Fünf neue Corona-Fälle Kulmbach: Krisenstab warnt vor Massen-Partys

Die Erstimpfungen im Impfzentrum nehmen wieder zu. Foto: /Gabriele Fölsche

Die aus dem Ruder gelaufene „Party“ in der Oberen Stadt bereitet den Impfexperten im Landkreis Sorgen. Dazu kommt die gefährliche Delta-Variante. Aber es gibt auch positive Meldungen für Kulmbach.

Kulmbach - Vorsicht ist bekanntlich die Mutter der Porzellankiste. Und nicht nur die. Fünf neue Corona-Fälle am Dienstag und der leichte Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz auf einen Wert von 8,38 beunruhigen Landrat Klaus Peter Söllner durchaus: „Die neuen Fälle belegen einmal mehr, dass die Pandemie entgegen aller Freude über die Lockerungen und das schöne Wetter leider noch nicht vorüber ist.“

Gerade im Hinblick auf die sich ausbreitende Delta-Variante dürfe man nicht unvorsichtig werden, mahnt der Landrat. Zwar sei die gefürchtete Mutante im Landkreis Kulmbach bislang noch nicht aufgetreten. aber: Wie wir bereits bei der Alpha-Variante feststellen mussten, macht das Virus vor keinen Landes- oder Landkreisgrenzen Halt.“

Sein dringender Appell deshalb: „Lassen wir weiterhin Vernunft walten, achten auf die Abstands- und Hygieneregeln und bleiben auch beim Feiern um- und vorsichtig, um die positive Entwicklung, nicht zu gefährden.“

„Die Delta-Variante ist 1,5mal ansteckender, als die bisher bekannten Virusformen“, ergänzt der Leiter des Krisenstabs, Oliver Hempfling. Viele Menschen auf engem Raum erhöhen die Gefahr einer Verbreitung. „Menschenaufläufe wie am Wochenende in der Oberen Stadt sind aus Sicht des Infektionsschutzes noch nicht verantwortbar.“

Zudem sei ein leichtfertiger Umgang mit coronatypischen Symptomen zu beobachten, so Hempfling in einer Mitteilung des Landratsamtes. „Auch hier stellen wir eine gewisse Sorglosigkeit fest. Wer aber typische Anzeichen einer Corona-Erkrankung aufweist, sollte nicht nur umgehend einen Arzt kontaktieren, sondern seine Kontakte auch reduzieren, bis ein Testergebnis vorliegt.“

Unterdessen können im Kulmbacher Impfzentrum wieder mehr Erstimpfungen durchgeführt werden. In den letzten Wochen lag der Fokus bekanntlich auch mangels Impfstoffes auf den Zweitimpfungen. Mit einer Zweitimpfquote von über 35 Prozent liegt der Landkreis Kulmbach auch deutlich über dem Bundesdurchschnitt mit 31,6 Prozent.

Das Prozedere für Erstimpfungen (aktuelle Quote: 52,7 Prozent) gestaltet sich allerdings aktuell als schwierig. Viele, die einen Erstimpftermin angeboten bekommen, wurden bereits beim Hausarzt oder am Arbeitsplatz geimpft. „Wir bitten daher in solchen Fällen dringend darum, die eigene Registrierung im Impfportal zu löschen oder sich telefonisch bei uns zu melden“, so der Leiter des Kulmbacher Impfzentrums, Marcel Hocquel. Nur so könne man gezielt die einladen, die noch auf einen Termin warten.

Seit Dienstag können zusätzlich zu den Zweitimpfungen täglich zwischen 120 und 180 Erstimpfungen durchgeführt werden.

Je nach Zuteilung durch Bund und Land werden für die kommende Woche täglich wieder bis zu 380 Erstimpfungen mit den Impfstoffen von BioNTech und Moderna möglich sein. red

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