Disput um Zukunft der Saale-Querung Auf der Angerbrücke prallen Ideologien aufeinander

Die Brücke am Mittleren Anger. Foto: /Thomas Neumann

Auto oder Radfahrer? Bei der Frage, wie die Brücke am Mittleren Anger einmal aussehen könnte, zeigen sich die unterschiedlichen Ansätze.

Hof - Den unliebsamen Satz gleich zu Beginn: An der Brücke am Mittleren Anger wird sich in den nächsten Jahren überhaupt nichts tun. Bis einschließlich 2024 – soweit blickt der Kämmerer bislang voraus – hat die Stadt dafür keinen Euro übrig. Weder für die eine noch für die andere Variante. Die Grünen-Fraktion im Hofer Stadtrat hat nun versucht, eine grundsätzliche Debatte anzustoßen.

Will die Stadt die Brücke einmal als Saaleübergang für alle Verkehrsteilnehmer wieder errichten? Oder soll die Querung nur eine für Fußgänger und Radfahrer werden? Mit einem Antrag für letztere Version haben die Grünen am Dienstag im Bauausschuss eine jahrealte Diskussion wieder aufleben lassen. Rein theoretisch stehen zwei Ansätze zur Wahl.

Option 1: Die Brücke soll für alle Verkehrsteilnehmer saniert werden. Die Kostenschätzung, Stand 2019, belief sich auf etwa zwei Millionen Euro, 80 Prozent davon möglicherweise gefördert, sofern die neue Brücke breiter, länger oder mit einer Verbesserung für den Verkehr ausgestattet wäre. Eigenanteil der Stadt: etwa eine halbe Million Euro (Schätzung aus 2019). Fördermittel gäbe es aber nur für eine Sanierung, nicht für einen Neubau – die alte gesperrte Brücke müsste dazu stehen bleiben, um Fördermittel zu erhalten.

Option 2: eine reine Fuß- und Radwegbrücke. Die müsste die Stadt aber entweder selbst bezahlen, Kostenpunkt (2019) ebenfalls gut eine halbe Million Euro. Oder aber sie könnte ebenfalls gefördert werden – aber nur als neue Brücke, das bestehende Bauwerk müsste abgerissen werden.

Klaus Schrader (Grüne) betonte, dass es keine Autobrücke brauche an jener Stelle. Er kritisierte das aktuelle Förder-Umfeld, das „nur immer größere, immer teurere“ Projekte unterstütze. Auch FDP-Rat Peter Senf stieß in dieses Horn: „Wir reden hier über einen verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern, egal aus welchem Topf sie kommen.“ CSU und auch SPD hielten dagegen: „Die Gewerbetreibenden dort brauchen dringend eine Autobrücke“, sagte Jochen Ulshöfer (CSU). Florian Strößner (SPD) ergänzte: „Diese Brücke ist elementar für alle Verkehrsteilnehmer.“ Der Bitte Klaus Schraders, das Vorhaben Fahrradbrücke trotzdem nochmals durchzurechnen, erteilte Bürgermeisterin Angela Bier eine klare Absage: „Das würde nur Ressourcen binden, die dann anderswo wieder fehlen.“

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