zukünftigen Organisation des städtischen Busverkehrs auseinanderzusetzen und nach tragfähigen Lösungen zu suchen. Dabei ist es durchaus legitim, auch unkonventionelle Ideen in die Überlegungen einzubeziehen“, beginnt Wagner seine Stellungnahme. Um dann zu kritisieren: „Den zukünftigen Standort einer Schule festlegen zu wollen, gehört jedoch sicher nicht dazu.“ Insgesamt sei die Art und Weise, in der sich der Geschäftsführer der Stadtwerke Hof öffentlich zur Zukunft des Schulzentrums am Rosenbühl äußert, „aus unserer Sicht anmaßend und unsachgemäß“.

Auch wenn Jean Petrahn beteuere, sich nicht in die Frage der Zukunft des Schulzentrums einmischen zu wollen, tue er genau dies, wenn er sagt: „Eine Schule muss dorthin, wo der ÖPNV ist.“ Und wenig später: „Wenn ein Neubau, dann in die Stadt.“

Bisher habe man gedacht, dass sich der öffentliche Nahverkehr an den Bedürfnissen der Bevölkerung ausrichten muss. „Herrn Petrahns Überlegungen legen nahe, dass sich zukünftig – überspitzt formuliert – die Bevölkerung und die Stadtplanung nach den Bedürfnissen des Nahverkehrs richten sollen“, fährt Wagner fort.

Die Erreichbarkeit sei durchaus ein wichtiges Kriterium für den Standort einer Schule. „Die ist aber gegeben, seit das Johann-Christian-Reinhart-Gymnasium 1975 seinen Betrieb am Rosenbühl aufgenommen hat. Es stimmt zudem einfach nicht, dass Schulen unbedingt im Stadtzentrum stehen müssen – sie gehören dorthin, wo die Bevölkerung wohnt. Und die wohnt eben auch in den ,Randgebieten’“.

Für viele Kinder und Jugendliche im südlichen und westlichen Hofer Stadtgebiet sei das Schulzentrum die nächstgelegene Schule, und auch für zukünftige Schüler aus dem Neubaugebiet Rosenbühl sei der Schulweg kurz. „Die mehr als 1200 Schülerinnen und Schülern am Schulzentrum und ihre Eltern haben sich bewusst für eine der beiden Schulen am Rosenbühl entschieden – auch wenn sie für den Schulweg den Schulbus benötigen. Nicht wenige haben ihre Wahl getroffen, gerade weil sich das Schulzentrum nicht im Stadtzentrum befindet. Die naturnahe Lage am Rand der Innenstadt im Grünen bietet Möglichkeiten, die andernorts eben nicht bestehen.“ Die Diskussionen um eine Generalsanierung habe eindeutig ergeben, dass alle Repräsentanten der Schulfamilie des Johann-Christian-Reinhart-Gymnasiums einen Verbleib des Schulzentrums am Rosenbühl einem Neubau an anderer Stelle vorziehen. Wagner schließt: „Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Schulleitung vertrauen darauf, dass die Verantwortlichen der Stadt Hof eine für alle Betroffenen sinnvolle Lösung anstreben. Wir sind in jedem Fall bereit, hierzu unseren konstruktiven Beitrag zu leisten.“

 

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