Die Wölfe starten Schwere Beine, große Vorfreude

Die Stimmung passt schon mal beim VER: Ben Böhringer (links) amüsiert sich beim Training mit Brett Thompson; rechts Philipp Halbauer. Foto: Mario Wiedel

Der VER Selb bestreitet am Freitag in Bad Nauheim und am Samstag gegen Dresden seine erstenTestspiele als DEL2-Klub. Der Trainer freut sich auf die Fans und die ersten Gradmesser für die Liga.

Selb - 124 Tage nach dem Gewinn der deutschen Oberliga-Meisterschaft und dem Aufstieg bestreitet der VER Selb gegen zwei künftige Ligakonkurrenten seine ersten Vorbereitungsspiele für eine sicher herausfordernde Saison in der zweithöchsten deutschen Spielklasse. An diesem Freitag (19.30 Uhr) gastiert die Mannschaft von Trainer Herbert Hohenberger beim EC Bad Nauheim, am Samstag (17 Uhr) gibt es in der Netzsch-Arena gegen die Dresdner Eislöwen ein erstes Wiedersehen mit den Fans nach eineinhalb Jahren – abgesehen von einem Testspiel im September 2020 gegen Herford und einem öffentlichen Training am Mittwoch. Dementsprechend lautstark dürften die Wölfe nach ihrer herausragenden „Geisterspiel“-Saison vom heimischen Publikum begrüßt werden. Für zehn Spieler wird es der erste Auftritt überhaupt im Trikot des VER Selb sein. Ihnen dürfte die die besondere Aufmerksamkeit der Anhänger gewiss sein.

Mix aus Jung und Alt

Hinter dem Wölfe-Mix aus jungen und erfahrenen Spielern sowie aus alten und neuen Gesichtern liegt zwar bereits mehr als eine Trainingswoche, schon deutlich länger in der Vorbereitung stehen aber die beiden Gegner an diesem Wochenende. Bad Nauheim hat bereits drei Testspiele in den Beinen, Dresden derer zwei. Was für Hohenberger, der sich wie die Spieler riesig auf die Rückkehr der Fans freut, aber gar nicht so wichtig ist. „Das ist halt so. Da mache ich mir keinen Kopf darüber.“

Neue Saison, alte Devise

Der 52-jährige VER-Meistertrainer aus Österreich bleibt ohnehin lieber seiner Devise aus der vergangenen, so erfolgreichen Saison treu. „Ich schaue nicht auf den Gegner. Sondern darauf, wie wir uns anstellen.“ Neue Gegner, neue Stadien: „Das wird sehr spannend“, sagt Hohenberger, der sich deshalb gerne schon in der Vorbereitung mit DEL2-Kontrahenten misst. „Da sehen wir gleich, was auf uns zukommt.“ Das Tempo werde höher sein, es bleibe weniger Zeit zu reagieren. „Aber wir spielen ja auch nicht das erste Mal Eishockey.“

Alle sehr fleißig

Dass Ergebnisse in den ersten Testspielen eher zweitrangig sind, ist nichts Neues. Es müssen also nicht unbedingt Selber Siege an den Videowürfeln oder Anzeigetafeln aufleuchten. Was der Wölfe-Coach sehen möchte, ist, dass seine Jungs von Beginn an die Kleinigkeiten richtig machen, sich gut und viel auf den Schlittschuhen bewegen, die defensive Zone gut besetzen und die Scheibe schnell spielen. Sehr zufrieden äußert sich Hohenberger über die ersten Trainingstage. „Wir haben sehr gut und intensiv gearbeitet. Alle sind sehr fleißig.“ Und alle, vermutet der Coach, werden jetzt „definitiv erst einmal schwere Beine haben.“

Alle Spieler geimpft

Erfreulich aus Sicht des Trainers: Alle Spieler, die im Übrigen alle geimpft sind, haben in den vergangenen Tagen auch die für die DEL2 erforderlichen Medizintests erfolgreich hinter sich gebracht. Und auch das obligatorische Treffen mit Sponsoren sowie der Fototermin gehören bereits der Vergangenheit an. „Jetzt greifen wir das Abenteuer DEL2 an“, freut sich Hohenberger, der auch heuer wieder auf vier Reihen und schnelle Wechsel setzt.

Die geplanten Reihen

Verraten hat der Trainer auch schon, wie die vier Reihen an diesem Freitag in Bad Nauheim, wo einzig Hirschberger fehlen wird, aussehen werden: In der Verteidigung sind dies Slavetinsky/Ross, Silbermann/Ondruschka, Walters/Gimmel sowie Böhringer/Halbauer. Im Angriff spielen Aquin/Thompson/Boiarchinov, Gare/Deeg/Miglio, Gelke/Hecht/Hammerbauer sowie Kryvorutskyy/Christmann/Klughardt. Im Tor steht in Bad Nauheim Weidekamp, am Sonntag gegen Dresden dann Neuzugang Weninger.

Die Testspielgegner

EC Bad Nauheim: Auf die Hessen, bei denen VER-Stürmer Lanny Gare von 2008 bis 2012 unter Vertrag stand, trafen die Wölfe letztmals in den Oberliga-Playoffs 2012/13. Nach einer dramatischen Best-of-five-Serie mussten sich die Selber im Halbfinale mit 2:3 geschlagen geben. Bad Nauheim gelang damals der Aufstieg in die neu gegründete DEL2, die als Nachfolgerin der 2. Eishockey-Bundesliga 2013/14 in ihre erste Saison startete. Seit dieser Zeit gelang dem Klub drei Mal der Einzug ins Playoff-Viertelfinale, drei Mal ging es in die Playdowns, in den vergangenen beiden Jahren (ohne Playoffs) belegte er Platz sieben und zehn nach der Hauptrunde. In den drei bisherigen Testspielen setzte es drei Niederlagen: im Trainingslager in Villach gegen den Gastgeber (1:2) und gegen Linz (1:3) sowie vergangenes Wochenende im ersten Heimspiel vor 2200 Fans gegen Oberligist Regensburg (2:3).

Dresdner Eislöwen

Die Sachsen, die am Samstag in Selb mit vier schwedischen Importspielern auflaufen werden, waren letztmals der Konkurrent der Wölfe, da gab es den „neuen“ VER noch gar nicht. Zuletzt standen sich die beiden Teams in einem Pflichtspiel in der Oberliga-Saison 2003/04 – der letzten des damaligen ERC – gegenüber. Ein Jahr später gelang den Eislöwen der Aufstieg in die 2. Bundesliga, die sie 2007/08 für ein Jahr verlassen mussten, aber den direkten Wiederaufstieg schafften. Seitdem sind die Dresdner in der 2. Liga bzw. DEL2 vertreten. Die vergangene Saison schlossen sie auf Platz 13 ab. Ihre ersten Testspiele bestritten die Eislöwen beim „So geht sächsisch“-Cup gegen die DEL-Clubs aus Düsseldorf (5:3!) und Nürnberg (1:4).

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