Diäten einfrieren? Augenzwinkerndes Kontra auf Regierungs-Maßnahme

„Anderweitig wird der Rahm abgeschöpft“, sagt Gastronomin Alexandra Nirsberger. Foto: Brigitte Gschwendtner

Alexandra Nirsberger ärgert sich über das Einfrieren der Corona-Hilfen. Die Gastronomin aus Marktredwitz schlussfolgert auf ihre eigene Art.

Marktredwitz - Die Bundesregierung hat die Reißleine gezogen: Wegen des Verdachts auf Betrugsversuche wurde vorerst die Auszahlung von November- und Dezemberhilfen sowie der Überbrückungshilfe I bis III gestoppt. Offenbar hatten sich Betrüger mit falschen Identitäten Millionen von Euro ergaunert. Dass es sich dabei um kein Kavaliersdelikt handelt, ist klar. Dass die Aussetzung der Zahlungen nicht auf Gegenliebe stößt, allerdings auch.

Viele auf Unterstützung angewiesen

„Sorry, liebe Regierung, aber was ihr da macht, ist Sippenhaft, und so nehmt ihr einigen Unternehmen die Chance, Corona zu überstehen und ihre Läden über Wasser zu halten.“ Mit diesem Post auf Facebook hat Alexandra Nirsberger, Betreiberin des Cafés „Perlplex“ in Marktredwitz am Mittwochmorgen ihrem Ärger Luft gemacht. Wer Alexandra Nirsberger kennt, weiß, nichts liegt ihr ferner als zu jammern. „Ich weiß, es geht uns gut. Wir bekommen wenigstens Unterstützung vom Staat. Was mich aber ärgert, ist die Ungerechtigkeit.“ Schon als sie in den Nachrichten hörte, dass die Bundesregierung die Hilfen eingefroren habe, musste sie sich ärgern. „Viele Unternehmer sind auf die finanzielle Unterstützung angewiesen“, sagt sie.

Wegen der wenigen schwarzen Schafe, die zudem noch die nicht unerheblichen bürokratischen Hürden genommen hätten, würden jetzt alle Firmeninhaber, Händler und Gastronomen in einen Topf geworfen und müssten auf ihr Geld warten. „Und anderweitig wird der Rahm abgeschöpft.“ Alexandra Nirsberger meint – natürlich – die Masken-Deals der Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein und Nikolas Löbel. „Das macht mich stinkwütend“, sagt sie. Ihre Schlussfolgerung auf Facebook hört sich dann so an: „Ich hoffe, dass unsere Regierung dann auch erstmal ihre Diäten einfriert... wegen Verdacht auf Betrug in ihren Reihen.“

Kein Politiker-Bashing

Alexandra Nirsberger mag das nicht als generelles Politiker-Bashing verstanden wissen, sie sei auch keine Corona-Leugnerin, sie halte sich an alle Regeln, „aber man versteht, wenn die Leute wütend werden“. Ähnliches liest sie auch in den Reaktionen auf ihren Facebook-Eintrag.

Das „Perlplex“ musste Alexandra Nirsberger ab 1. November schließen. Dafür hat sie November- und Dezemberhilfe beantragt. „Und bekommen“, sagt sie. „Jetzt habe ich keine Unterstützung mehr beantragt, da ich in der glücklichen Lage bin, in der Pflege arbeiten zu können.“ Während sie so ein Einkommen habe, säßen andere Gastronomen und Einzelhändler auf dem Trockenen. Und trotzdem scharrt sie mit den Hufen: „Klar möchte ich mein Café wiederhaben!“ Aber sie weiß, dass das noch dauern kann. G. P.

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