Demenz Preis für ehrenamtliche Helfer

Der Diakonieverein Waldstein freut sich über den Preis des Diakonisches Werks Bayern für die „Demenzgruppe Schlüsselblume“. Im Bild (von links) deren Initiatorin Petra Schlegel, Michael Bammessel, der Präsident des Diakonischen Werks Bayern, Dekan Wolfgang Oertel, die zweite Vorsitzende des Diakonievereins, Hilde Schoberth, und der Vorsitzende, Pfarrer Zeno Scheirich. Foto: /Judas

Die „Demenzgruppe Schlüsselblume“ unterstützt und entlastet Angehörige von Patienten. Für ihren Einsatz hat sie nun eine Auszeichnung des Diakonischen Werks Bayern erhalten.

Weißdorf - In Weißdorf kümmert sich unter dem Dach des Diakonievereins Waldstein eine Gruppe von Ehrenamtlichen um an Demenz Erkrankte; mit ihrem Engagement bietet sie den Angehörigen der Patienten immer dienstags die Möglichkeit, einmal in der Woche einen Nachmittag für sich selbst zu haben. Diesen besonderen Einsatz hat nun das Diakonische Werk Bayern als besonders beispielhaft gewürdigt. Einer von zwei Sonderpreisen der St.-Gumbertus-Stiftung Ansbach in Höhe 1000 Euro geht an die Weißdorfer „Demenzgruppe Schlüsselblume“. Michael Bammessel, der Präsident des Diakonischen Werks Bayern, überreichte im Gemeindehaus den Preis persönlich.

„Demenzkranke Menschen können, wenn man den richtigen Schlüssel findet, wie eine Schlüsselblume aufblühen“ – mit diesen Worten ging er auf den Namen der Gruppe ein. Wichtig sei so ein Projekt vor allem für Angehörige, die im Laufe der Zeit unter enormer seelischen Belastung stünden. „Mal einen Moment ausspannen ist Gold wert.“

Pfarrer Zeno Scheirich ergänzte, dass im Diakonieverein Waldstein seit 42 Jahren wertvolle diakonische Arbeit geleistet werde. Auch eine Demenzgruppe gab es schon einmal, von 2000 bis 2019. Jedoch musste das damals hauptamtlich betreute Angebot aus Personalmangel eingestellt werden. Nun jedoch treffen sich seit Anfang September wieder wöchentlich bis zu sechs an Demenz Erkrankte dienstags zwischen 14 und 17 Uhr im Diakoniehaus in der Luisenburgstraße in Weißdorf. Dann stehe „Beschäftigung ohne Überforderung“ im Mittelpunkt. Petra Schlegel, neben Schwester Hilde Schoberth die Initiatorin der Gruppe, erzählt, dass die derzeit acht freiwilligen Helferinnen und Helfer zunächst an einer Ehrenamtsschulung zum Thema Demenz teilgenommen hatten. Denn der Umgang mit Demenzkranken erfordere Vorbereitung. Petra Schlegel stellt für die Treffen immer ein Programm auf. „Wichtig sind feste Strukturen, wir starten immer mit dem gleichen Lied – eine Reise ins Glück.“ Es folgt eine kleine Andacht, danach ein Vaterunser und das Lied „Großer Gott wir loben dich“. Dann steht die Beschäftigung im Mittelpunkt. „Letzte Woche war Erntedankfest und alles mit Früchten dekoriert. Wir haben dann gemeinsam Suppe gekocht und miteinander gegessen.“

Jede Woche gebe es entweder Kaffee und Kuchen oder gemeinsames Kochen, Backen und Essen. „Und auch am Schluss des Treffens steht wieder ein gemeinsames Lied.“

Mit Musik und Liedern könne man die Demenzkranken am ehesten erreichen – „Texte werden im Langzeitgedächtnis abgerufen und absolut korrekt wiedergegeben“, bestätigt Kurt Häußinger. Er ist zu Hause selbst pflegend tätig und nimmt die Angebote der Initiative dankend an.

Am Anfang der Gruppe stand ein Aufruf im Gemeindebrief. Aber erst durch persönliche Ansprache von Pfarrerin Herma Teschke wuchs die Gruppe, die zum Großteil aus Helferinnen besteht, die im Sozialbereich tätig waren und sich nun im Ruhestand befinden.

Dekan Wolfgang Oertel schloss sich als Vorsitzender des Zentralen Diakonievereins Münchberg bei der Preisverleihung dem Dank an. Wie sie das Preisgeld für ihre Arbeit einsetzt, darf die Initiative selbst entscheiden.

 

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