Dirigentenstab-Wechsel Neuer Kapitän für das Posaunenchor-Schiff

Helmut Kitter
Neuer „Kapitän“ auf dem Schiff Posaunenchor Schönwald: Lukas Schmidt (Mitte) mit (von links) Bläser-Obmann Otto Bayreuther, Kirchenmusikdirektorin Constanze Schweizer-Elser, dem langjährigen Posaunenchorleiter Heinz Goller und dem neuen Gemeindepfarrer Edimar Schwingel. Foto: Helmut Kitter

Die Schönwalder Bläser verabschieden ihren langjährigen Leiter, den achtzigjährigen Heinz Goller. Sein Nachfolger ist Lukas Schmidt.

Zum Jahrestag des Schönwalder Posaunenchores im evangelischen Gemeindehaus hat der neue Gemeindepfarrer Edimar Schwingel die Veranstaltung im Hinblick auf die bevorstehenden Veränderungen unter das Psalmwort der Herrnhuter Tageslosung gestellt: „Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an und in Ewigkeit“. Der Chor war zusammengekommen, um das Chorleiteramt von Heinz Goller auf Lukas Schmidt zu übertragen.

Obmann Otto Bayreuther blickte zunächst auf zwei bewegte Jahre zurück. Wegen der Pandemie hätten die Übungsabende und viele Gottesdienste teilweise abgesagt oder ins Freie verlegt werden müssen. Auch die bei den alten Menschen hochgeschätzten Geburtstagsständchen habe der Chor erheblich reduziert. Die Weihnachtsgottesdienste 2020 am evangelischen Kindergarten und 2021 am Marktplatz seien von den Bläsern ausgestaltet worden. Ein Höhepunkt für den Posaunenchor sei an Pfingsten die Mitwirkung an der Amtseinführung des neuen Gemeindepfarrers Edimar Schwingel im Gotteshaus gewesen.

Erste und vornehmste Aufgabe

Trotz allem sei der Chor stets aktiv geblieben, sagte Bayreuther und dankte den Bläsern und ihren Angehörigen herzlich dafür: „Unsere In-strumente erklingen weiterhin zum Lobe Gottes, das ist unsere erste und zugleich vornehmste Aufgabe!“

Dekanatskantorin Constanze Schweizer-Elser aus Selb würdigte die große Treue, Zuverlässigkeit, Souveränität und Kompetenz des scheidenden Chorleiters Heinz Goller, den sie mehrmals als „Herr Kollege“ ansprach. „Seine Verantwortlichkeiten beschränken sich nicht nur auf die wöchentlichen Proben, Gottesdienste und Konzerte. Liedsätze, Vorspiele, freie Stücke müssen ausgewählt, mit den Verantwortlichen abgesprochen, Termine müssen geplant werden.“ Sie habe Goller als äußerst gewissenhaften, interessierten und aufgeschlossenen Menschen kennengelernt, dem man die Begeisterung für die Musik zum Lobe Gottes anmerke. Die Kirchenmusikdirektorin wünschte ihm, er möge weiterhin der wunderbaren Kirchenmusik, der Bläsermusik und überhaupt der Musik verbunden bleiben.

Autodidaktisch weitergebildet

Heinz Goller berichtete, er habe 1988 auf Bitten des damaligen Pfarrers Dieter Knihs das Chorleiteramt von Helmut Kitter übernommen. Es sei ihm damals nicht leicht gefallen, das blastechnische Niveau des Posaunenchors aufrecht zu erhalten. „Mit Gottes Hilfe konnte ich mir jedoch autodidaktisch während der ersten Jahre das Notwendige für die Chorarbeit aneignen.“ Bis zur „unseligen Pandemie“ habe der Chor jährlich in etwa 25 Gottesdiensten und anderen Einsätzen musiziert, circa fünfundvierzigmal geprobt und rund 30 Geburtstagsständchen dargebracht. All das sei seit Ausbruch der Corona Pandemie nur sehr eingeschränkt möglich. Der Chor habe sich jedoch „blasfähig“ erhalten, und er, Goller, hoffe, der Bläserdienst werde sich bald wieder normalisieren.

Der Achtzigjährige erklärte, nach nunmehr 33 Jahren sei es auch aus gesundheitlichen Gründen für ihn an der Zeit, für Kontinuität zu sorgen und die Chorleitung in die jüngeren Hände von Lukas Schmidt zu legen. Dessen Bereitschaft habe ihm die große Sorge um einen Nachfolger genommen. „Lieber Lukas, die Bläserinnen und Bläser übergeben dir vertrauensvoll die Aufgabe, unseren Posaunenchor für die Zukunft musikalisch anzuleiten, in der Hoffnung, dass unser Dienst zum Lobe und zur Ehre Gottes geschehen möge.“

Nautische Metapher

Den Chormitgliedern legte Goller ans Herz, den neuen Chorleiter verständnisvoll zu begleiten. Er selbst, versicherte er, werde so lange wie möglich dem Posaunenchor als Trompeter treu bleiben.

Der neue Chorleiter Lukas Schmidt verglich den Schönwalder Posaunenchor mit einem Schiff, dessen Besatzung es am Laufen halten müsse. „Dafür die Segel zu hissen und den Kurs zu setzen, das ist nun meine Aufgabe“ sagte er. Er wünsche sich, dass ihn die Chormitglieder dabei unterstützen, um trotz so mancher Irrfahrt einen guten Hafen zu erreichen. Besonders dankte er Heinz Goller. Er habe „ein gut gewartetes und organisiertes Schiff mit sehr guter Mannschaft“ hinterlassen, ebenso wie Aufzeichnungen und Material als Hilfe zur Vorbereitung der bevorstehenden Aufgaben.

Schmidt dankte auch Obmann Bayreuther, der ihm jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung stehe und organisatorisch viel Arbeit leiste. All das sei „ein mit Erfahrungen gefüllter Wassertank, wovon wir auf unserer Reise noch lange zehren können“. Schmidt sprach eine weitere Änderung an und blieb im Bild: Der Mutterhafen, nämlich die evangelische Kirchengemeinde, habe mit Pfarrer Edimar Schwingel einen neuen Hafenmeister bekommen. Er dankte dem bisherigen Pfarrer Weiskopf, der als Tubist dem Posaunenchor angehört. An den neuen Pfarrer Schwingel gewandt sagte er, er werde als neuer Hafenmeister den Heimathafen ausfüllen und guten Kontakt pflegen, damit die Mannschaft ihre musikalische Fracht abladen und Kraft für kommende Fahrten sammeln kann. Mit dem Aufruf „Alle Segel setzen und volle Fahrt voraus!“ schloss der neue Chorleiter seine Einführungsrede.

Goldener Dirigentenstab

Unter großem Beifall überreichte Obmann Otto Bayreuther dem scheidenden Chorleiter Goller als Anerkennung für dessen dreiunddreißgjährige Tätigkeit einen goldenen Dirigentenstab. Lukas Schmidt, der den Posaunenchor künftig musikalisch leiten wird, bekam für seine neue Aufgabe einen normalen weißen Stab.

 

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