EM am Mittwoch Türk-Hof-Chef vertraut der Milli Takim

Serkan Sinanoglu sitzt dem einzigen türkischen Fußball-Klub der Region vor. Foto:  

Viele Türken leben in der Region – und fiebern sowohl mit der Türkei, als auch mit Deutschland mit. Serkan Sinanoglu, der Vorsitzende des FC Türk Hof, glaubt daran, dass die türkische Nationalmannschaft die Auftaktniederlage wegstecken kann.

Hof - Einen Tag nach dem Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich werden auch am Mittwoch wieder die Fernsehgeräte glühen. Denn drei Teams greifen am Mittwoch in die Fußball-Europameisterschaft ein, von denen zahlreiche Fans in der Region wohnen: die Türkei, Italien und Russland. Viele Ausgewanderte drücken ihren Nationalmannschaften ihre Daumen. Dazu gehört auch Serkan Sinanoglu, der Vorsitzende des Kreisklassisten FC Türk Hof.

Das Spiel der Türkei gegen Wales (18 Uhr, in Baku, ARD) wird er allerdings nicht zusammen mit den Teamkollegen verfolgen. „Für einen kleinen Verein wie uns wäre es zu viel Aufwand“, sagt er. Vielleicht spielt sich dabei auch der Frust über die Auftaktniederlage gegen Italien (0:3) eine Rolle. „Auf so ein Spiel waren wir nicht gefasst“, gesteht er. „Ich habe schon geahnt, dass die Italiener auftrumpfen werden, weil sie besser aufgestellt sind als wir. Aber dass es so in die Hose geht, hätte ich nicht gedacht.“ Er attestiert der Milli Takim, wie die türkische Nationalelf genannt wird, Ängstlichkeit und eine falsche Taktik. „Italien hat doch fast noch mit angezogener Handbremse gespielt. Senol Günes hat die falschen Leute aufgestellt.“, schimpft er, wobei der Galatasaray-Fan gleich anmerkt: „Günes ist eigentlich ein guter Coach.“

Das muss er nun gegen Wales unter Beweis stellen. Sinanoglu weiß aber: „Die türkische Nationalmannschaft ist in solchen Spielen wie gegen Italien immer ein Team vom Individualisten. Wenn es aber darauf ankommt, raufen sie sich zusammen.“ Deshalb sei auch ein Sieg gegen Wales drin: „Es wird ein knappes Spiel – 3:2 für die Türkei.“ Auch weil im türkischen Team alle Top-Spieler an Bord seien.

Das erste Spiel des Mittwochs ist die Partie zwischen Finnland und Russland (15 Uhr, in St. Petersburg, Magenta Sport). Ob die Finnen noch der Eriksen-Schock in den Knochen steckt? „Jein“, glaubt Sinanoglu. „Das Dänemark-Spiel kann man nicht als Grundlage für eine Voraussage nehmen. Mein Tipp ist daher: Russland macht das Spiel trotzdem.“ Zumal die Russen noch etwas gutzumachen haben.

Am Abend trifft dann Italien auf die Schweiz (21 Uhr, in Rom, ARD) – und Sinanoglu setzt, nicht ganz uneigennützig, auf den Favoriten. „Italien muss alles mitgehen, was geht“, hofft er auf Schützenhilfe. Und diese wird Italien leisten: „Sie gewinnen 4:1. Ich glaube nicht, dass die Schweiz mit Italien mithalten kann.“

Sein Tipp lässt auch schon vermuten, wen er als Turnierfavoriten sieht: „Deutschland oder Italien macht es“, sagt der FC-Türk-Hof-Chef. „Deutschland müsste mit dieser Mannschaft ziemlich weit kommen. Der Kader ist top besetzt.“ Und sein Heimatland, die Türkei? „Die kommen hoffentlich auch so weit wie möglich.“ Und ein deutsch-türkisches Duell in einem K.o.-Spiel hätte für ihn dann in einen ganz besonderen Reiz.

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