Dialekt Auf gut Rehauerisch

Dietrich Metzner
Rehauerisch vereint (von links): Siegfried Hösch, Hartmut Müller, Bürgermeister Michael Abraham und Karl H.C. Ludwig. Foto: Metzner

Drei Autoren haben sich des heimischen Dialekts angenommen. Herausgekommen ist das „Schleißgnipfl-ABC“.

Lange war sie geplant und musste doch immer wieder verschoben werden: die Vorstellung des „Schleißgnipfl-ABC, eine kleine 24-seitige Broschüre mit 340 Worten und Begriffen in Rehauer Mundart. Zusammengestellt und verfasst haben das Werk Karl H. C. Ludwig, Hartmut Müller und Siegfried Hösch.

Interessant an diesem Vorhaben ist, dass Karl H.C. Ludwig zwar ein Rehauer ist, Hartmut Müller aber haben die Wirren des Zweiten Weltkrieges von Insterburg in Ostpreußen nach Oberfranken verschlagen und Siegfried Hösch ist eigentlich ein gebürtiger Sudetendeutscher, der auch erst nach 1945 nach Rehau kam. Alle drei kennen sich seit Jahrzehnten. Hartmut Müller, seines Zeichens ehemaliger Lehrer,der eigentlich die treibende Kraft des Ganzen ist, hat schon mal ein Rehauer Wörterbüchlein verfasst. Er kam über seine Unterrichtsjahre zum Rehauer Dialekt, denn anfangs hatte er oft wohl einen Dolmetscher gebraucht, um die Kinder zu verstehen. Als große Hilfe erwies sich damals für ihn die den alten Rehauern noch gut in Erinnerung gebliebene „ Tante Anna“ aus dem Pilgramsreuther Wirtshaus.

Dialekt und Mundart sind gesprochene, meist ortsgebundene Ausdrucksweisen, die sich ständig verändern und sehr schwer in geschriebene Worte verwandeln lassen. Ein Problem, mit dem schon Martin Luther zu kämpfen hatte, als er die deutsche Hochsprache entwickelte, um seine Bibelübersetzung angehen zu können.

Ganz nebenbei: Schon Ernst Zeh hat einige Seiten in seiner Rehauer Chronik dem hiesigen Dialekt gewidmet, ebenso auch Lorenz Wolfrum im Heimatbüchlein von 1938 und Karl Dunkel und Philipp Hertel 1958 in der Festschrift zum Wiesenfest.

Wie Bürgermeister Michael Abraham bei der Buchübergabe erklärte, sei zurzeit besonders bei den Kindern stark zu spüren, dass die Mundart im Oberfranken fast nicht mehr gesprochen wird. Um so mehr freue es ihn,dass sich die drei Urheber dieser Broschüre so intensiv damit befasst haben und an die Öffentlichkeit gegangen sind.

 

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